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Die Senatorin für Wirtschaft, Häfen und Transformation | Die Senatorin für Arbeit, Soziales, Jugend und Integration

Qualifizierung und Mitbestimmung in der Hafenarbeit

Projekt Change4Port begleitet die Beschäftigten bei Transformation

22.04.2026

Im Containerumschlag verändert Automatisierung die Arbeit grundlegend. Prozesse werden digitaler, Anforderungen steigen, neue Aufgaben entstehen, andere verändern sich. Für Häfen wie Bremerhaven ist dieser Wandel wichtig, um langfristig wettbewerbsfähig zu bleiben – und er betrifft die Beschäftigten direkt. Das Projekt Change4Port begleitet die Beschäftigten bei diesen Veränderungen.

Das Land Bremen bringt in Kooperation von Wirtschafts- und Arbeitsressort Unternehmen, Gewerkschaften und weitere Partner zusammen, um die Folgen der Automatisierung gemeinsam zu gestalten. Ziel ist es, Beschäftigte frühzeitig einzubeziehen, Folgen gemeinsam zu bewerten und gezielt für neue Aufgaben zu qualifizieren.

Vorbild des Projektes sind die Stahlwerke, die zusammen mit der IG Metall ebenfalls frühzeitig auf Transformationsprozesse reagiert und diese systematisch begleitet haben. Ihre Methodik, insbesondere die frühe Einbindung der Beschäftigten und die strukturierte Ermittlung von Qualifikationsbedarfen, dient als Orientierung für Change4Port. Ziel ist es, diese Ansätze auf den Hafen zu übertragen und weiterzuentwickeln, um den Wandel sozialpartnerschaftlich und praxisnah zu gestalten und einen gezielten Know-how-Transfer zwischen den Branchen zu ermöglichen.

Kristina Vogt, Senatorin für Wirtschaft, Häfen und Transformation: "Automatisierung und gute Arbeit gehören zusammen. Mit Change4Port helfen wir den Beschäftigten dabei, mit den neuen Anforderungen im Hafen umzugehen und ihre Qualifikationen für die Zukunft zu sichern. Wichtig ist, dass die Transformation nicht an den Beschäftigten vorbeiläuft, sondern gemeinsam mit ihnen gestaltet wird."

Die Senatorin für Arbeit, Soziales, Jugend und Integration, Dr. Claudia Schilling: "In allen hafenbezogenen Branchen passiert derzeit dasselbe: Berufe, wie wir sie kennen, verändern sich und auch ganz neue entstehen. Die Automatisierung im Hafen verändert Arbeit tiefgreifend, und unsere Aufgabe ist es, diesen Wandel aktiv und sozial gerecht zu gestalten. Entscheidend ist dabei, dass die Menschen den Umgang mit neuen Technologien lernen. Schlüssel dafür sind lebenslanges Lernen und Weiterbildung. Mit Change4Port sorgen wir dafür, dass die Beschäftigten nicht nur mit den Veränderungen Schritt halten können, sondern echte Perspektiven erhalten. Qualifizierung, Mitbestimmung und gute Arbeit müssen dabei Hand in Hand gehen."

Ein Schwerpunkt liegt auf den Belegschaften im operativen Containerumschlag. Sie sollen konkrete Perspektiven im Wandel erhalten, etwa durch passgenaue Weiterbildungsangebote, die auf einer systematischen Analyse der künftigen Kompetenzanforderungen basieren. So können Beschäftigte ihre Jobs halten, neue Aufgaben übernehmen oder sich für andere Tätigkeiten im Hafen qualifizieren.

Ein wichtiges Element sind sogenannte Change Agents. Beschäftigte, die Veränderungsprozesse im Betrieb begleiten, als Ansprechpartner dienen und den Austausch zwischen Belegschaft und Projekt sicherstellen. Sie tragen dazu bei, dass neue Technologien nicht als Bedrohung, sondern als Chance für die Arbeit im Hafen wahrgenommen werden.

Change4Port ist Teil des ESF Bundesprogramms Wandel der Arbeit sozialpartnerschaftlich gestalten und wird vom Bundesministerium für Arbeit und Soziales sowie dem Europäischen Sozialfonds Plus gefördert. Das Gesamtvolumen liegt bei rund 1,8 Millionen Euro, davon etwa 180.000 Euro aus Bremen.

Mit dem Projekt positioniert sich Bremerhaven als Beispiel dafür, wie sich wirtschaftliche Modernisierung und sichere, zukunftsfähige Beschäftigung im Hafen verbinden lassen.

Ansprechpartner für die Medien:
Christoph Sonnenberg, Pressesprecher bei der Senatorin für Wirtschaft, Häfen und Transformation, Tel.: (0421) 361-82909, E-Mail: christoph.sonnenberg@wht.bremen.de