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Die Senatorin für Arbeit, Soziales, Jugend und Integration

Wie ältere Menschen aktiv bleiben

Landesseniorenkonferenz diskutiert über Engagement und Mitsprache

05.03.2026

Über die Anliegen von älteren Menschen sowie ihre Möglichkeiten der Mitwirkung in den Stadtgesellschaften von Bremen und Bremerhaven hat heute (5. März 2026) im Konsul-Hackfeldt-Haus die 2. Landesseniorenkonferenz diskutiert. Rund 50 Teilnehmerinnen und Teilnehmer, darunter Delegierte der kommunalen Seniorenvertretung beziehungsweise des Seniorenbeirates Bremerhaven, Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sowie Engagierte der Träger der Altenhilfe sowie sozial- beziehungsweise pflegepolitische Sprecher der Fraktionen, nutzten die Gelegenheit auch zum Austausch mit der Senatorin für Arbeit, Soziales, Jugend und Integration, Dr. Claudia Schilling, dem Sozialstadtrat beim Bremerhavener Magistrat, Martin Günthner, und dem Vorstand der Landesseniorenvertretung.

Sozialsenatorin Dr. Claudia Schilling: "Das Konferenzmotto 'Einbringen – gestalten – aktiv bleiben' bringt es sehr gut auf den Punkt. Älterwerden kann und soll mit Beteiligung, Engagement und Mitsprache verbunden sein. Denn es ist eine Win-Win-Situation: Wer aktiv bleibt und zum Beispiel ein Ehrenamt übernimmt, bleibt häufig geistig und körperlich länger aktiv. Gleichzeitig ist dieses Engagement oft von unschätzbarem Wert für andere Menschen."

Das Land schaffe mit einem dichten Netz an Angeboten und Treffpunkten die Rahmenbedingungen für Begegnungen, Kontakt und Austausch. Senatorin Schilling: "In Bremen bauen wir Angebote kontinuierlich weiter aus und erproben mit Projekten wie Hausbesuchen und persönlichen Geburtstagsbriefen auch neue Ansätze. Damit wollen wir Einsamkeit frühzeitig entgegenwirken."

Digitale Teilhabe und soziale Politik

Auch Bremerhavens Sozialstadtrat Martin Günthner betonte die Bedeutung von Netzwerken für gelingende Teilhabe: "Die Landesseniorenkonferenz ist für uns ein wichtiger Impulsgeber. Eine seniorengerechte Stadt entsteht nicht von selbst. In Bremerhaven setzen wir neben dem umfangreichen Seniorenkonzept unter anderem auf konkrete Begegnungsorte in den Stadtteilen, auf digitale Teilhabe durch unser ausgezeichnetes Netzwerk Digitalambulanzen und auf eine soziale Politik, die älteren Menschen echte Mitgestaltung ermöglicht. Eine altersgerechte Stadt ist eine soziale Stadt, das ist unser Antrieb."

Michael Breidbach, Vorsitzender der Landesseniorenvertretung, lenkte den Fokus auf die Beteiligung von älteren Menschen. "Die Älteren sind ein wertvoller Teil der Gesellschaft", sagte er. "Sie tragen mit ihrer Lebenserfahrung, ihrem Engagement und ihrem Verantwortungsbewusstsein wesentlich dazu bei, dass Zusammenhalt in unseren Stadtgesellschaften gelingt." Deshalb sei es wichtig, sie
bei Entscheidungen einzubeziehen. Einen gesetzlichen Rahmen dafür strebe man an.

Jüngere Seniorinnen und Senioren weniger einsam

Fachliche Einblicke lieferte Tim Schröder vom Forschungsinstitut gesellschaftlicher Zusammenhalt an der Universität Bremen in einem Impulsvortrag zu den Lebenslagen älterer Menschen. In diesem präsentierte der Wissenschaftler auch aktuelle Erkenntnisse zum Thema Einsamkeit. Diese hat vor allem bei jüngeren Seniorinnen und Senioren in den vergangenen Jahrzehnten mit Ausnahme eines vorübergehenden Anstiegs während der Corona-Pandemie abgenommen. Dies ließe sich vor allem auf eine steigende Lebenserwartung und einen entsprechend sinkenden Anteil Verwitweter, auf einen Anstieg sportlicher Aktivität und ehrenamtlichen Engagements sowie eine zur gesellschaftlichen Teilhabe hinreichende Rente zurückführen, sagte Schröder.

Von Einsamkeit im hohen Alter sind Schröder zufolge besonders Frauen sowie Menschen mit Migrationshintergrund, niedrigem Bildungsgrad und niedrigen Einkommen betroffen. Schröder: "Angesichts des demografischen Wandels sind sowohl individuelles Engagement als auch eine generationengerechte Politik zur Förderung von Teilhabe besonderer Bevölkerungsgruppen und zur Bekämpfung von Armut nötig."

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