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Der Senator für Kultur

Mithilfe des Corona-Künstlerstipendiums: Martin Koroscha realisiert Fotoband und Videofilm

23.06.2021

Mit Freude konnte Martin Koroscha Mitte Juni seinen bei der Edition Temmen erschienenen Fotoband "309 – Ein fotografischer Streifzug durch den Bremer Südosten" vorstellen. Realisiert wurde sein Fotobuch und ein dazu entstandener Kurzfilm mit einer Förderung durch das Stipendienprogramm des Kultursenators.

"Ab Mitte Dezember 2020, gleich nach Erhalt der Stipendienzusage, begann ich meine Streifzüge durch Hemelingen, bei denen das Filmmaterial und die zahlreichen Fotografien entstanden. Zeitgleich durchsuchte ich mein Bildarchiv nach Aufnahmen aus der Region. Insgesamt machte ich sechs mehrstündige Streifzüge und hatte schließlich rund 1500 Fotografien zur Auswahl. Ein langwieriges Unternehmen inklusive der Bildbearbeitung. Dabei hatte ich das Projekt schon in der ersten Dezemberwoche begonnen. Mit dem Abriss der ehemaligen Coca-Cola-Werke in Hemelingen und der zeitgleichen Nutzung durch das Urban-Art-Projekt 'discArt' war dies unverzichtbar für mein Foto- und Videoprojekt", erklärt Martin Koroscha. Wertvolle Ratschläge für seinen 15-minütigen Kurzfilm holte er sich darüber hinaus beim Filmbüro Bremen.

Eine Hemelinger Industrielandschaft. Foto: Koroscha
Eine Hemelinger Industrielandschaft. Foto: Koroscha

Martin Koroscha ist Künstler, Kunstpädagoge und Kulturvermittler. Seine erste Bremer Wohnung hatte er im Stadtteil Hemelingen (Postleitzahl 28 309). Auch wenn er mittlerweile umgezogen ist und in einem anderen Bremer Stadtteil lebt, ist er doch noch immer mit Hemelingen genauso wie mit dem Ortsteil Sebaldsbrück fest verbunden geblieben. Beide sind stark durch Industrie geprägt, lassen aber auch noch Reste dörflichen Lebens erkennen. Heute gibt es dort einen besonders großen Bevölkerungsanteil an Eingewanderten und ihren direkten Nachkommen (insgesamt ein Viertel), die das Zusammenleben besonders bereichern.

Koroschas Fotobuch über Hemelingen heißt schlicht
Koroschas Fotobuch über Hemelingen heißt schlicht "309" und nimmt damit die letzten drei Ziffern der Hemelinger Postleitzahl auf. Foto: Edition Temmen

Koroschas Fotografien sind Zeitdokumente eines städtischen Randgebiets, wo die typische Hip-Hop- und Graffiti-Szene sich entwickelt hat. Das getaggte 309 lässt dabei die hohe Identifikation der Sprayerinnen und Sprayer mit ihrem Stadtteil erkennen. Sie erobern den öffentlichen Raum, der sich nur an manchen Stellen im Verfall befindet und teilweise von der Natur zurückerobert worden ist. Es sind vornehmlich menschenleere Orte, die von der Zeit geprägt worden sind, die Koroscha bei seinen Streifzügen fotografiert. Graffitis, Müll, verwaiste Autos und vergessene Objekte deuten hin auf die Menschen, die den Ort vormals geprägt beziehungsweise bewohnt haben. Eine große Melancholie liegt über allem, das Banale und Hässliche strahlt dennoch eine ganz besondere Schönheit aus. Es wird deutlich, wie Jörg Hermening, der Ortsamtsleiter von Hemelingen, im Vorwort schreibt. "Hemelingen verändert sich, Altes geht, zuweilen mit Trauer und Wehmut, aber Neues kommt dort, wo Gebäude fallen."

Achtung Redaktionen:
Die Pressestelle des Senats bietet Ihnen die Fotos zu dieser Mitteilung zur honorarfreien Veröffentlichung an.
Foto-Download Porträt Koroscha (jpg, 1.4 MB)
Foto-Download Industrielandschaft (jpg, 1.7 MB)
Foto-Download Buchtitel (jpg, 1.2 MB)

Ansprechpartner für die Medien:
Werner Wick, Pressesprecher beim Senator für Kultur, Tel.: (0421) 361-16173, E-Mail: werner.wick@kultur.bremen.de