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Die Senatorin für Bau, Mobilität und Stadtentwicklung

Wissen wie es gehen kann – klimagerechte Stadt- und Quartiersentwicklung in Bremen

04.11.2022

Vorrausschauende Stadtentwicklung erfordert mehr denn je eine soziale und klimaverträgliche Stadt- und Wohnungsbaupolitik. Wohnungspolitik in Bremen wird als Teil einer integrierten Stadtentwicklung betrachtet, wobei die Quartiersentwicklung einen wesentlichen Beitrag dazu leisten soll, die Klimaschutzziele der Freien Hansestadt Bremen zu erreichen. Deshalb sind neue Herangehensweisen und Handlungsansätze erforderlich. Aus den Erfahrungen der Quartiersentwicklungen der letzten Jahre zu lernen, genauer hinzuschauen, was Good-Practice-Beispiele sind und welche Projekte – vor allem aus heutiger Sicht – auch noch Luft nach oben hätten, ist der Ansatz und Anspruch der vorliegenden Studie. Diese wurde in der gestrigen (3. November 2022) Deputation für Mobilität, Bau und Stadtentwicklung vorgestellt.

Vom Bremer Büro p+t Planung wurden in Bremen projektierte Quartiere aber auch weitere Quartiere in Deutschland im Sinne von guten Beispielen untersucht und auf ihre Qualitäten hinsichtlich abzuleitender Handlungsempfehlungen für Quartiere der Zukunft eingeordnet.
Für diese Untersuchung wurden insgesamt fünf verschieden Expertisen im Bereich nachhaltigen Bauens und speziell Bauen mit Holz, Mobilität, Energiekonzepte und soziales Miteinander im Quartier eingebracht. Bei einigen aktuellen Quartiersentwicklungen kann dabei auf ausdrücklich dem Klimaschutz verpflichtete Ansätze zurückgegriffen werden. Mit dem Ellener Hof, den Klimaschutzsiedlungen Tauwerkquartier, Gartenstadt Werdersee sowie weiteren Projekten auch in kleinerem Maßstab gibt es zahlreiche Ansätze in Bremen. Bundesweit sind der Neckarbogen in Heilbronn, der Prinz-Eugen-Park in München oder das Schumacher-Quartier in Berlin stellvertretend für Viele zu nennen.

Die Zusammenfassung der Ergebnisse erfolgte in den Themenfeldern:

  • CO2 Reduzierung
  • Flächensparendes Bauen
  • Bezahlbares Bauen und Wohnen
  • Erfolgreiche Kommunikation und Planungsprozesse
  • Planungsinstrumente und gesetzliche Regelungen

Das Ziel sind klimaverträgliche aber zugleich lebenswerte, vielfältig strukturierte und städtebaulich nachhaltige Quartiere für die Zukunft. Um dies zu erreichen sind folgende Handlungsempfehlungen abgeleitet worden:

  1. Funktionsmischung für kurze, CO2-neutrale Wege im Alltag
  2. Lebenszyklusbetrachtung mit Recycling als Voraussetzung für neue Quartiere
  3. Suffiziente Wohnformen
  4. Dichte, funktionsgemischte Bauweisen, multicodierte Flächen
  5. Quartiersgaragen und gewerbliche Nutzungen als Flächenpotential
  6. Möglichkeiten für serielles Bauen weiter prüfen und ausbauen
  7. Kosten für Stellplätze minimieren (keine Tiefgaragen), oberirdische Quartiersgaragen (Mobilitätsmix mit ÖPNV, Fuß- und Radverkehr, Logistik)
  8. Günstige und klimaschützende Modelle der Energiebereitstellung und Versorgung
  9. Gemeinwohlorientierte Wohnungsmarktakteure und neue Wohnkonzepte fördern
  10. Wohnraumförderung und nachhaltiges Bauen verknüpfen
  11. Qualitäten und Zielformulierungen absichern
  12. Konzepte für Quartiersentwicklungen
  13. Kooperative Baulandmodelle für strategisches Flächenmanagement

Die Handlungsempfehlungen wurden gemeinsam mit den Expertinnen und Experten aus den fünf Einzelgutachten in einem Workshop erarbeitet und parallel mit einem Begleitgremium besetzt mit bremischen Akteurinnen und Akteuren diskutiert.

Dazu Maike Schaefer, Senatorin für Klimaschutz, Umwelt, Mobilität, Stadtentwicklung und Wohnungsbau: "Auf Basis dieser Grundlage ist mein Ressort mit einem aktuellen Überblick zu den bremischen und bundesweiten Projekten ausgestattet, um die Quartiersentwicklung der Zukunft aktiv zu gestalten. Mit zahlreichen Klimaschutzsiedlungen können wir bundesweit als Vorbild dienen und so aktiv zum bundesweiten Klimaschutz beitragen. Mir war es wichtig, dass wir uns diese Fallstudien intensiv und genau angeschaut haben, um daraus für die Zukunft weitere Schlüsse zu ziehen. Die Erkenntnisse aus der Studie sind auch in den sogenannten "Bremer Standard" für die Entwicklung von klimaverträglichen, neuen Quartieren in der Stadtgemeinde Bremen eingeflossen. Wir haben den "Bremer Standard" entwickelt, um die Erwartungen zu Klimaschutz und Klimafolgenanpassung an Investierende transparent darzustellen und so Verlässlichkeit für zukünftige Projektplanungen zu schaffen. Eine Senatsbefassung mit dem "Bremer Standard" steht noch aus."

Ansprechpartner für die Medien:
Jens Tittmann, Pressesprecher bei der Senatorin für Klimaschutz, Umwelt, Mobilität, Stadtentwicklung und Wohnungsbau, Tel.: (0421) 361-6012, E-Mail: jens.tittmann@umwelt.bremen.de