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Die Senatorin für Gesundheit, Frauen und Verbraucherschutz

Teilnahmeaufruf für Studie zu den Erfahrungen von gewaltbetroffenen Frauen im Bremer Hilfesystem

16.05.2022

Für die Umsetzung der Istanbul-Konvention zum Schutz von Frauen und Kindern vor Gewalt beinhaltet der Bremer Landesaktionsplan 75 Maßnahmen, die in den nächsten vier Jahren im Land Bremen umgesetzt werden. Damit diese Maßnahmen Gewalt-Betroffenen wirklich helfen, stand von Anfang an die Forderung nach einem Betroffenenbeirat im Zentrum der Erarbeitung des Landesaktionsplans. Das Wissen und die Bedarfe der Betroffenen sollen in die Maßnahmen zu Prävention, Schutz und Unterstützung sowie Ermittlung und Strafverfolgung von Gewalt an Frauen einfließen.

Mit diesem Ziel berief Frauensenatorin Claudia Bernhard im Herbst 2021 Deutschlands ersten Betroffenenbeirat Istanbul-Konvention ein, der das Land Bremen berät. Ergänzend dazu soll eine Studie die Perspektive betroffener Frauen einbinden, indem sie deren besondere Bedarfe im Bremer Hilfesystem ergründet. Das Institut für Public Health und Pflegeforschung (IPP) ist mit der Studie beauftragt, die ebenso wie der Betroffenenbeirat als Bundesmodellprojekt vom Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend gefördert wird. "Die Erkenntnisse dieser Studie sind für uns von großer Bedeutung. Neben den wichtigen Hinweisen, die wir bereits von unserem Betroffenenbeirat zu den 75 Maßnahmen des Landesaktionsplans erhalten haben, sollen Betroffene in der Studie noch einmal explizit über ihre Erfahrungen mit dem vorhandenen Bremer Hilfesystem befragt werden. Daher freue ich mich über alle, die sich für die Teilnahme bereit erklären, damit wir unsere vorhandenen Angebote bedarfsgerecht verbessern und ausbauen können", so Claudia Bernhard.

Die Ergebnisse der Studie sollen dazu beitragen das Bremer Hilfesystem zu prüfen und zu verbessern. Mit Hilfesystem sind unter anderem Gesprächsangebote und Beratungen gemeint sowie Stellen, an denen Betroffene Schutz gesucht haben. Egal, wo sie in den letzten Jahren um Hilfe gebeten haben oder im Hinblick auf ihre Gewalterfahrungen versorgt wurden – indem sie in der Studie ihre persönlichen Erfahrungen teilen, tragen Betroffene dazu bei, die Situation für andere Frauen in Zukunft zu verbessern.

Teilnehmen können von Gewalt betroffene Frauen, die in den letzten fünf Jahren in Bremen oder Bremerhaven Hilfe gesucht haben und bereit sind, ihre Erfahrungen in einem Gespräch zu schildern. Dafür ist ein Zeitrahmen von 45 bis 60 Minuten vorgesehen. Alle Angaben werden selbstverständlich anonymisiert verwendet und persönliche Daten nicht gespeichert. Die Erfahrungen der Teilnehmenden können aus allen Gewaltbereichen stammen.

Anmelden können sich Interessierte über www.bremen-sagt-nein.de
Die Mitarbeiterinnen der Studie an der Uni Bremen sind erreichbar unter hilfesystem-studie@uni-bremen.de, oder telefonisch dienstags von 16 bis 19 Uhr und donnerstags von 9 bis 12 Uhr unter der Telefonnummer (0421) 218 688 79. Sie wählen gemeinsam mit den Betroffenen den passenden Rahmen – per Videocall, Telefon oder persönlich. Das Gespräch selbst ist nach einem Leitfaden strukturiert und richtet sich nach den Erlebnissen der betroffenen Frau und nach dem, was sie berichten und anmerken möchte.

Datenschutz für Teilnehmerinnen und Teilnehmer
Aus den persönlichen Erfahrungen soll der Bedarf abgeleitet werden, was am Bremer Hilfesystem verbessert werden muss. Daher werden die Geschichten der Teilnehmerinnen und Teilnehmer sowie die persönlichen Daten anonymisiert.

Ansprechpartner für die Medien:
Lukas Fuhrmann, Pressesprecher der Senatorin für Gesundheit, Frauen und Verbraucherschutz, Tel.: (0421) 361-2082, E-Mail: lukas.fuhrmann@gesundheit.bremen.de