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Die Senatorin für Arbeit, Soziales, Jugend und Integration | Senatskanzlei

Senatsweinlese 2026: Trauben wie aus dem Lehrbuch

Bremer Delegation hat tatkräftig bei der Lese im "Erdener Treppchen" unterstützt

24.09.2026

Trauben wie gemalt und ein Leseteam, das für gelebte Inklusion und länderübergreifende Zusammenarbeit steht: Im "Erdener Treppchen" an der Mosel sind am Samstag (19. September 2026) die Trauben für den neuen Jahrgang des Bremer Senatsweins gelesen worden. Unter der Leitung von Kirsten Kreuzer, Staatsrätin Soziales, Jugend und Integration, war eine Delegation aus der Hansestadt ins 500 Kilometer entfernte Erden gereist.

Auf eine erfolgreiche Lese: Sektempfang in Traben-Trabach mit der deutschen Weinkönigin Anna Zenz (v.l.), Staatssekretärin Kirsten Kreuzer, Jörn Asendorf und Sabine Kohler aus der Geschäftsführung des Martinshof Bremen mit Frauenbeauftragten Laura Bösch und Ratskellermeister Frederik Janus.
Auf eine erfolgreiche Lese: Sektempfang in Traben-Trabach mit der deutschen Weinkönigin Anna Zenz (v.l.), Staatssekretärin Kirsten Kreuzer, Jörn Asendorf und Sabine Kohler aus der Geschäftsführung des Martinshof Bremen mit Frauenbeauftragten Laura Bösch und Ratskellermeister Frederik Janus. Foto: M3B GmbH/ Vanessa Ranft

Gemeinsam mit Geschäftsführung und Mitarbeitenden vom Martinshof Bremen, Ratskellermeister Frederik Janus und Teammitgliedern des Bremer Ratskeller Weinhandels wurden sämtliche Trauben des Steilhangs eingebracht – bei besten Bedingungen und mit einer Qualität, die bereits in der Kelterhalle für Freude sorgte. Kreuzer, die Sozialsenatorin Claudia Schilling vertrat, lobte die schöne Tradition, ganz unterschiedliche Menschen zusammenzubringen. "Gerade in einer Zeit, in der gesellschaftlicher Zusammenhalt keine Selbstverständlichkeit mehr ist, sind solche Orte der Begegnung besonders wichtig. Inklusion bedeutet, dass alle Menschen unabhängig von ihrer Herkunft und ihren Fähigkeiten teilhaben können, und das geschieht hier im Erdener Treppchen vorbildlich."

Ratskellermeister Frederik Janus bei der Lese im Weinberg.
Ratskellermeister Frederik Janus bei der Lese im Weinberg. Foto: M3B GmbH/ Vanessa Ranft

Zum Start des Lesetages hisste sie die Bremer Speckflagge am Fuße des Weinbergs zusammen mit Michael Mätzig, Rheinland-Pfälzischer Staatssekretär im Ministerium für Landwirtschaft, Weinbau, Umwelt und Forsten, und Leo Wächter, Bürgermeister der Verbandsgemeinde Bernkastel-Kues. Ebenfalls unter den Ehrengästen waren die Moselweinprinzessin Vanessa Herges, Weinhoheiten aus Erden und den Nachbarorten, Wolfgang Faber, Ortsbürgermeister von Erden, Lydia Krämer vom Förderverein Römerkelter Erden e. V. und Walter Clüsserath, Weinbaupräsident der Mosel.

Die Geschäftsführung des Bremer Martinshofs, Sabine Kohler und Jörn Asendorf, betonten vor Ort den Wert des Projektes. "Inklusion wird hier ganz praktisch gelebt: Am Hang arbeiten jeweils zwei Menschen zusammen – jemand vom Martinshof Bremen und jemand ohne Beeinträchtigung und mit Erfahrung in der Weinlese. So kommt man miteinander in den Austausch und wächst über Regionen und Lebensbereiche hinweg zusammen", sagte Kohler.

