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Senatskanzlei

Rahmenvereinbarung für die Nutzung des ehemaligen U-Boot-Bunkers Valentin unterschrieben

10.01.2011

Heute (10. Januar 2011) ist im Bremer Rathaus die Rahmenvereinbarung über die Nutzung des ehemaligen U-Boot-Bunkers Valentin in Bremen-Farge als künftige Gedenkstätte von nationaler Bedeutung zwischen der Freien Hansestadt Bremen und der Bundesanstalt für Immobilienaufgaben (BImA) unterzeichnet worden. Bürgermeister Jens Böhrnsen und Axel Kunze, Mitglied des Vorstands der BImA besiegelten mit ihren Unterschriften das Schriftstück. Es legt eine einvernehmliche Steuerung aller Nutzungen des Bunkers fest, damit neben der Gedenkstättenarbeit auch die für die BImA notwendigen wirtschaftlichen Erträge erzielt werden können. Diese sollen die laufenden Bauunterhaltskosten decken.

Axel Kunze (links), Mitglied des Vorstands der Bundesanstalt für Immobilienaufgaben und Bürgermeister Jens Böhrnsen während der Unterzeichnung der Rahmenvereinbarung für die Nutzung des ehemaligen U-Boot-Bunkers in Bremen-Farge, jpg, 121.3 KB
Axel Kunze (links), Mitglied des Vorstands der Bundesanstalt für Immobilienaufgaben und Bürgermeister Jens Böhrnsen während der Unterzeichnung der Rahmenvereinbarung für die Nutzung des ehemaligen U-Boot-Bunkers in Bremen-Farge

„Mit dieser Rahmenvereinbarung haben wir einen fairen Interessensausgleich gefunden, ohne den die Entwicklung der künftigen Gedenkstätte nicht möglich wäre“, so Bürgermeister Jens Böhrnsen. Am 1. Januar 2011 hatte die Bundesanstalt für Immobilienaufgaben das Eigentum am Bunker Valentin vom Bundesministerium der Verteidigung übernommen. Böhrnsen dankte der Bundesanstalt für Immobilienaufgaben ausdrücklich für die ausgezeichnete Zusammenarbeit und die konstruktiven Beiträge.
„Der direkte Übergang von einer militärischen zu einer zivilen Nutzung ist eine glückliche Fügung“, so Axel Kunze vom BImA.

Der Bürgermeister wies in seiner Ansprache auch darauf hin, dass die heutige Unterzeichnung ohne das große zivilgesellschaftliche Engagement der vielen Initiativen und Vereine vor Ort nicht möglich gewesen wäre. Ausdrücklich würdigte er deren langjährige beharrliche Arbeit. Böhrnsen: „ Auch in der Zukunft wird das ehrenamtliche Engagement nötig sein, um möglichst viele Menschen mit den Angeboten der Gedenkstätte zu erreichen.“

Die Gedenkstätte wird im Mai ihren Betrieb aufnehmen. „Ich stelle mir die künftige Gedenkstätte Bunker Valentin als einen Ort des würdigen Gedenkens an die Leiden der beim Bau des Bunkers gequälten und ermordeten Zwangsarbeiter vor“, so Böhrnsen. Entstehen soll ein Lernort für die heutigen und die künftigen Generationen, ein Ort der Begegnung, des Nachdenkens und des Lernens aus der Geschichte als bleibende Mahnung, nie wieder einer Diktatur in Deutschland zuzulassen.

Die Landeszentrale für politische Bildung hat eine wissenschaftliche Konzeption für die Gedenkstätte im ehemaligen U-Boot-Bunker erstellt. Sie soll dem neuesten Stand der Gedenkstättenpädagogik entsprechen. Dabei werden auch die Bedürfnisse derjenigen Besucherinnen und Besucher berücksichtigt, die alters- oder herkunftsbedingt keinen eigenen biografischen Bezug zur Zeit des Nationalsozialismus mehr mitbringen. Die Konzeption trägt dem monströsen Bauwerk Rechnung und soll inhaltlich die unwillkürliche Faszination, die von diesem Bauwerk ausgeht, aufnehmen und pädagogisch verarbeiten.

Das Konzept ist modular aufgebaut und lässt Spielraum für mögliche zukünftige Projekte. Die Entwicklung der Gedenkstätte ist für einen Zeitraum von fünf Jahren veranschlagt. Bremen bekommt vom Bund in den nächsten fünf Jahren insgesamt 1,9 Millionen Euro für den Aufbau der Gedenkstätte. Damit können zentrale Maßnahmen wie die Herrichtung eines Besucherzentrums, die sichere Begehung auf einem Wegeleitsystem, die Erweiterung der bestehenden Ausstellung und die Entwicklung eines umfassenden pädagogischen Angebots finanziert werden.

Den Wortlaut der Rahmenvereinbarung finden Sie hier... (pdf, 583.7 KB)

Foto: Senatspressestelle