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Der Senator für Inneres

Senator Röwekamp: „Gemeinsam gegen Alkoholmißbrauch bei Kindern und Jugendlichen!“

06.04.2005

Neues Projekt „Jugend ohne Promille“ in Bremen jetzt der Öffentlichkeit vorgestellt

Mit dem Ende der Osterferien startete die POLIZEI BREMEN jetzt gemeinsam mit der Deutschen Angestellten Krankenkasse (DAK) und der Suchtprävention vom Landesinstitut für Schule das Präventionsprojekt „Jugend ohne Promille“. Bremens Senator für Inneres und Sport, Thomas Röwekamp, der heute (6. April) an der Auftakt-Pressekonferenz teilnahm, warb um breite Unterstützung für die Initiative: „Der Kampf gegen Alkoholmißbrauch unter Kindern und Jugendlichen geht uns alle an! Wir müssen Kinder und Jugendliche vor den Gefahren des Alkohols schützen. Angesichts der teilweise dramatischen sozialen und gesundheitlichen Folgen muss dies als eine gesamtstaatliche und eine gesamtgesellschaftliche Aufgabe verstanden werden“, so Thomas Röwekamp. Nicht nur die Polizei werde auf die Einhaltung der Jugendschutzvorschriften achten. Neben der notwendigen Sachaufklärung kündigte der Innensenator auch verstärkte Alkoholkontrollen unter Minderjährigen an.


Vorgestellt wurde das Projekt durch die Geschäftsführerin der DAK, Monika Blau, dem Leiter des Landeskriminalamtes Bremen (LKA), Kriminaldirektor Peter Wetzke, Rolf Günther vom Landesinstitut für Schule (Suchtprävention Bremen) und dem Projektleiter des LKA, Kriminalhauptkommissar Stefan Rusch.


Das Ziel des Projektes ist es, die alkoholbedingten Straftaten um mindestens 5% zu senken und auf die Risiken und Gefahren des stetig wachsenden Alkoholkonsums unter Kindern und Jugendlichen aufmerksam zu machen. Die Haupt-Todesursache bei jungen Menschen zwischen 15 und 29 Jahren sind Unfälle bzw. Verkehrsunfälle unter Alkoholeinfluss. Fast 25% der Gewalttaten unter Jugendlichen findet im angetrunkenen Zustand statt – angefangen bei Körperverletzungen über Sexualstraftaten bis hin zu Tötungsdelikten. Auch erhöht sich die Gefahr, besonders für junge, angetrunkene Mädchen, Opfer von Sexualstraftaten zu werden. Oft kommt es zu ungeschütztem Geschlechtsverkehr, der neben Krankheiten auch ungewollte Schwangerschaften zur Folge haben kann.


Dem Suchtpräventionsbericht 2004 zufolge, liegt der Anteil von Alkoholkonsumenten bei den 12-Jährigen bei 7 %, steigt bei den 13-Jährigen auf 12 %, bei den 14-Jährigen auf 29 %, bei den 15-Jährigen auf über 54 %, bei den 16-Jährigen auf 70 % und liegt dann in der Folge bei über 80 %.

Im Rahmen einer groß angelegten Aufklärungskampagne kommen die Materialien „Aktion Glas-klar“ der DAK nach den Osterferien an den Bremer Schulen zum Einsatz. Das allein wird aber nicht ausreichen, um die Kinder und Jugendlichen vor den verheerenden Folgen des übermäßigen Alkoholkonsums zu schützen.


Deshalb sieht das Projekt „Jugend ohne Promille“ neben einer Aufklärungskampagne aber auch repressive Maßnahmen durch die Polizei Bremen vor. Der repressive Teil umfasst die verschärfte Alkoholkontrolle und das Pflegen einer Datenbank, in der Kinder und Jugendliche, die wiederholt unter Alkoholeinfluss angetroffen werden, erfasst und den Ämtern für Soziale Dienste gemeldet werden, die dann wiederum eine Alkoholintervention in den Elternhäusern betreiben sollen. Erst kürzlich, am 18. März 2005, wurden von der Bremer Polizei alkoholisierte Jugendliche aufgegriffen, die trotz über einem Promille im Blut nur angeheitert wirkten und eigenen Angaben zufolge täglich Alkohol trinken.