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Der Senator für Wirtschaft, Arbeit und Häfen

100 Jahre Industriehafen

Senator Günthner: Der Industriehafen ist ein Pfund, mit dem der Standort Bremen wuchern kann

22.10.2010

Der Bremer Industriehafen feiert in diesem Jahr seinen 100. Geburtstag und soll mit erheblichen Investitionen aufgewertet werden. „Die Industrie- und Logistikzone hinter der Oslebshauser Schleuse behauptet sich mit ihren vielfältigen wirtschaftlichen Aktivitäten als zentraler Bestandteil der bremischen Häfen und bietet ein attraktives Entwicklungspotenzial“, sagte Wirtschafts- und Häfensenator Martin Günthner am Freitag (22. Oktober 2010) an Bord von MS „Oceana“. Während der Schiffspartie mit rund 200 geladenen Gästen löste Günthner den ersten Rammschlag für die Durchfahrtsverbreiterung am Hafen A aus. Der Senator leitete damit eine Reihe verschiedener Investitionsmaßnahmen ein, mit denen die nautischen und logistischen Rahmenbedingungen im Industriehafen in den kommenden Jahren grundlegend verbessert werden sollen.

Start des ersten Rammschlags zur Durchfahrtsverbreiterung am Hafen A (v.l.n.r): Wolfgang Meyer Geschäftsführer W. Wortmann GmbH, bauausführende Firma, Jörg Conrad Geschäftsführender Gesellschafter Lexzau, Scharbau GmbH, Michael Appelhans, Geschäftsführer Rhenus Weserport GmbH, Dr. Stefan Woltering, Geschäftsführer bremenports GmbH & Co. KG, Senator Martin Günthner, Senator für Wirtschaft und Häfen und Dr. Werner Maywald, Geschäftsführer ISH – Initiative der Unternehmen in den stadtbremischen Häfen, jpg, 166.7 KB
Start des ersten Rammschlags zur Durchfahrtsverbreiterung am Hafen A (v.l.n.r): Wolfgang Meyer Geschäftsführer W. Wortmann GmbH, bauausführende Firma, Jörg Conrad Geschäftsführender Gesellschafter Lexzau, Scharbau GmbH, Michael Appelhans, Geschäftsführer Rhenus Weserport GmbH, Dr. Stefan Woltering, Geschäftsführer bremenports GmbH & Co. KG, Senator Martin Günthner, Senator für Wirtschaft und Häfen und Dr. Werner Maywald, Geschäftsführer ISH – Initiative der Unternehmen in den stadtbremischen Häfen

Wie Günthner hervorhob, spielen die Unternehmen und Arbeitnehmer im Industriehafen eine wichtige Rolle in der bremischen Hafenlandschaft: „Dieses Hafengebiet erfüllt gleich zwei Funktionen: professioneller Umschlag von großen Massengut- und Stückgutmengen auf der einen, industrielle Produktion und Gewerbe auf der anderen Seite. Anlagen wie das Kraftwerk Hafen oder die Verschiffung von Stahlerzeugnissen aus Bremer Fertigung sind ohne die seeschiffstiefen Becken des Industriehafen nicht denkbar.“

Am 2. November 1910 traf die „Lulea“ als erstes Schiff im Industriehafen ein und brachte Erz für die Norddeutsche Hütte. Im Laufe der Jahrzehnte hat sich das Hafenareal zu einem leistungsfähigen Wirtschaftszentrum entwickelt. Hier sind etwa 50 Unternehmen zuhause, die mehr als 3000 Menschen beschäftigen.

An den Kajen der mittelständischen Umschlags- und Logistikbetriebe wurden im Jahre 2009 insgesamt 6,3 Millionen Tonnen Seegüter gelöscht oder geladen. Die von Binnenschiffen transportierte Industriehafen-Ladung erreichte im vergangenen Jahr eine Größenordnung von 2,2 Millionen Tonnen. Zu den Gütern, die hier umgeschlagen werden, gehören Stahlprodukte, Holz, Projektladung, Fahrzeug- und Anlagenteile. Kohle, Koks, Mineralöle, Baustoffe, Schrott, Steine, Fischmehl und andere Produkte runden die Palette ab.

„Der Industriehafen ist ein Pfund, mit dem der Standort Bremen wuchern kann“, sagte Günthner. „In Zukunft muss es darum gehen, das große Entwicklungspotenzial dieses Hafen- und Industriegebiets zu heben – für mehr Umschlag, mehr Wertschöpfung und mehr Beschäftigung.“ Mit dem ersten Rammschlag für die Verbreiterung der Durchfahrt am Hafen A werde ein Anfang gemacht, sagte der Senator. Hier werden bis April 2011 etwa 150 Meter Uferspundwand neu gerammt. Damit vergrößert sich die Durchfahrtsbreite an der tiefsten Stelle im Hafenbecken von 32m auf 56m. Bei dieser beschlossenen und finanzierten Maßnahme mit einem Projektvolumen von etwa 2,2 Millionen Euro wird die alte Böschung zurückgebaut und dadurch mehr Platz für durchfahrende Schiffe geschaffen. Auf der weiteren Investitionsagenda steht auch die Beseitigung einer in der Nähe gelegenen Engstelle, die am Hüttenhafen zu Einschränkungen der Schifffahrt führt sowie die Vertiefung des Industriehafens. Beide Vorhaben sind in den kommenden Haushaltsjahren noch finanziell abzusichern.
Die beabsichtigten Investitionen wurden vor einigen Jahren in einem Masterplan definiert, den die Wirtschaft im Industriehafen und die Hafengesellschaft bremenports gemeinsam erarbeitet hatten. „Die mittelständischen Betriebe des Industriehafens sind eine Bereicherung für die Häfen“, sagte bremenports Geschäftsführer Dr. Stefan Woltering. „Sie behaupten sich auch unter schwierigen Marktbedingungen, stärken den Arbeitsmarkt und haben erhebliche Bedeutung für die Loco-Quote.“

Foto: Pressereferat, Senator für Wirtschaft und Häfen