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Die Senatorin für Bau, Mobilität und Stadtentwicklung

Forschung, Innovation, Engagement – Senatorin Schaefer auf Klimaschutz-Sommertour in Bremerhaven

19.08.2022

Innovative Projekte, engagierte Menschen: Während ihrer Sommertour kommt Klimaschutzsenatorin Maike Schaefer in Bremen und Bremerhaven mit Akteurinnen und Akteuren ins Gespräch, die mit ihrem Einsatz Klimaschutz in den beiden Städten des Landes voranbringen. Nach dem Auftakt in Bremen besuchte Schaefer gemeinsam mit der gemeinnützigen Klimaschutzagentur energiekonsens heute (19. August 20222) drei Stationen in der Seestadt. Dabei tauschte sie sich zu den Herausforderungen der energetischen Sanierung im Denkmalschutz und Baubestand in Bremerhaven aus und lernte vom Lärmblitzer – einer neuen Technik zur Identifikation von modifizierten Autos, die über der Dezibelgrenze liegen.

Klimaschutzsenatorin Maike Schaefer im Bremerhavener Fischereihafen. Foto: AWI
Klimaschutzsenatorin Maike Schaefer im Bremerhavener Fischereihafen. Foto: AWI

Historische Gebäude haben in vielen Fällen einen hohen kulturellen und ästhetischen Wert, aber oftmals auch eine schlechte Energiebilanz. In Zeiten des Klimawandels stellt sich daher immer häufiger die Frage, wie sich Klimaschutz und Denkmalschutz vereinen lassen.

Wie lassen sich Denkmalschutz und energetische Sanierung miteinander vereinbaren? Vertreterinnen und Vertreter der Fischereihafen-Betriebsgesellschaft mbH (FBG) berichten Senatorin Schaefer von den Erfahrungen am alten Nordsee-Gebäude. Foto: AWI
Wie lassen sich Denkmalschutz und energetische Sanierung miteinander vereinbaren? Vertreterinnen und Vertreter der Fischereihafen-Betriebsgesellschaft mbH (FBG) berichten Senatorin Schaefer von den Erfahrungen am alten Nordsee-Gebäude. Foto: AWI

Mit dieser Frage sah sich auch die Fischereihafen-Betriebsgesellschaft mbH (FBG) konfrontiert, als das ehemalige Nordsee-Gebäude in der Klußmannstraße mitten im Sanierungsprozess unter Denkmalschutz gestellt wurde. "Auf der einen Seite wollten wir das Gebäude von einem äußerst schlechten auf einen sehr hohen energetischen Standard bringen, auf der anderen Seite durften wir nicht in die Fassade oder andere markante Gebäudemerkmale eingreifen", schildert Sven Hoffmann, Projektleiter Bau der FBG, während des Besuchs der Senatorin. "Das war eine Herausforderung."

Trotz schwieriger bauphysikalischer Voraussetzung liegt der Energiestandard des Gebäudes mittlerweile dank umfassender Innendämmung auf einem hohen Niveau. Drei Luft-Wasser-Wärmepumpen beheizen das Gebäude mithilfe von Umweltwärme klimafreundlich, eine Solaranlage sorgt für grünen Strom. Zuschüsse erhielt die FBG durch den Europäischen Fonds für Regionale Entwicklung. Über den klimafreundlichen Standard freuen sich auch die neuen Mieter: Zum Oktober ziehen die Klimaforscherinnen und -forscher des Alfred-Wegener-Instituts in die Räumlichkeiten der ehemaligen Nordsee-Verwaltung.

Altbau-Modernisierung bei der Bürger 202
Ein weiterer Halt auf der Tour der Senatorin beschäftigt sich ebenfalls damit, Klimaschutz sowie Energieeffizienz im Gebäudebestand zu ermöglichen und befindet sich im Szenequartier der Seestadt: in der Alten Bürger.

