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Die Senatorin für Soziales, Jugend, Frauen, Integration und Sport

Fundamente des Westbads müssen neu geplant werden

Baugrunduntersuchung zeigt: Pfahlgründung aus Gründen der Statik erforderlich

09.05.2018

Der Neubau des Westbads in Walle wird technisch aufwendiger als bisher angenommen. Baugrunduntersuchungen zeigen, dass die Fundamente komplett neu geplant werden müssen. Anders als bisher ist nach dem Urteil von Experten aus baustatischen Gründen eine Pfahlgründung bis tief in den Untergrund erforderlich („Tiefengründung“). Angesichts der veränderten Planungsgrundlagen und der damit verbundenen Arbeiten ist mit einer Bauverzögerung von mindestens einem Jahr sowie höheren Kosten im einstelligen Millionenbereich zu rechnen. Die genaue Summe lässt sich erst beziffern, wenn die genauen Planungen zu den Gründungsarbeiten vorliegen. Bislang waren die Baukosten auf Grundlage des Bäderkonzepts mit knapp 14 Millionen Euro veranschlagt worden.

Trotz höherer Kosten und des verzögerten Baubeginns hält das Sportressort am Bäderkonzept fest, sagte Jan Fries, Staatsrat für Sport und Aufsichtsratsvorsitzender der Bremer Bäder GmbH. „Das Westbad hat für den Schwimmsport, die Gesundheitsförderung und auch für den Schulsport eine hohe Bedeutung. Darüber gibt es einen breiten politischen Konsens.“ Für das Einwerben der erforderlichen finanziellen Mittel sieht er daher gute Chancen. „Wir halten im Kern an den bisherigen Planungen fest“, so der Staatsrat, „der Erhalt eines kombinierten Hallen- und Freibades im Bremer Westen ist für mich essentiell.“

Das in der vergangenen Legislaturperiode verhandelte und inzwischen durch Senats- und Bürgerschaftsbeschlüsse auch finanziell hinterlegte Bäderkonzept sieht neben Abriss und Neubau des mehr als 40 Jahre alten Waller Bads einen Ersatz für das Unibad in Horn vor. Das Unibad soll bis zum Abschluss der Bauarbeiten in Horn und Walle in Betrieb bleiben. „Das gilt weiterhin, auch wenn sich die Bauarbeiten in Walle verzögern“, sagte Staatsrat Fries. Auch die Betriebszeit für den Bestandsbau des Waller Bades müsse bis zum Beginn der Abriss und Neubauarbeiten in Walle verlängert werden, voraussichtlich um ein Jahr, bis Sommer 2020.

Ursache für die notwendig werdenden Neuplanungen ist der Untergrund unter dem Waller Bad. Ursprünglich sollte der Keller des jetzigen Bades für die technischen Anlagen des Neubaus erhalten bleiben. Ein erstes Baugrundgutachten hat aber gezeigt, dass der Baugrund nicht die erwartete Tragfähigkeit besitzt und zudem der Grundwasserspiegel deutlich höher liegt als erwartet.

Um zu prüfen, ob dennoch eine Flachgründung auf einer Fundamentplatte möglich ist, wurden zur baugeologischen Untersuchung Kerne aus der Bodenplatte des Kellers gebohrt und der darunter liegende Baugrund analysiert. Kleinrammbohrungen in sieben Meter Tiefe und schwere Rammsondierungen bis 16 Meter Tiefe haben zu Tage gefördert, dass bei einer Flachgründung mit Setzungen zwischen 6 und 21 Zentimetern zu rechnen gewesen wäre.

Um das zu vermeiden, ist laut Gutachten eine Pfahlgründung erforderlich. Die Gebäudelasten würden danach in die gut tragfähigen Wesersande abgeleitet. Zu diesem Zweck seien 154 Pfähle mit einem Durchmesser von 51 Zentimetern und einer Länge von neun bis zwölf Metern erforderlich.

Überdies muss in der Baugrube unter anderem das Grundwasser für die Zeit der Bauarbeiten im Untergrund abgesenkt werden, was mit weiteren technischen Herausforderungen verbunden ist. Unter anderem muss das Grundwasser enteisent und anschließend sichergestellt werden, dass es auch bei Starkregen verlässlich weiter abgepumpt werden kann. Die technischen Vorarbeiten und Untersuchungen dazu laufen noch.