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Bremer Rathaus erstrahlt im bunten Farbenspiel - Fotografin Mareike Brugger präsentierte ihr Gesellenstück

Fotografie ist Handwerk und Kunst

30.06.2014
Handwerk-Fotografie-Kunstwerk: Das Bremer Rathaus. © Mareike Brugger | Urherberrechtlich geschützt | Keine Veröffentlichung ohne Genehmigung
Handwerk-Fotografie-Kunstwerk: Das Bremer Rathaus. © Mareike Brugger | Urherberrechtlich geschützt | Keine Veröffentlichung ohne Genehmigung

Außergewöhnliche Szenen spielten sich im Juni in Bremens nächtlicher Innenstadt ab, als die Fotografin Mareike Brugger (19) ihr Gesellenstück als Auszubildende kreierte. Sie schuf in mehreren Etappen drei Fotografien, in denen sie das Rathaus, den Schütting und das Gewerbehaus in ein neues Licht rückte. Die Fotos sind entstanden durch Mehrfachbelichtung auf großformatigem Filmmaterial, wobei das jeweilige Gebäude von außen und innen mehrfach farbig angeblitzt wurde. Allein für das Rathaus waren sechs Stunden Einsatz nötig, davon alleine dreieinhalb Stunden nur für die Belichtung. Und auch wenn es fast schon ungewöhnlich wirkt, sind die Aufnahmen nicht digital nachbearbeitet worden. Nach der Entwicklung im eigenen Labor wurden die Filme lediglich für den Ausdruck digitalisiert. Alles Andere ist pure Handwerkskunst. Am vergangenen Freitag (27. Juni 2014) wurde Brugger in der Handwerkskammer Bremen schließlich zur Fotografin freigesprochen. Mit ihrer Gesellenprüfung belegt sie unter den Bremer Ausbildungsbetrieben den ersten Platz.

Die junge Fotografin mit ihrem Gesellenstück
Die junge Fotografin mit ihrem Gesellenstück

"Ich wollte Bremen bunt sehen", antwortete Brugger auf die Frage, warum sie sich für das Konzept entschied. Da ihr Ausbildungsschwerpunkt die Architekturfotografie war, fiel die Motivwahl ziemlich schnell auf Bremens beeindruckende Bauten im Stadtkern: Der Schütting, das Gewerbehaus und das Rathaus mit dem Roland prägen seit jeher das Stadtbild und sollten nun für die Gesellenprüfung in einem Licht erstrahlen, wie man es sonst nicht sieht. "Ich habe mich in meiner Ausbildung sehr mit der Dokumentation des Wandels der Stadt beschäftigt. Für mein Abschlussprojekt wollte ich nun Orte festhalten, die eine wichtige Rolle im Leben der Stadt spielen." Brugger kam mit 16 Jahren aus Celle nach Bremen, um die Ausbildung im Fotografenhandwerk beim Landesinstitut für Schule anzutreten. Den Weg nahm sie wegen der besseren Ausbildungsmöglichkeiten gerne auf sich. "Ich hatte mich schon länger für Fotografie interessiert und Bremen bot mir die beste Möglichkeit, mein Hobby zum Beruf zu machen", so Brugger. Nach der Freisprechung will sie nun ihr Fachabitur erwerben.

Ausbildung
Das Bremer Landesinstitut für Schule (LIS) ist mit dem Zentrum für Medien ein begehrter Ausbildungsbetrieb für Fotografie. Alle drei Jahre treten junge Menschen dort die Ausbildung an. Der Ausbilder Michael Schnelle zeigte sich begeistert über den Erfolg der jungen Auszubildenden: "Fotografie ist ein Handwerk, mit dem es zunehmend schwieriger wird, am Markt erfolgreich zu sein. Dadurch, dass die Profitechnik immer erschwinglicher wird, verschwimmen die Grenzen zwischen Amateur- und Profi-Fotografie immer mehr. Der einzige Unterschied ist, dass die Profis damit ihre Brötchen verdienen müssen. Umso schöner ist es zu sehen, wie eine Fotografin das erlernte Handwerk in ein solches Kunstwerk umsetzt. Mareike Brugger hat den Erfolg zweifellos verdient!"

Weitere Informationen zum LIS und zur Ausbildung im Internet: www.lis.bremen.de und www.ausbildung.bremen.de

Handwerk-Fotografie-Kunstwerk: Das Bremer Rathaus © Mareike Brugger | Urherberrechtlich geschützt | Keine Veröffentlichung ohne Genehmigung von mareike.brugger@gmx.de

Foto: Pressestelle des Senats