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Gemeinsame Presseerklärung

Leitlinien zur bremischen Mittelstandspolitik: Handelskammer und Wirtschaftssenator ziehen positive Bilanz

29.06.2001

Ein Jahr nach Veröffentlichung der gemeinsamen Leitlinien zur bremischen Mittelstandspolitik haben Handelskammer-Präses Dr. Dirk Plump und Wirtschaftssenator Josef Hattig heute bei einer Pressekonferenz eine positive Bilanz der Umsetzung gezogen: "Wir sind in Bremen mit unserem gemeinsamen Einsatz für eine mittelstandsfreundliche Infrastruktur auf einem guten Weg, aber wir sind noch lange nicht am Ziel angelangt", sagte Dr. Plump.

Ziel der Leitlinien war es, den Standort Bremen mit einer konsequent mittelstandsfreundlichen Wirtschaftpolitik noch besser zu positionieren. Zentrale Punkte waren notwendige Investitionen in Gewerbe- und Wohnflächen, eine Erhöhung der Kundenorientierung und Transparenz in der Mittelstandsförderung, eine Stärkung der Dienstleistungsbranchen, eine Ausweitung der Zahl von Existenzgründungen, eine Stärkung der Motivation zu unternehmerischem Handeln sowie eine Erleichterung des Zugangs zu Wagniskapital.

Als positives Beispiel von vielen für die erfolgreiche Umsetzung dieser Forderungen nannte Senator Hattig die vom Wirtschaftsressort offensiv weiter entwickelte Gewerbeflächenpolitik: "Im zurückliegenden Jahr wurden 45 Hektar Gewerbefläche verkauft, auf denen private Investitionen von rund 430 Millionen Mark vorgenommen, 2700 Arbeitsplätze gesichert und fast 1400 neue Arbeitsplätze geschaffen werden."

Gute Schritte ist Bremen auch bei der Entwicklung der Verkehrsinfrastruktur vorangekommen. Dr. Dirk Plump nannte als Beispiel die jüngsten Erfolge beim Einsatz der Handelskammer und acht weiterer norddeutscher Kammern für den zügigen Ausbau der Autobahn A 1 zwischen Hamburg und Osnabrück. Auch in Fragen der Bildungspolitik sei mit der ebenfalls vor einem Jahr veröffentlichten gemeinsamen Erklärung von Bildungssenator und Handelskammer zum Bereich "Schule – Wirtschaft" vieles erreicht worden. Was fehle, sei das dringend erforderliche eigene Schulfach Ökonomie.

Das von der Handelskammer gemeinsam mit der Bremer Investitions-Gesellschaft (BIG) und der Gesellschaft des Rationalisierungs- und Innovationszentrums der Deutschen Wirtschaft (RKW Bremen) ins Leben gerufene Business-Angels-Netzwerk nannte der Präses als wichtige Etappe auf dem Weg zur Erleichterung des Zugangs zu Wagniskapital.

Gute Ansätze sehen Wirtschaftssenator Hattig und der Kammer-Präses auch bei der Entwicklung von Dienstleistungen: "Mit dem innoWiProjekt der Bremer Innovationsagentur BIA ist ein wichtiger Baustein für die systematische Verwertung und Vermarktung wissenschaftlicher Ergebnisse hinzugekommen", betonte Dr. Plump, "jetzt müssen wir uns darauf konzentrieren, unsere Netzwerke für zukunftsorientierte Dienstleistungssegmente weiter zu kräftigen." Fortschritte seien bereits in Bereichen wie Call Center, IT-Multimedia oder Tourismus erzielt worden.

Nachholbedarf sieht der Präses bei der Erweiterung des Technologieparks Universität: "Über die bereits beschlossene Süderweiterung hinaus brauchen wir dringend die Erweiterung Richtung Norden." Kritisch beurteilte er auch den extrem hoch angesetzten Anteil von Grün- und Freiflächen in dem vor der Erschließung befindlichen Gewerbebereich Arberger/Mahndorfer Marsch.

Wirtschaftsressort und Handelskammer werden in ihrem gemeinsamen Engagement nicht nachlassen. Durch eine Mittelstandsenquete sollen die Handlungsfelder der bremischen Mittelstandspolitik noch zielgerichteter definiert werden können. Diese auf drei Jahre angelegte Untersuchung wird exakte Basisdaten zur Situation des bremischen Mittelstandes liefern.