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Die Senatorin für Soziales, Jugend, Frauen, Integration und Sport | Senatskanzlei

Integrationspolitischer Ratschlag mit Bürgermeister Sieling und Senatorin Stahmann

"Integration ist ein Marathon, ein großer Teil der Strecke liegt noch vor uns"

24.05.2017

Zu einem integrationspolitischen Ratschlag am heutigen Tag der Integration (Mittwoch, 24. Mai 2017) sind Bürgermeister Carsten Sieling und Sozialsenatorin Anja Stahmann mit rund 70 Aktiven aus Politik und Verwaltung im Kaminsaal des Rathauses zusammengekommen, darunter Vertreterinnen und Vertreter des Bremer Rats für Integration, des Landesnetzwerks Migration, des Netzwerks gegen Diskriminierung und der Deputation für Soziales, Jugend und Integration. "Gleichberechtigte Teilhabe für alle ist und bleibt ausdrückliches integrationspolitisches Ziel des Senats", sagte Bürgermeister Carsten Sieling. Senatorin Stahmann strich die Bedeutung heraus, die das Integrationskonzept des Senats für die Aufnahme von Flüchtlingen hat: "Wir haben mit diesem Geld in den Stadtteilen viel bewegt, wir haben unverzichtbare Sprachkurse finanziert wie auch Angebote im Sport, wir haben für die Bildung und den Arbeitsmarkt Weichen gestellt für ein gutes Zusammenleben. In diesen Anstrengungen dürfen wir nicht nachlassen. Integration ist keine Kurzstrecke, Integration ist ein Marathon. Ein großer Teil der Strecke liegt noch vor uns."

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Disskussionsrunde mit Integrationsbeauftragten Silke Harth, Bürgermeister Carsten Sieling und Senatorin Anja Stahmann (von rechts)

In der Debatte machten mehrere Akteure deutlich, dass die Unterstützungsstrukturen für die Aufnahme von Flüchtlingen in Bremen auch überregional ausgesprochen positiv bewertet würden. Dazu gehöre unter anderem die Integration über Sprach- und Kulturvermittler, die Wohnraumvermittlung in den Übergangswohnheimen, die Koordination für die ehrenamtliche Arbeit und die zusätzliche professionelle Unterstützung der Quartiersmanager in der Flüchtlingsarbeit. Einer Verstetigung dieser vielfältigen Ansätze wurde dabei ein hoher Stellenwert beigemessen – genau wie dem Thema Integration in den Arbeitsmarkt.

"Unser Verständnis von Zuwanderung ist geprägt von einem Dialog auf Augenhöhe", sagte Bürgermeister Sieling. "Wir sind überzeugt, dass Menschen, die aus den unterschiedlichsten Gründen zu uns flüchten von dem tiefen Bedürfnis nach friedlichem Zusammenleben getragen sind." Anfang 2016 habe der Senat ein umfassendes Integrationskonzept beschlossen. "Das betrifft alle Senatsressorts. Um die Themenvielfalt nur einmal anzureißen: Sprachförderung von Anfang an und durchgehend, Ausbau von Wohnraum für alle, Hineinwachsen in die Integration in Kita und Schule, Ausbildung, Hochschule und Arbeitsmarktintegration, Sicherheit und Prävention, Ehrenamt, Finanzen und vieles mehr."

Senatorin Stahmann hob hervor, dass rund 8.000 Menschen in Bremen allein im vergangenen Jahr an einem Sprach- oder Integrationskurs teilgenommen hätten. Sie betonte: "Wir stellen sicher, dass alle Geflüchteten Sprachförderung bekommen, und nicht nur die, die auf dem Papier eine gute Bleibeperspektive haben." Eine wichtige Säule sei zudem das ehrenamtliche Engagement. "Allein im Jahr 2016 haben wir aus dem Integrationsbudget 126 kleine Projekte gefördert." Gemeinsames Kochen, Gärtnern oder kleine Feste in der Nachbarschaft seien Angebote ohne große Hürden und eine Einladung zur Begegnung. Dazu kämen ungezählte Projekte im organisierten Sport. Integrationsvermittlerinnen und –vermittler sowie Brückenbauerinnen und –bauer hätten Flüchtlinge beim Einleben in die Gesellschaft, in eigenen Wohnraum und den Umgang mit Behörden unterstützt. Und parallel hätten Koordinatorinnen und Koordinatoren den Einsatz von ehrenamtlichem Engagement professionalisiert; so wurden Spenden zunehmend geordnet gesammelt und verteilt, Unterstützungsangebote an die richtige Stelle geleitet, Patenschaften und Freundschaften geschlossen.

Damit sei aber die Integration noch lange nicht abgeschlossen, betonte Senatorin Stahmann: "Wir stellen fest, dass Menschen, die das Asylverfahren erfolgreich durchlaufen haben, danach vor der gleichen Situation stehen, wie viele Zuwanderer, die schon in der dritten oder vierten Generation in Bremen leben." Bildungschancen und –abschlüsse seien vielfach noch immer schlechter, und 50 Prozent aller Langzeitarbeitslosen hätten eine Migrationsgeschichte. Ursache sei nicht die Herkunft, sondern Faktoren wie soziale Ungleichheit und Diskriminierungen, auch auf dem Arbeitsmarkt. "Unsere Gesellschaft muss auf allen Ebenen weiter daran arbeiten, Vorurteile und Diskriminierungen zu überwinden", sagte Anja Stahmann. "Dazu leisten Sie einen wichtigen Beitrag", sagte sie an die Versammlung gerichtet.

Am Nachmittag sind im Rahmen des "Café der Begegnung" rund 200 Menschen aus Bremen und Bremerhaven in die Obere Rathaushalle eingeladen – Vertreterinnen und Vertreter aus den Stadtteilen, der Integrationsarbeit sowie Zuwanderer sowie Zuwanderinnen. So soll Austausch und Kommunikation zwischen Menschen entstehen, die einander sonst vielleicht nie begegnet wären.

Es fand regen Anklang das
Es fand regen Anklang das "Café der Begegnung" in der Oberen Rathaushalle

Fotos: Senatspressestelle