Das Gesundheitsamt Bremen wurde über einen Befund von offener und damit ansteckender Tuberkulose informiert. Der Fall wurde im Rahmen einer Auslandsreise bekannt, die betroffene Person befindet sich derzeit weiterhin im Ausland. Aufgrund der Tätigkeit der betroffenen Person in einer Kita in Bremen, die mit längerem persönlichen Kontakt zu den Kindern einhergeht, werden seit heute (24. April 2026) rund 100 Kinder im Alter von 3 bis 6 Jahren durch das Gesundheitsamt Bremen vorsorglich untersucht. Alle betroffenen Personen wurden bereits durch das Gesundheitsamt Bremen informiert. Eine Gefahr für die Bevölkerung resultiert aus der aktuellen Situation nicht.
Nach Bekanntwerden des Falls wurden im Gesundheitsamt Bremen die personellen und organisatorischen Ressourcen gebündelt, um eine gezielte und zügige Bearbeitung des Falls sicherzustellen. Die Kontaktpersonennachverfolgung wurde umgehend aufgenommen und die Eltern aller Kinder im Rahmen eines Elternabends informiert. Derzeit stehen die Mitarbeitenden des Gesundheitsamtes Bremen im Austausch mit der Kita-Leitung, den Verantwortlichen bei Kita Bremen, Kinderärztinnen und Kinderärzten und dem Robert Koch-Institut. Die weiteren Behandlungs- und Untersuchungsschritte richten sich nach den Leitlinien des Robert Koch-Instituts zur Tuberkulose im Kindesalter und erfolgen in Abstimmung mit dem Nationalen Referenzzentrum für Mykobakterien (NRZ) Borstel.
In dieser Woche wurde außerdem ein Kind aus dem engen Kontaktkreis im Eltern-Kind-Zentrum Prof. Hess vorgestellt. Am gestrigen Donnerstag (23. April 2026) ergab ein Test eine Infektion mit Tuberkulose. Das Kind wird derzeit prophylaktisch mit Antibiotika behandelt. Mit weiteren bereits veranlassten Untersuchungen wird geprüft, ob es sich ebenfalls um eine offene und damit ansteckende Tuberkulose handelt. Nur bei Bestätigung einer offenen und damit ansteckenden Tuberkulose wäre eine weitere Umgebungsuntersuchung im Umfeld des Kindes notwendig.
Ab heute werden zunächst rund 100 Kinder, im Anschluss dann auch alle betroffenen Erwachsenen, durch das Gesundheitsamt Bremen untersucht und getestet. Über 5-Jährige werden zunächst nur auf eine Infektion mit dem Bakterium getestet. Unter 5-Jährige werden entsprechend der Empfehlungen des Robert Koch Instituts zusätzlich prophylaktisch für mehrere Wochen mit Antibiotika behandelt. In der Woche vor Pfingsten wird die Testung durch das Gesundheitsamt Bremen wiederholt.
Was ist Tuberkulose?
Tuberkulose (Tbc) ist eine durch Mycobacterium tuberculosis verursachte Infektionskrankheit, die meist die Lunge betrifft und gut behandelbar ist. Sie ist weltweit verbreitet, in Deutschland jedoch selten.
Wie wird Tuberkulose übertragen?
Die Übertragung erfolgt über die Luft bei engem Kontakt mit einer ansteckenden Person.
Ein relevantes Risiko besteht vor allem bei längerem, wiederholtem Aufenthalt in geschlossenen Räumen. Kurze Alltagskontakte führen in der Regel nicht zu einer Ansteckung.
Welche Symptome zeigen Erkrankte?
Typische Anzeichen sind länger anhaltender Husten, Fieber, Nachtschweiß, Gewichtsverlust und Müdigkeit. Bei Kindern verläuft eine Infektion häufig mild oder ohne erkennbare Symptome.
Wann bricht die Krankheit aus und wie lange ist man ansteckend?
Eine Infektion mit dem Bakterium kann meistens 6 bis 8 Wochen nach der Übertragung nachgewiesen werden. Eine Infektion hat nicht immer eine Erkrankung zur Folge, sondern zeigt nur, dass das Immunsystem sich mit dem Erreger auseinandersetzt. Nur etwa 5 bis 10 Prozent der Jugendlichen und Erwachsenen und etwa 20 bis 40 Prozent der Kleinkinder und Menschen mit ausgeprägter Abwehrschwäche erkranken und sind damit ansteckend.
Ansteckend sind Personen mit einer offenen Lungentuberkulose, bei denen die Erreger im Auswurf nachweisbar sind. Durch die Einnahme wirksamer Medikamente sind Erkrankte schon während der laufenden Behandlung meist nach 2 bis 3 Wochen nicht mehr ansteckend.
Für wen ist das Bakterium gefährlich und wie wird das Bakterium behandelt?
Besonders gefährdet sind kleine Kinder und Menschen mit geschwächtem Immunsystem. Nach engem Kontakt werden jüngere Kinder (unter 5 Jahre) vorsorglich behandelt, während ältere Kinder (über 5 Jahre) und Erwachsene zunächst getestet und nur bei Bedarf behandelt werden. Eine nachgewiesene Tuberkulose wird mit einer mehrmonatigen, gut wirksamen Antibiotikatherapie behandelt.
Weitere Informationen:
Weitere, auch mehrsprachige, Informationen über Tuberkulose gibt es auf der Seite des Bundesinstituts für öffentliche Gesundheit: shop.bioeg.de/erregersteckbrief-tuberkulose/.
Ansprechpartnerin für die Medien:
Kristin Viezens, Pressesprecherin der Senatorin für Gesundheit, Frauen und Verbraucherschutz, Tel.: (0421) 361-2082, E-Mail: kristin.viezens@gesundheit.bremen.de