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Die Senatorin für Gesundheit, Frauen und Verbraucherschutz

Umbaumaßnahmen gestartet

Versorgungsangebot für Menschen mit psychischen Erkrankungen und komplexen Hilfebedarfen soll 2027 eröffnen

10.04.2026

Im Bremer Osten sind diese Woche die Umbauarbeiten einer rund 2.000 Quadratmeter großen Immobilie für eine sogenannte Stark strukturierte Einrichtung (SsE) gestartet. Mit diesem im Land Bremen neuen stationären Angebot soll die Versorgung von psychisch kranken Menschen mit komplexen Hilfebedarfen verbessert werden. Vorgesehen sind 24 Plätze, eine eigene Werkstatt und Sportmöglichkeiten. In der ersten Jahreshälfte 2027 sollen die ersten Bewohnerinnen und Bewohner einziehen.

Dazu sagt Claudia Bernhard, Senatorin für Gesundheit, Frauen und Verbraucherschutz: "Mit der neuen, dringend notwendigen Einrichtung ermöglichen wir eine wohnortnahe und gute Versorgung für Menschen mit psychischen Erkrankungen, die eine intensive Begleitung im Alltag benötigen. Wir setzen damit einen zentralen Baustein unserer Psychiatriereform um und schließen eine Versorgungslücke für Bremer und Bremerinnen, die bisher in geschlossenen Einrichtungen in anderen Bundesländern untergebracht werden müssen."

Die eingezäunte Einrichtung wird vor allem auf eine intensive persönliche Betreuung und Begleitung fokussieren, damit die dort untergebrachten Menschen Stabilität und emotionale Sicherheit erfahren. Ein hoher Personalschlüssel und umfassende Qualifikationen des multiprofessionellen Teams sollen diese Qualitäten sicherstellen. Dafür sind rund 35 Vollzeitstellen vorgesehen. Von 20 bis 8 Uhr ist zudem Personal eines Wach- und Sicherheitsdienstes anwesend. Von den Bewohnerinnen und Bewohnern geht keine Fremdgefährdung aus. Stattdessen müssen sie vor selbstgefährdenden Verhalten bewahrt werden.

Die Einrichtung soll keine dauerhafte Heimat der Menschen sein, sondern ein intensives Angebot zur Stabilisierung und Erarbeitung von neuen Perspektiven. Dafür werden für jede Person individuelle Angebote zur Freizeit- und Tagesgestaltung und zum Umgang mit der eigenen psychischen Erkrankung entwickelt. Das Ziel ist die Stabilisierung und Perspektiventwicklung für eine langfristige Wohn- und Lebensperspektive außerhalb Stark strukturierter oder geschlossener Einrichtungen.

Zum Hintergrund:

Eine seit Jahren steigende Anzahl von Menschen mit psychischen Erkrankungen und komplexen Hilfebedarfen muss außerhalb von Bremen in geschlossenen Einrichtungen untergebracht werden, weil es für diese Zielgruppe trotz bestehendem Rechtsanspruch in Bremen kein passendes Versorgungsangebot gibt. Mit der geplanten stark strukturierten Einrichtung im Bremer Osten wird diese Versorgungslücke geschlossen und ein passendes Versorgungsangebot mit mehr Personal, eigener Werkstatt und Sportmöglichkeiten geschaffen.

Die neue Stark strukturierte Einrichtung im Bremer Osten basiert auf einem Konzept, das im Rahmen der Umsetzung des landeseigenen Psychiatrie- und Suchthilfeplans 2024 von einer Arbeitsgruppe mit verschiedenen Leistungserbringern unter der Leitung der Senatorin für Gesundheit, Frauen und Verbraucherschutz und in Zusammenarbeit mit der Senatorin für Arbeit, Soziales, Jugend und Integration entwickelt worden ist.

Eine Betreibergesellschaft aus mehreren Bremer Leistungserbringern der Eingliederungshilfe wird die neue Einrichtung betreiben: Arbeiterwohlfahrt Bremen AWO Integra, Therapiehilfe Bremen gGmbH und die Initiative zur sozialen Rehabilitation e.V. Die jährlichen Betriebskosten von rund drei Millionen Euro werden über die Entgelte der Eingliederungshilfe finanziert, die bei der Senatorin für Arbeit, Soziales, Jugend und Integration angedockt ist. Darüber werden auch die Gesamtinvestionskosten in Höhe von rund zehn Millionen Euro abgegolten.

Ansprechpartnerin für die Medien:
Kristin Viezens, Pressesprecherin der Senatorin für Gesundheit, Frauen und Verbraucherschutz, Tel.: (0421) 361-2082, E-Mail: kristin.viezens@gesundheit.bremen.de