Schon vor 20 Jahren wurde die Nummer 202 als bundesweit erstes 24-Familien-Haus aus der Jugendstilzeit nach den Kriterien des Gütesiegels "Das Plus für Arbeit und Umwelt" saniert. Die Klimaschutzagentur energiekonsens finanzierte damals die vorausgegangene Machbarkeitsstudie mit dem Ziel, einen hohen energetischen Baustandard, ökologische Baustoffe und soziale Arbeitsstandards bei der Altbausanierung miteinander zu vereinbaren. Heute beschäftigen sich Quartiersmeister Jens Rillke und Till Scherzinger vom Klimastadtbüro Bremerhaven damit, wie aus der Szenestraße eine Klimameile werden kann. "Gemeinsam mit Eigentümern und Mietern von Altbauten wollen wir zeigen, dass auch in Altbauquartieren ein klimaneutrales Wohnen möglich ist", erläutert Till Scherzinger. Welche Maßnahmen dafür in Frage kommen, wurde im Zuge eines energetischen Quartierkonzeptes von einem Ingenieurbüro in engem Kontakt zu den Anwohnerinnen und Anwohnern ausgearbeitet. Auch die Bürger 202 will sich weiter klimafreundlich aufstellen: "Wir loten derzeit die Möglichkeiten einer PV-Anlage aus", erläuterte Hausverwalter Alexander Schramm der Senatorin.

Verringerung von Lärm- und CO2-Emissionen

Um eine andere Art der Emissionen ging es beim dritten Stopp von Schaefers Sommertour: Die ted GmbH aus Bremerhaven hat einen Lärmblitzer entwickelt, der zu laute Fahrzeuge fotografiert, deren Halterinnen und Halter dann über das Kennzeichen ausfindig gemacht werden können. Hintergrund ist die hohe Lärmbelästigung im Straßenverkehr, der bislang vor allem durch aufwendige Kontrollen der Polizei oder Sperrungen ganzer Straßen begegnet wurde. Das Projekt wird im Zuge des Programms zur Förderung anwendungsnaher Umwelttechniken (PFAU) von der Senatorin für Klimaschutz, Umwelt, Mobilität, Stadtentwicklung und Wohnungsbau sowie vom Europäischen Fonds für regionale Entwicklung (EFRE) gefördert.

"Vor allem für Anwohnerinnen und Anwohner ist die zusätzliche Lärmbelästigung durch exorbitant laute Fahrzeuge nicht nur störend, sondern kann auch gesundheitliche Folgen haben", so Dr. Frank Dittmar, Forschungsleiter der ted GmbH. "Die Entwicklung des Messsystems gegen überhöhten Kraftfahrzeuglärm durch manipulierte Auspuffanlagen und Motoren dient der Abwendung dieser Gesundheitsgefahren."

Austausch für den Klimaschutz
Für die Sommertour der Senatorin hat energiekonsens Stationen ausgewählt, die das Querschnittsthema Klimaschutz in Bremen und Bremerhaven mit seinen vielen Facetten abbilden. "Wir begegnen in unserer Arbeit täglich Menschen, die großen Einsatz im Kampf gegen den Klimawandel zeigen", so Martin Grocholl, Geschäftsführer von energiekonsens. "Durch die Sommertour schaffen wir die Gelegenheit für einen Austausch von Zivilgesellschaft, Wirtschaft und Politik, von dem alle profitieren – vor allem der Klimaschutz."

"Bremerhaven ist heute wieder einmal deutlich geworden, welches Potenzial die Stadt hat. Spitzenforschung, technische Innovationen und bürgerliches Engagement gehören zur Seestadt wie der Hafen und die Weser", sagte Senatorin Schaefer. "Die Begegnungen während der Sommertour haben erneut gezeigt, wie wichtig es ist, miteinander ins Gespräch zu kommen."

Achtung Redaktionen:
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Schaefer - Foto: AWI (jpg, 454.2 KB)
Gruppenbild - Foto AWI (jpg, 628.8 KB)
Bürger 202 - Foto: energiekonsens (jpg, 543 KB)

Ansprechpartner für die Medien:
Jens Tittmann, Pressesprecher bei der Senatorin für Klimaschutz, Umwelt, Mobilität, Stadtentwicklung und Wohnungsbau, Tel.: (0421) 361-6012, E-Mail: jens.tittmann@umwelt.bremen.de