Sie sind hier:
  • Startseite
  • Timothy Snyder ist Hannah-Arendt-Preisträger 2013

Senatskanzlei

Timothy Snyder ist Hannah-Arendt-Preisträger 2013

Übergabe der Auszeichnung am 6. Dezember 2013

22.08.2013
Timothy Snyder, jpg, 89.3 KB
Timothy Snyder

Der diesjährige Hannah-Arendt-Preisträger steht fest: Es ist Timothy Snyder, Historiker und Professor an der Yale University. Der Hannah-Arendt-Preis für Politisches Denken wird von der Stadt Bremen und der Heinrich Böll Stiftung vergeben . Er ist mit 7500 Euro dotiert und wird an Personen verliehen, die in ihrem Wirken das "Wagnis Öffentlichkeit" angenommen haben. Die Auszeichnung wird am 6. Dezember 2013 um 18:00 Uhr im Bremer Rathaus überreicht.

In seinem Buch "Bloodlands. Europa zwischen Hitler und Stalin" habe Snyder, so urteilte die Jury, ein vergessenes und verdrängtes Kapitel der europäischen Geschichte aufgeschlagen, über das Europa über ein halbes Jahrhundert nach dem Geschehen noch immer uneins sei. Es ist die Frage, wie das Ineinandergreifen des deutschen Genozids an den europäischen Juden, an der polnischen Elite sowie an anderen "slawischen Völkern" und die Stalinsche Politik der Hungersnöte sowie der Vernichtung ganzer ethnischer und sozialer Gruppen zu beurteilen sei – und wie das Geschehen in die europäische Gedächtniskultur eingehen könne. "Unabhängig von den Kontroversen unter Historikern und politischen Denkern, die das Buch und sein Autor ausgelöst haben, berührt Snyder substantielle Fragen, die den Kern des europäischen Vereinigungsprojekts betreffen!, so die Jury. Snyders streitbare historische Analyse trage damit zu einer neuen öffentlichen Debatte um die politische Gestalt Europas bei.

Über den Preisträger
Timothy Snyder, geboren 1969 in Ohio, ist Professor für Geschichte an der Universität Yale. Sein Forschungsschwerpunkt ist die jüngere mittel- und osteuropäische Geschichte. Snyder promovierte an der Universität Oxford und verbrachte zahlreiche Forschungsaufenthalte in Europa, unter anderem in Paris, Wien und Warschau. Er spricht Englisch, Französisch, Deutsch, Polnisch und Ukrainisch, und versteht fünf weitere Sprachen. Von 1997 bis 2001 war er Fellow an der Universität Harvard.
Gemeinsam mit Tony Judt, Hannah-Arendt-Preisträger 2007, schrieb er "Nachdenken über das 20. Jahrhundert". Sein Buch "Bloodlands. Europa zwischen Hitler und Stalin" erschien 2011 auf Deutsch und löste zahlreiche Diskussionen aus. Snyder erhielt viele Auszeichnungen, darunter den Emerson Prize in the Humanities, den Literature Award from the American Academy of Arts and Letters und den Leipziger Buchpreis zur Europäischen Verständigung.

Kontakt:
Bildungswerk Umwelt und Kultur in der Heinrich Böll Stiftung, Peter Rüdel, Plantage 13 I 28215 Bremen, 0421-35 23 68, boell-bremen@arcor.de

Foto: Heinrich Böll Stiftung Bremen