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Die Senatorin für Soziales, Jugend, Integration und Sport

Sozialsenatorin plant weitere Unterkünfte für Flüchtlinge

24.06.2013

Sozialsenatorin Anja Stahmann plant für das laufende Jahr weitere Notaufnahme- und Übergangseinrichtungen, damit Flüchtlinge angesichts steigender Zahlen in Bremen angemessen untergebracht werden können. "Es ist absehbar, dass wir allein in diesem Jahr fast 500 zusätzliche Plätze in Unterkünften brauchen werden", sagte die Senatorin. "Derzeit führen wir Gespräche mit den beteiligten Beiräten und erfahren von dort viel Unterstützung".

Das Bundesamt für Migration und Flüchtlinge erwartet im laufenden Jahr zwischen 90.000 und 100.000 Flüchtlinge; in den ersten fünf Monaten des Jahres 2013 haben 90 Prozent mehr Menschen in der Bundesrepublik Zuflucht gesucht als in den fünf Monaten des Vorjahres. Bremen nimmt davon 0,95 Prozent auf, also rund 900 Menschen. "Das ist mit den vorhandenen Unterkünften nicht zu schaffen", sagte Anja Stahmann. Legt man die Entwicklung der fünf ersten Monate dieses Jahres zu Grunde, braucht die Stadtgemeinde Bremen allein im Jahr 2013 knapp 500 Plätze zusätzlich zu den 867 derzeit vorhandenen Plätzen. Zwar werden Flüchtlinge intensiv bei der Suche nach eigenem Wohnraum unterstützt. Dennoch ist die Verweildauer in den Einrichtungen so lang, dass die vorhandenen Kapazitäten nicht mehr ausreichen. "Wenn wir diese Plätze nicht einrichten, müssten wir Flüchtlinge schon bald in Turnhallen oder in Zelten unterbringen, und das wollen wir definitiv nicht", sagte Anja Stahmann weiter.

Aus diesem Grund hat die Sozialbehörde die Errichtung von drei Modulbau-Komplexen für die Dauer von zunächst drei bis fünf Jahren in den Stadtteilen Hemelingen, Obervieland und Vegesack ins Auge gefasst. In Gröpelingen ließen sich zudem innerhalb weniger Monate durch den Umbau eines öffentlichen Gebäudes 100 Plätze für eine Notaufnahme-Einrichtung schaffen. Und im Stadtbezirk Bremen Mitte eröffnet sich derzeit die Möglichkeit, sehr kurzfristig ein Hotel mit 50 Plätzen anzumieten.

"In Hemelingen hat der dortige Beirat der Einrichtung einer Übergangseinrichtung mit bis zu 120 Plätzen an der Arberger Heerstraße bereits einstimmig zugestimmt", betonte Senatorin Stahmann. Mit einem erwarteten Vorlauf von etwa drei bis vier Monaten könnte die Einrichtung im Herbst den Betrieb aufnehmen. Das Gelände ist als Erweiterungsfläche für den dortigen Sportplatz vorgesehen und soll anschließend als solche wieder zur Verfügung stehen.

Am 1. Juli wird der Beirat Mitte sich mit der geplanten Anmietung eines Hotels im Philosophenweg mit bis zu 50 Plätzen befassen, das baulich geeignet ist und ohne Übergangszeit sofort nutzbar wäre. Zusammen mit dem Übergangswohnheim in der Eduard-Grunow-Straße, das seit Mitte April in Betrieb ist, würde der Stadtteil dann ebenfalls über etwa 110 Plätze verfügen. Darüber hinaus gibt es erste Überlegungen, eine Einrichtung für unbegleitete minderjährige Flüchtlinge zu eröffnen, weil auch deren Zahl in den vergangenen Monaten deutlich gestiegen ist. Zunächst muss aber geprüft werden, ob das Gebäude in der Schillerstraße mit vertretbarem finanziellen Aufwand für diese Zwecke genutzt werden kann. Mit den Beiräten Obervieland, Gröpelingen und Vegesack sind erste Gespräche bereits geführt, formale Befassungen hat es dort aber noch nicht gegeben. Anja Stahmann: "Bremen hat die Menschen, die vor Krieg und Verfolgung geflohen sind, in den vergangenen Monaten sehr freundlich aufgenommen und mit viel Unterstützung das Ankommen in einer fremden Gesellschaft ein bisschen erleichtert. Das macht mich zuversichtlich, dass auch unsere weiteren Ausbaupläne Unterstützung finden".