Weinberg wird für die Zukunft vorbereitet

Anders als im Vorjahr wurden diesmal alle Trauben im "Bremer Weinberg" gelesen. "Die Natur hat uns toll entwickelte, reife Trauben geschenkt, sodass wir alles auf einmal eingeholt haben," erklärte Ratskellermeister Frederik Janus. Die Ausbeute fiel klimatisch bedingt etwas geringer aus als im Vorjahr. "Die Reben bilden bei anhaltender Trockenheit weniger Trauben. Gleichzeitig sind die einzelnen Beeren dank der trocken-heißen Witterung der letzten Wochen konzentriert und gesund." Die hohe Qualität bestätigten die ersten Messungen in der Kelterhalle: Das Refraktometer, mit dem man das Mostgewicht bestimmt, zeigte 101 Grad Oechsle an – beste Voraussetzungen für eine Auslese.

Das Bremer Team nach der erfolgreichen Lese.
Das Bremer Team nach der erfolgreichen Lese. Foto: M3B GmbH/ Vanessa Ranft

Auch für die Zukunft wird der Weinberg weiterentwickelt. Ein Teil der Fläche wurde als Spalier neu bepflanzt. "So sind wir auch in Zukunft gut aufgestellt," so Janus. Bei einigen der jungen Riesling-Reben haben die vergangenen trockenen Monate allerdings deutliche Spuren hinterlassen. Während sich der Großteil der Pflanzen gut entwickelt hat und grünes Laub trägt, sind andere trotz mehrfachen Wässerns eingegangen. Sie werden nun nachgepflanzt, um die bedeutende Kulturlandschaft in unmittelbarer Nähe zur historischen Römerkelteranlage zu bewahren. Letztere gilt als ältestes und besterhaltenes Zeugnis römischen Weinbaus an der Mosel und nördlich der Alpen. Für sie wurde eigens der Förderverein Römerkelter Erden e.V. gegründet.

Hintergrund

Seit 2012 werden mit dem Bremer Senatswein in Erden an der Mosel ganz besondere Weine für Bremen produziert und spezielle Projekte in Zusammenarbeit mit Menschen mit Behinderungen auf den Weg gebracht. Entstanden ist so unter anderem ein Skulpturenwanderweg durch die Weinberge. Der Bremer Ratskeller leistet seit mehr als 600 Jahren einen bedeutenden Beitrag zur Weinkultur in Deutschland. Im "köstlichem Fundament" des Rathauses, wie der Ratskeller gern genannt wird, werden ausschließlich deutsche Weine ausgeschenkt und gelagert. 1.600 Sorten umfasst das Sortiment, das nach Angaben des Ratskellers das größte weltweit ist. Der Bremer Martinshof steht mit individueller beruflicher Bildung und Beschäftigung für die Integration zahlreicher Menschen mit Handicap in die Gesellschaft und das Arbeitsleben.

Der Bremer Ratskeller und Martinshof sind zwei echte Bremer Institutionen, sie haben einen festen Platz in den Herzen der Bremerinnen und Bremer. Wenn beide Einrichtungen zusammenarbeiten, kommt dabei ein weiteres Spitzenprodukt heraus: Bremer Senatswein. Der wächst am "Bremer Weinberg", an den Steilhängen des "Erdener Treppchen" in Erden an der Mosel. Beschäftigte des Martinshofes arbeiten in jedem Jahr im Weinberg, helfen dem Winzer bei der Weinlese oder bei der Pflege der Rebstöcke. Aus den Trauben wird dann ein bei Weinkennern und Weinsammelnden hoch geschätzter Riesling, der in limitierter Auflage verkauft wird.

Das über 600 Jahre alte Bremer Rathaus und der Roland auf dem Bremer Marktplatz sind seit 2004 UNESCO-Welterbe. Die "Weinkultur in Deutschland" wurde im Jahr 2021 von der Kulturministerkonferenz auf Empfehlung des Expertenkomitees der Deutschen UNESCO-Kommission in das bundesweite Verzeichnis des Immateriellen Kulturerbes aufgenommen. Das Expertenkomitee würdigt damit diese Kultur als offene, lebendige und wandlungsfähige Traditionspflege, die gesellschaftlich stark verankert sei. In der Begründung wird auch hervorgehoben, dass die Weinkultur in Deutschland soziale, handwerkliche, kulturlandschaftliche und sprachliche Aspekte sowie zahlreiche Feste und Bräuche beinhaltet.

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