Die Deputation für Gesundheit, Pflege und Verbraucherschutz hat in ihrer heutigen Sitzung (16. Juni 2026) der Verteilung der ersten Mittel aus dem Krankenhaustransformationsfonds zugestimmt. Damit erhalten die Gesundheit Nord und das Klinikum Bremerhaven-Reinkenheide in den kommenden Jahren mehr als 150 Millionen Euro, wovon das Land Bremen rund 46 Millionen Euro beisteuert – vorbehaltlich der Bewilligung durch das Bundesamt für Soziale Sicherheit. Die Gesundheit Nord wird davon einen großen Teil der Kosten, die durch die Verlagerung des Klinikums Links der Weser ans Klinikum Bremen Mitte entstehen, finanzieren.
Dazu Gesundheitssenatorin Claudia Bernhard: "Wir beginnen in Bremen und Bremerhaven jetzt, die Krankenhausreform umzusetzen. Die Gesundheit Nord und das Klinikum Bremerhaven-Reinkenheide gehen dabei vorweg und realisieren die ersten Veränderungen. Ziel der Krankenhausreform ist die Verbesserung der Behandlungsqualität, das sehe ich bei beiden Projekten absolut gegeben. Wir wollen und werden alle Bremer Krankenhäuser bei den anstehenden Veränderungen in den kommenden Jahren mit vielen Millionen Euro unterstützen, die Gesundheit Nord und das Klinikum Bremerhaven-Reinkenheide sind erst der Anfang."
Neben der Verteilung der ersten Finanzmittel aus dem Transformationsfonds wurde heute auch dem Entwurfs- und Genehmigungsplanung-Bau (EW-Bau) für die Bauarbeiten am Klinikum Bremen-Mitte zugestimmt. Die nun vorgelegten Gesamtkosten belaufen sich auf 172,9 Millionen Euro. Neben den für die Verlagerung zwingend notwendigen Gebäuden, in denen künftig unter anderem kardiologische Stationen, OP-Bereiche, die Palliativstationen oder die Kardiologisch Angiologische Praxis (KAP) verortet sein werden, werden damit auch neue Räumlichkeiten für die Zentrale Notaufnahme oder das Zentrallabor geschaffen.
Dazu Gesundheitssenatorin Claudia Bernhard: "Die Gesundheit Nord hat zum jetzigen Zeitpunkt eine sehr gute Planung vorgelegt. Es ist wichtig, dass sich der Plan für die Verlagerung jetzt weiter verfestigt und die Bauarbeiten beginnen. Die Verlagerung des Klinikums Links der Weser an das Klinikum Bremen-Mitte ist ein zentraler Baustein der Krankenhausreform in Bremen. Das Klinikum Bremen-Mitte wird dadurch seine Rolle als das zentrale Krankenhaus in Bremen festigen und künftig ein umfassendes Angebot auf höchstem Behandlungsniveau zur Verfügung stellen."
Rund 120 Millionen Euro der entstehenden Kosten werden aus dem Krankenhaustransformationsfonds getragen, rund 15 Millionen Euro stammen aus regulären Krankenhausinvestitionsmitteln, zehn Millionen Euro sind Kapitalmittel der Gesundheit Nord. Darüber hinaus stellt die Kommune Bremen 28,1 Millionen Euro als Investitionszuschuss zur Verfügung.
Über die Verteilung der Transformationsfondsmittel und die Entwurfs- und Genehmigungsplanung-Bau (EW-Bau) hinaus hat die Deputation für Gesundheit, Pflege und Verbraucherschutz heute auch das reguläre Krankenhausinvestitionsprogramm des Landes Bremen für 2026 beschlossen.
Insgesamt stellt das Gesundheitsressort den Krankenhäusern im Land Bremen im Jahr 2026 53,3 Millionen Euro zur Verfügung. Das ist eine leichte Steigerung von einer Million Euro im Vergleich zum Vorjahr. Darin enthalten sind auch die Förderungen von Ausbildungsplätzen. Im Jahr 2026 stellen die Kliniken im Land Bremen insgesamt 1.387 förderfähige Ausbildungsplätze zur Verfügung (2025: 1.337).
Mit dem Krankenhausversorgungsverbesserungsgesetz (KHVVG) und dem Krankenhausreformanpassungsgesetz (KHAG) hat der Bund die Grundlage sowohl für die Krankenhausreform, als auch für den Krankenhaustransformationsfonds geschaffen. Ziel des Transformationsfonds ist die finanzielle Förderung von Maßnahmen, die durch die Krankenhausreform resultieren.
Gefördert werden gemäß Paragraf 12b Krankenhausfinanzierungsgesetz (KHG) insbesondere Vorhaben zur:
Die Laufzeit des Transformationsfonds beträgt zehn Jahre (2026 bis 2035). Die Finanzierung erfolgt gemeinsam von Bund und Ländern. Von 2026 bis 2029 steuert der Bund dabei 70 Prozent der Mittel bei, von 2030 bis 2035 50 Prozent. Bundesweit stehen insgesamt 50 Milliarden Euro über die gesamte Laufzeit zur Verfügung. Bei vollständiger Ko-Finanzierung durch Landesmittel bedeutet das für die Krankenhäuser im Land Bremen eine mögliche Gesamtsumme von rund 450 Millionen Euro.
Das Antragsverfahren zum Transformationsfonds findet dabei in zwei Stufen statt. Auf der ersten Stufe reichen die Krankenhausträger zunächst Förderanträge bei den Landesbehörden ein. Die Länder treffen im Anschluss die Entscheidung darüber, für welche Vorhaben Fördermittel aus dem Transformationsfonds beantragt werden sollen und stellen auf der zweiten Stufe einen Antrag beim Bundesamt für Soziale Sicherung (BAS).
Das BAS erlässt bei Vorliegen der Fördervoraussetzungen gegenüber den Ländern einen Auszahlungsbescheid. Im Anschluss bewilligen die Länder in Übereinstimmung mit ihrem Haushaltsrecht gegenüber den Krankenhausträgern die Förderung.
Ansprechpartnerin für die Medien:
Kristin Viezens, Pressesprecherin der Senatorin für Gesundheit, Frauen und Verbraucherschutz, Tel.: (0421) 361-2082, E-Mail: kristin.viezens@gesundheit.bremen.de