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Die Senatorin für Soziales, Jugend, Integration und Sport

Neue Ergebnisse des Bremer Krebsregisters

14.04.2005

Im Jahr 2004 hatte das Bremer Krebsregister eine Untersuchung vorgelegt, in der die Häufigkeit von Krebsneuerkrankungen in der Region rund um die Bremer Wollkämmerei dargestellt wurde. Das Ergebnis damals: Die Rate der Krebsneuerkrankungen bei Männern in der Region um die Wollkämmerei war statistisch signifikant höher als die Rate der Männer im übrigen Stadtgebiet. Bei den Frauen wurde kein statistisch auffälliger Befund festgestellt.


Es wurde vermutet, dass dieser Befund mit einer beruflichen Einwirkung bei Männern in den 60er und 70er Jahren, z.B. durch Asbest, in Verbindung stehen könnte. Eine Aussage über aktuelle Krebsbelastungen im Stadtteil ist mit den Daten nicht möglich.


Die Daten bezogen sich damals auf das Diagnosejahr 2001, da das Bremer Krebsregister für 2001 erstmals die für wissenschaftliche Aussagen notwendige Rate von mindestens 90% erfasster Kebsneuerkrankungen erzielt hatte.


Inzwischen liegen die Daten für das Diagnosejahr 2002 vor. Eine erneute Untersuchung der Krebsneuerkrankungen für Männer und Frauen im Gebiet um die Bremer Wollkämmerei wurde vorgenommen. Das Ergebnis: Für das Jahr 2002 wurden keine statistisch auffälligen Unterschiede zwischen den Männern und Frauen im Bereich um die Bremer Wollkämmerei und dem übrigen Stadtgebiet festgestellt. Werden beide Jahre zusammengefasst, bleibt die statistisch signifikante Erhöhung bei den Männern bestehen.


In einer weiteren Untersuchung hat das Bremer Krebsregister die Häufigkeit von Krebsneuerkrankungen zwischen den Stadtteilen Bremens verglichen. Dabei wurden keine relevanten Unterschiede zwischen den Stadtteilen ermittelt.


Gleiches gilt beim Städtevergleich Bremen und Bremerhaven: auch hier waren keine Unterschiede festzustellen unter Berücksichtung von Einwohnerzahl, Alter und Geschlecht.

Fazit aus den beiden Untersuchungen: Erste entdeckte Krebs-Auffälligkeiten bei den Männern in Blumenthal scheinen sich bei Analysen über nun zwei Jahre nicht mehr zu bestätigen. Auch auf dem Niveau größerer Stadtteile ist nach den ersten Analysen keine Auffälligkeit festzustellen.


Da bei kleinen Einwohnerzahlen jährliche Schwankungen im Krebsgeschehen - bedingt durch kleine Fallzahlen - auftreten können, nicht aber zwingend die tatsächliche Situation widerspiegeln, lassen sich erst verlässliche Aussagen treffen, wenn die Ergebnisse über mehrere Jahre in die selbe Richtung weisen. Erst dann kann aus den Ergebnissen ein Trend abgeleitet werden.


Die Analysen werden im Internet zur Verfügung gestellt unter www.krebsregister.bremen.de, Stichwort Publikationen.