Vorhang auf für das UNESCO-Welterbe Rathaus und Roland: Die Bremer Welterbetage rücken jährlich rund um das erste Juni-Wochenende das Ensemble im Herzen der Hansestadt in den Mittelpunkt. Die nächsten Bremer Welterbetage finden vom 5. bis zum 7. Juni 2026 statt. Auf die Teilnehmenden wartet ein abwechslungsreiches Programm. Höhepunkt ist der Sonntag, 7. Juni 2026, der bundesweite UNESCO-Welterbetag, mit kostenlosen Führungen von 11 bis 16 Uhr durch das Rathaus.
Bürgermeister Andreas Bovenschulte: "Das Bremer UNESCO-Welterbe mit Rathaus und Roland symbolisiert die bürgerliche Freiheit der Bremerinnen und Bremer in einer Historie von über 600 Jahren. Die jährlichen Bremer Welterbetage leisten einen wichtigen Beitrag zur Vermittlung unserer Geschichte und des UNESCO-Welterbes."
Eröffnet werden die Bremer Welterbetage traditionell am Freitag von Schulklassen und dem Bürgermeister mit dem gemeinsamen Mitsingfest "Bremen so frei - Ein Fest in 11 Liedern" in der Oberen Halle des Rathauses. Die elf Lieder fassen in einem großen Bogen die Geschichte Bremens und Bremerhavens zusammen. Im Anschluss zeigen Schülerinnen und Schüler aus den vier Bremer UNESCO-Projektschulen ihre Sicht auf das Welterbe.
Der Samstag (6.Juni 2026) startet mit einer musikalischen Kinderbuchlesung mit Sebastian Neumann und Mario Ellert über die "Wanderer vom Bremer Ratskeller", Treffpunkt und Einlass ab 9.45 Uhr am Stadtweinverkauf (Weinladen an der Rückseite des Rathauses), der Eintritt ist frei. Studierende aus dem Masterstudiengang Public History der Universität Bremen zeigen im Anschluss in einer – bereits ausgebuchten – Führung das Rathaus aus dem Blickwinkel junger Historikerinnen und Historiker. Das Europäische Hanse-Ensemble aus Lübeck kommt um 18 Uhr zu einem Konzert in die Kulturkirche St. Stephani und spielt unter der Leitung von Professor Manfred Cordes Musik aus alten Hansestädten.
Am Sonntag (7. Juni 20226) bietet die Senatskanzlei in Zusammenarbeit mit Bremen Tourismus die Möglichkeit, in kostenlosen Führungen selten gezeigte Räume des Rathauses zu entdecken. Die halbstündlichen Touren starten um 11 Uhr, letzter Einlass ist um 16 Uhr, Start ist am Rathauseingang gegenüber dem Dom. Zu jeder vollen Stunde gibt es Führungen auf Englisch. Zudem gibt es an zwei Infoständen Einblicke in die Arbeit des neuen Welterbe-Fördervereins und Informationen zum diesjährigen Tag der Deutschen Einheit in Bremen.
Der Bremer Ratskeller - Weinhandel seit 1405 - verbindet Weinkultur und Weltkultur und lädt auch in diesem Jahr zu Einblicken mit Genuss in den Kaminsaal des Rathauses und in den Ratskeller als köstlichem Fundament des Hauses – die Deutsche Weinkönigin Anna Zenz ist natürlich auch dabei.
Das komplette Programm für die Bremer Welterbetage 2026 gibt es unter www.welterbe.bremen.de
Tatkräftige Unterstützung bekommt das Veranstaltungsprogramm auch vom Verein zur Förderung des Welterbes Rathaus und Roland in Bremen e.V., der bereits am Vorabend der Bremer Welterbetage zu einem Solidaritätskonzert "Gemeinsam für Frieden & Verständigung – Friedenslieder aus Bremen, Gdańsk, Odesa und der Ukraine" in das Rathaus einlädt: Donnerstag (4. Juni 2026) um 18 Uhr in der Oberen Halle. Der Eintritt ist frei, um Anmeldung wird gebeten über E-Mail an: foerderverein@rathaus-roland.de Über unterstützende Spenden freut sich: Stiftung Solidarität Ukraine, Stichwort: "Solidarität mit ODESA" (Spendenkonto | Sparkasse Bremen, IBAN: DE71 2905 0101 0083 3841 31, BIC: SBREDE22XXX)
Das Rathaus und der Roland auf dem Marktplatz in Bremen sind gemeinsam im Juli 2004 in die Welterbeliste aufgenommen worden. Die UNESCO würdigt damit das Ensemble als "einzigartiges Zeugnis" für die Entwicklung von bürgerlicher Autonomie und Marktrechten, wie diese sich im Laufe von Jahrhunderten in Europa herausformten. Das Bremer Rathaus wurde in den Jahren 1405 bis 1409 erbaut. Es ist das einzige europäische Rathaus des Spätmittelalters, das nie zerstört wurde. Seit seiner Errichtung wurde das Rathaus kontinuierlich instandgesetzt und gewartet - eine Voraussetzung dafür, als Welterbe anerkannt zu werden.
Das UNESCO-Komitee würdigt mit seiner Entscheidung darüber hinaus auch die Authentizität des Gebäudes. Dem Bremer Rathaus wird bescheinigt, dass es vom ersten gotischen Bau - einem so genannten Saalgeschossbau - Anfang des 15. Jahrhunderts über die umfangreiche Restaurierung zwei Jahrhunderte später bis hin zum Anbau des Neuen Rathauses im Jahr 1910 seine Authentizität bewahrt hat. Die im Jahr 1404 errichtete steinerne Rolandsstatue vor dem historischen Rathaus ist eines der bekanntesten Wahrzeichen von Bremen und gilt als "Freiheitsstatue" der Stadt. Mit einer Höhe von mehr als zehn Metern ist der Ritter auf dem Marktplatz die größte freistehende Statue des deutschen Mittelalters.
Unter dem Motto "Gemeinsam für Frieden und Verständigung" laden am diesjährigen UNESCO-Welterbetag, Sonntag (7. Juni 2026) die Deutsche UNESCO-Kommission, der Verein UNESCO-Welterbestätten Deutschland e.V. und alle 55 Welterbestätten in Deutschland zu kostenlosen Sonderführungen, Ausstellungen, Konzerten und Mitmachaktionen ein. Ziel ist es, Wissen zu teilen, Menschen zu verbinden und Begeisterung für das Welterbe zu wecken. In den vergangenen zwei Jahrzehnten haben die Welterbestätten in Deutschland durch ihre aktive Beteiligung dazu beigetragen, das Verständnis für das Natur- und Kulturerbe zu vertiefen. Den UNESCO-Welterbetag haben sie dazu genutzt, den Besucherinnen und Besuchern Einblicke in den besonderen Auftrag von Welterbestätten zu geben und die einzigartigen Besonderheiten und Kostbarkeiten der jeweiligen Stätten erfahrbar zu machen.
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