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Der Senator für Inneres

Pressemitteilung mit Foto Von Schweden nach Bremen: „Nachtwanderer“ mit positiver Zwischenbilanz

10.05.2007

Bürgermeister Thomas Röwekamp ruft Freiwillige zum Mitmachen auf – Senatsempfang und internationaler Fachkräfteaustausch in der Hansestadt

Anlässlich einer internationalen Begegnung von „Nachtwanderern“ in Bremen hat Innensenator und Bürgermeister Thomas Röwekamp interessierte Bürgerinnen und Bürger zu mehr ehrenamtlichem Engagement aufgerufen. Damit das seit über zwei Jahren bestehende Präventionsprojekt in den Stadtteilen auch künftig erfolgreich bestehen kann, werden noch freiwillige Erwachsene gebraucht, erklärte Thomas Röwekamp heute (10. Mai) bei einem Senatsempfang für „Nachtwanderer“ und Straßensozialarbeiter aus Bremen, Schweden und England.


Seit zweieinhalb Jahren sind in Bremen an den Wochenenden die „Nachtwanderer“ unterwegs – eine freiwillige und ehrenamtliche Initiative von Eltern und anderen Erwachsenen, die Freitag und Samstag nachts in kleinen Gruppen an öffentlichen Plätzen, Veranstaltungsorten und in Bussen für Jugendliche präsent sind. Das Projekt unter der Schirmherrschaft von Innensenator und Bürgermeister Thomas Röwekamp wurde im Dezember 2004 zunächst in Bremen-Nord ins Leben gerufen, im Frühjahr 2006 folgte eine zweite Initiative in Huchting. Die „Nachtwanderer“ wollen mit ihrem Engagement dazu beitragen, dass Jugendliche sich nachts auf den Straßen sicherer fühlen, in Krisensituationen einen Ansprechpartner haben und mögliche Konflikte schon im Vorfeld entschärft werden. Das Ursprungsland dieser wichtigen und in Deutschland völlig neuartigen Initiative ist Schweden; dort wurde das erste „Nachtwanderer“-Projekt in den achtziger Jahren gegründet.

Anlässlich der von den Bremer „Nachtwanderern“ organisierten internationalen Fachtagung mit Nachtwanderern und Straßensozialarbeitern aus Bremen, Halmstad (Schweden) und Wirral (England) empfing Bürgermeister Thomas Röwekamp die Teilnehmer am heutigen Donnerstag im Kaminsaal des Bremer Rathauses. Neben der Begrüßung und einer Rathausführung ging es dem Innensenator vor allem darum, ihr Engagement zu würdigen und eine Zwischenbilanz zu ziehen.

Nachtwanderer in Bremen-Nord und in Huchting können positive Zwischenbilanz vorweisen

Rund 65 „Nachtwanderer“ sind in Bremen aktiv, 40 in Bremen-Nord, 25 in Huchting. In der Bevölkerung und insbesondere bei den Jugendlichen haben sie sich bereits einen Namen gemacht und werden gut angenommen; auch gelingt die Zusammenarbeit mit der Polizei, die im Bedarfsfall kontaktiert wird und darüber hinaus in einen regelmäßigen Erfahrungsaustausch mit den „Nachtwanderern“ tritt. Die Polizei wirkt zudem an der Vorbereitung der Projektteilnehmer mit; so bieten Polizeibeamte an der Hochschule für öffentliche Verwaltung ein spezielles Programm zum Thema Deeskalation an. Trotzdem sind die „Nachtwanderer“ keine „Hilfspolizisten“, sondern ein Beispiel für praktizierte Zivilcourage, betont Thomas Röwekamp.
Zusätzlich werden die „Nachtwanderer“ in Erster Hilfe geschult. Nach jeder Wanderung findet bei den „Nachtwanderern“ intern eine Nachbereitung statt, in der positive und negative Erlebnisse aufgearbeitet und besprochen werden. Das ist vor allem deshalb wichtig, da viele der zumeist älteren Wanderer erstmals mit belastenden Situationen, wie sie zum Beispiel im Zusammenhang mit drogenabhängigen Jugendlichen entstehen, konfrontiert werden.

Bürgermeister Röwekamp ruft Freiwillige zum Mitmachen auf

Bürgermeister Thomas Röwekamp sprach den ehrenamtlichen „Nachtwanderern“ seinen Dank und seine Anerkennung aus: „Sie leisten einen wesentlichen Beitrag zur Vorbeugung von Kinder- und Jugendkriminalität, indem Sie nachts für die Jugendlichen da sind, ihnen Hilfestellung und Orientierung geben. Jugendliche brauchen Vorbilder. Durch Ihre Unterstützung in Konfliktsituationen vermitteln Sie den Jugendlichen ein respektvolles Miteinander.“

Damit das Projekt weiter so erfolgreich fortgeführt werden kann, werden jedoch noch mehr aktive Teilnehmer gebraucht. Deshalb ruft der Bürgermeister und Innensenator alle interessierten Erwachsenen ab 25 Jahre auf, sich an dem Projekt zu beteiligen: „Mit Eigeninitiative und Verantwortungsbewusstsein können Bürgerinnen und Bürger in Bremen viel erreichen. Bei den „Nachtwanderern“ kann jeder dazu beitragen, dass auch nachts auf den Straßen und in den Bussen eine friedliche Atmosphäre herrscht, in der sich Jugendliche sicher fühlen können“, so Thomas Röwekamp. Die Tätigkeit ist freiwillig und ehrenamtlich und richtet sich ganz nach dem individuellen Zeitbudget.

Ansprechpartner sind:

Lasse Berger
Präventionszentrum Bremen Nord
Auf dem Hohem Ufer 118
28759 Bremen
Telefon: 0421-6927223
Email: praevi.hb@ewetel.net

Infos auch im Internet:

Adresse der Nachtwanderer:
www.nachtwanderer-bremen.de

Adresse des Schirmherrn:
www.inneres.bremen.de

[Foto: Andreas Weippert]