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Die Senatorin für Klimaschutz, Umwelt, Mobilität, Stadtentwicklung und Wohnungsbau

Verkehrsversuch in der Humboldtstraße geht in die zweite Runde

Veränderte Verkehrsführung ab dem 3. Mai 2021

30.04.2021

In der Fahrradstraße Humboldtstraße läuft seit März 2021 ein dreistufiger Verkehrsversuch, der vom Beirat Östliche Vorstadt Ende 2020 beschlossen worden ist. Die erste Phase, in der die Fahrradstraße nur für den Autoverkehr der Anlieger freigegeben war, endet nun.

Ab Montag, 3. Mai 2021, startet die zweite Phase: Die Durchfahrt wird für den Autoverkehr westlich der Horner Straße mit Pollern gesperrt. Radfahrende können die Humboldtstraße weiterhin in beide Richtungen passieren, weshalb diese Maßnahme als Modalfilter bezeichnet wird. Hinweisschilder werden auf die durchlässige Sackgasse aufmerksam machen. Damit Autofahrende die Sperre nicht durch die Seitenstraßen umfahren können, wird die Fahrtrichtung in zwei Abschnitten der Feldstraße umgedreht: Die Einbahnstraße wird dann von der Keplerstraße sowie vom Fesenfeld aus gegenläufig auf die Horner Straße zulaufen. Diese Maßnahme soll die Verlagerung von Autoverkehr in die Feldstraße verhindern.

Mit dem Modalfilter wird das Quartier in der Erreichbarkeit für den Autoverkehr zweigeteilt: Der westliche Abschnitt wird über Am Dobben und der östliche Teil bis zur Horner Straße über die Sankt-Jürgen-Straße angebunden. Eine punktuelle Veränderung gibt es in der nächsten Versuchsphase außerdem an der Ampelkreuzung Am Dobben. Dort wird die Aufstellfläche für den Radverkehr vergrößert und das Vorbeifahren am Rückstau der vor der Ampel wartenden Autos erleichtert, indem der Seitenstreifen dafür freigehalten wird.

Die Humboldtstraße ist seit 2014 eine Fahrradstraße. Die Zahl der Radfahrenden hat seitdem deutlich zugenommen und das Konzept hat sich grundsätzlich bewährt. Allerdings gibt es Konflikte zwischen dem Radverkehr und Kfz-Verkehr. Diese betreffen zum Beispiel Drängeln, zu enges Überholen und zu hohe Geschwindigkeiten, gerade an den Baumnasen. Mit einer Vorher-Befragung wurde außerdem als Problem von Fußgängerinnen und Fußgängern benannt, dass Radfahrende regelwidrig auf den Gehweg ausweichen und das Rotlicht an den Fußgänger-Ampeln ignorieren. Auch Autofahrende bemängeln eine Rücksichtslosigkeit durch Radfahrende.

Dabei ist etwa ein Fünftel der Autos reiner Durchgangsverkehr. Die Unfallforschung bestätigt mit einer Untersuchung in Fahrradstraßen die Problematik, die Kfz-Durchgangsverkehr für den Radverkehr auslöst. Mit einem Verkehrsversuch sollen nun mögliche Lösungen für die Fahrradstraße Humboldtstraße erprobt werden. Das Ziel ist eine „Fahrradstraße zum Wohlfühlen“. Mit dem Verkehrsversuch soll in der Praxis die beste Lösung gefunden werden. Das ist ein neuer Weg für die Verkehrsplanung in Bremen. Ab Juli 2021 folgt als dritte Versuchsphase eine Einbahnstraßenlösung in Fahrtrichtung Sankt-Jürgen-Straße, der Radverkehr bleibt auch dann weiterhin in beiden Richtungen frei.

Die Auswirkungen auf den Autoverkehr werden im Verkehrsversuch ebenso untersucht, wie die Wirksamkeit auf die Belange der Fahrradstraße und die Wahrnehmung aller Verkehrsteilnehmenden. Der Verkehrsversuch soll im Herbst abgeschlossen werden, um dann nach Auswertung der Ergebnisse eine Entscheidung für die zukünftige Verkehrsregelung zu treffen.

Aktuelle Informationen zum Verkehrsversuch Humboldtstraße finden sich auf der Webseite: Die Senatorin für Klimaschutz, Umwelt, Mobilität, Stadtentwicklung und Wohnungsbau - Verkehrsversuch Fahrradstraße Humboldtstraße (bremen.de)

Ansprechpartner für die Medien:
Jens Tittmann, Pressesprecher bei der Senatorin für Klimaschutz, Umwelt, Mobilität, Stadtentwicklung und Wohnungsbau, Tel.: (0421) 361-6012, E-Mail: jens.tittmann@umwelt.bremen.de