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Bundespräsident: Sail Bremerhaven ist Fest der Völkerverständigung und Aufgeschlossenheit

Sieling: Windjammer-Parade steht für das starke Bremerhaven

Prof. Karin Lochte vom Alfred-Wegener-Institut, Bremerhavens Oberbürgermeister Melf Grantz, Bundespräsident Joachim Gauck, der Präsident des Bremer Senats Carsten Sieling u.v.a. auf der Sail 2015 in Bremerhaven (v.l.)
Prof. Karin Lochte vom Alfred-Wegener-Institut, Bremerhavens Oberbürgermeister Melf Grantz, Bundespräsident Joachim Gauck, der Präsident des Bremer Senats Carsten Sieling u.v.a. auf der Sail 2015 in Bremerhaven (v.l.)

Bundespräsident Joachim Gauck hat am 12. August 2015 die Sail in Bremerhaven eröffnet. Gauck: "An den Schiffmasten flattern nicht nur die Flaggen zahlreicher europäischer Länder, es sind auch Windjammer aus Süd- und Mittelamerika und aus Australien dabei. Und mit den Schiffen sind Kadettinnen und Kadetten, Seglerinnen und Segler unterschiedlicher Herkunft, Kulturen und Religionen eingetroffen, hier auf "der Brücke zur Welt", wie Sie, liebe Veranstalter, die Sail Bremerhaven stolz beschreiben. Und es stimmt ja: Dies ist ein Treffpunkt für internationale Begegnungen, ein Fest der Völkerverständigung. Mannschaftsgeist, Weltoffenheit und Aufgeschlossenheit – diese Brise, die hier auf der Sail so kräftig weht, die gefällt mir."

Die Sail in Bremerhaven ist eine internationale Institution: 260 Schiffe aus über 20 Nationen machen während des fünftägigen Windjammerfestivals vom 12. bis zum 16. August 2015 in der Seestadt fest. Viele Schiffe laden zur Besichtigung ein, an Land gibt es über 100 Veranstaltungen - vom Höhenfeuerwerk bis zum Open-Air-Konzert. Mehr als eine Million Besucherinnen und Besucher werden von den Veranstaltern erwartet. Das Festival wird alle fünf Jahre in veranstaltet.

Bremerhaven hat die Segel neu gesetzt
In seiner Eröffnungsrede ließ das Staatsoberhaupt auch die Geschichte der Seestadt Revue passieren. Gauck: "Bremerhaven steht auch für die deutsche und europäische Auswanderungsgeschichte. Daran erinnert das "Deutsche Auswandererhaus Bremerhaven", welches die eindrucksvolle Museumslandschaft Ihrer Stadt mitprägt. In großer Zahl kehrten die Menschen damals Europa den Rücken, getrieben von wirtschaftlicher Not, oft auch von politischer und religiöser Unterdrückung. Allein hier in Bremerhaven sind während der großen Auswanderungswellen des 19. und frühen 20. Jahrhunderts mehr als sieben Millionen Menschen an Bord von Schiffen gegangen, um ihr Glück in der – wie man damals sagte – "Neuen Welt" zu suchen. "Neue Welt": Wieviel Hoffnung schwingt in diesen beiden Worten mit? Wieviel Enttäuschung über die alte Welt? All das klingt mir heute im Ohr, wenn ich die Berichte über die Flüchtlinge vor den Toren Europas höre." Gauck weiter: „Der Blick hinaus in die weite Welt hat Ihre Stadt, hat Bremerhaven, seit Beginn seiner vergleichsweise jungen Geschichte geprägt. Für zukunftsträchtige Geschäfte in Übersee brauchten die Bremer Kaufleute eine neue An- und Ablegestelle: "Bremer Haven". 1827 wurde der entscheidende Vertrag geschlossen. Und selbstverständlich brauchten die geschäftstüchtigen Kaufleute auch Schiffe: Mehr als 250 große Rahsegler, die dann in die ganze Welt hinaus fuhren, liefen hier in Bremerhaven in den ersten Jahrzehnten vom Stapel. Schon damals galt die Devise, die Wilhelm Kaisen, Bremens erster Bürgermeister nach dem Ende des Zweiten Weltkrieges, für den Wiederaufbau ausgab: "Erst die Häfen, dann die Stadt!" Was so viel hieß wie: Sind die Häfen erst instand gesetzt, dann floriert die Wirtschaft, und es geht auch für die Menschen, für die Stadt aufwärts. Bürgermeister Kaisens Leitspruch sollte für Bremerhaven eine wichtige Orientierung bleiben.

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Bundespräsident Gauck in seiner Eröffnungsrede: "See, Wind und Wellen und dazu diese Stimmung im Hafen, die imposanten Schiffe – da geht mir als Küstenmensch das Herz auf"

Als die wirtschaftlichen Grundpfeiler Schifffahrt, Schiffbau und Fischfang Ihre stolze Seestadt immer weniger zu stützen vermochten, haben Sie dem Hafen nicht den Rücken gekehrt. Nein, Sie haben den Blick abermals nach vorn gewandt. Sie haben sozusagen die Segel neu gesetzt und die reiche maritime Geschichte Bremerhavens für neue zukunftsweisende Projekte erschlossen. Ich denke dabei zum Beispiel an das Klimahaus Bremerhaven. Vor zwei Jahren, während meines Antrittsbesuchs in der Freien Hansestadt Bremen, bin ich dort gewesen."

Auch der Präsident des Senats der Freien Hansestadt Bremen, Carsten Sieling, war zur Sail angereist, unterbrach für das Event seinen Urlaub. Der Regierungschef lobte das Festival als "großartige Veranstaltung für das Land und vor allem für Bremerhaven". Sieling weiter: "Die Sail bündelt Seefahrt, Schiffbau und Tourismus und steht für das starke Bremerhaven." Bremerhavens Oberbürgermeister Melf Grantz: „Die Sail hat durch die Anwesenheit des Bundespräsidenten und seiner Lebenspartnerin einen ganz besonderen Glanz bekommen.".

Mehr Informationen zur Veranstaltung: www.sail-bremerhaven.de

Fotos: Stadt Bremerhaven