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Die Senatorin für Soziales, Jugend, Integration und Sport

Bremen will Duschbus für Obdachlose beschaffen

Sozialsenatorin Anja Stahmann: Alle Angebote sind darauf ausgerichtet, die Lebenssituation der Betroffenen zu verbessern

05.11.2020

Zur Versorgung von wohnungslosen Menschen wird Bremen erstmals eine mobile Duschgelegenheit zur Verfügung stellen. Dazu will die Stadt nach dem Vorbild von Städten wie Berlin und Hamburg die Anschaffung eines Wohnmobils, dessen Umbau zu einem „Duschbus“ sowie den Betrieb finanzieren. Darauf hat sich die Deputation für Soziales, Jugend und Integration auf ihrer heutigen Video-Sitzung verständigt. Der förmliche Beschluss zur Bereitstellung von 100.000 Euro für Anschaffung und Umbau des Busses sowie jährlich 90.000 Euro für den Betrieb kann aus formalen Gründen nicht bei der Video-Konferenz fallen und wird daher nachträglich im Umlaufverfahren gefasst und anschließend dem Haushalts- und Finanzausschuss zur endgültigen Befassung zugeleitet. Außerdem wird für die Suppenengel, die Obdachlose mobil mit warmen Mahlzeiten versorgen, in der Innenstadt eine Station für ihre Lieferfahrräder eingerichtet.

„Erforderlich wird der Duschbus, weil die bislang bestehenden Duschmöglichkeiten für Menschen ohne eigenen Wohnraum infolge der notwendigen Hygienemaßnahmen in der Corona-Pandemie stark eingeschränkt werden mussten“, sagte Anja Stahmann, Senatorin für Soziales, Jugend, Integration und Sport. Zudem stünden Duschgelegenheiten nur in innenstadtnahen Bereichen zur Verfügung. Der Bus solle damit einen Beitrag leisten, die Angebotsstruktur für Obdachlose zu entzerren, um damit die Verbreitung des SARS-CoV-2-Virus einzudämmen. Das Fahrzeug solle flexibel im ganzen Stadtgebiet eingesetzt werden.

Als Träger für das Duschprojekt ist das Diakonische Werk vorgesehen, das auch die Begleitung und die sozialpädagogische Beratung sicherstellen wird. „Ohne Beratung geht es nicht“, sagte Senatorin Stahmann. „Wir richten unsere Angebote der Wohnungslosenhilfe grundsätzlich darauf aus, die Lebenssituation der Betroffenen zu verbessern und einen Anschluss an das Hilfesystem zu vermitteln. Ziel ist die langfristige Stabilisierung und Verbesserung der gesamten Lebenssituation.“

Als Standort für die Lastenräder der Suppenengel wird derzeit ein Standort in den Grünanlagen Am Wall / Ecke Doventor ins Augegefasst, wo der Umweltbetrieb Bremen Umwelt Bremen ein Gebäude nicht mehr nutzt. „Dort gibt es genügend Platz, um neun Lastenräder der Suppenengel unterzubringen und die Räder zu beladen mit Lebensmitteln, warmen Mahlzeiten, Kleidung und Schlafsäcken. Die Herrichtung – unter anderem mit Maurer-, Maler- und Dachdeckerarbeiten sowie einer Erneuerung der Fenster und der
Haustechnik – soll rund 90.000 Euro kosten.

Ansprechpartner für die Medien:
Dr. Bernd Schneider, Pressesprecher bei der Senatorin für Soziales, Jugend, Integration und Sport, Tel.: (0421) 361-4152, E-Mail: bernd.schneider@soziales.bremen.de