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Die Senatorin für Bau, Mobilität und Stadtentwicklung

Studie zu Carsharing in Bremen zieht positive Bilanz

Umfrageergebnis: Hohe Wirkung und große Akzeptanz

19.01.2026

"Zur vernetzten Mobilität in Bremen denken wir ÖPNV, Radverkehr und Carsharing zusammen. Das Carsharing bleibt ein wichtiger Baustein bei der Umsetzung der Neuordnung des Parkens in unseren Quartieren. Aber nicht nur dort, wir wollen die Angebote der mobil.punkte sukzessiv ausbauen und somit ein stadtweites Angebot sicherstellen. Hierzu ist die öffentliche Beteiligung in Form der Kundinnenbefragung bedeutsam, um zum Beispiel weitere Erkenntnisse zum Mobilitätsverhalten der Bremerinnen und Bremer und Zufriedenheit zu erlangen ", betont die Bremer Mobilitätssenatorin Özlem Ünsal.

Um die Wirkung des Carsharings in Bremen zu messen, beauftragt die Stadtgemeinde Bremen in regelmäßen Abständen ein unabhängiges Forschungsinstitut mit der umfassenden Untersuchung von: Mobilitätsverhalten, Kundenbedürfnisse und Zufriedenheit von Carsharing-Nutzenden sowie den Vergleich zu Nicht-Carsharing-Nutzenden in Bremen. Zur Teilnahme an der neusten Studie wurden Mitte 2025 über 28.000 Carsharing-Nutzerinnen und -nutzer (darunter auch Firmenflottenmanagende) sowie 6.500 Haushalte ohne Carsharing-Nutzung eingeladen.

"Ich möchte mich ganz herzlich bei allen Teilnehmenden der Befragung bedanken. Die Zeit, die Sie sich genommen haben, hilft uns Ihre Mobilitätsbedürfnisse besser zu verstehen und die Angebote in Bremen für eine attraktive, bezahlbare Mobilität der Zukunft weiter auszubauen", teilt Senatorin Ünsal mit.

Die Studie lieferte viele interessante Ergebnisse. Einige davon sind hier zusammengefasst:

  • Carsharing reduziert den Parkdruck in Bremen
    Die Befragung belegt, dass jedes Carsharing-Auto in Bremen mittlerweile 18,8 private Autos ersetzt. Das heißt, dass durch das jetzige Angebot mehr als 11.000 weniger private Pkw auf den Straßen Bremens parken. Mehr als zwei Drittel der Carsharing-Haushalte sind inzwischen "Pkw-frei". Im Vergleich dazu sind weniger als ein Viertel der Haushalte ohne Carsharing-Mitgliedschaft "Pkw-frei".
  • Carsharing-Kunden weisen ein nachhaltiges Mobilitätsverhalten auf
    Carsharing-Kundinnen und -Kunden legen weniger Wege mit dem Auto zurück und gehen häufiger zu Fuß, fahren mit dem Rad oder nutzen öffentliche Verkehrsmittel öfter im Vergleich zu Nicht-Kundeninnen und Nicht-Kunden mit einem Pkw im Haushalt. Zudem kaufen Carsharing-Mitglieder häufiger lokal ein während Nicht-Mitglieder eher größere Einkaufszentren mit dem Auto ansteuern. Bemerkenswert auch: die beliebtesten Fortbewegungsformen der befragten Nutzenden sowie Nicht-Nutzenden sind das zu Fuß gehen (80 Prozent beiziehungsweise 74 Prozent) und das Radfahren (85 beziehungsweise 66 Prozent).
  • Hohe Zufriedenheit bei den Carsharing-Nutzenden
    Die Zufriedenheit der Bremer Carsharing-Nutzenden ist stark ausgeprägt. 93 Prozent der Befragten sind zufrieden mit dem Angebot. Besonders geschätzt werden eine unkomplizierte Buchung, die Verfügbarkeit der Fahrzeuge, kurze Wege zur nächsten Station sowie feste Parkplätze an den Carsharing-Stationen, da die Parkplatzsuche dann entfällt.
  • "mobil.punkte" tragen zur Attraktivität und Bekanntheit von Carsharing bei
    Kurze Wege zur nächsten Station ist einer der Aspekte, die von den Carsharing-Nutzenden als besonders attraktiv und wichtig erachtet werden. Hierbei leisten die "mobil.punkte" (Carsharing-Stationen im öffentlichen Straßenraum) einen wertvollen Beitrag, da sie vor allem in Wohnortnähe sehr geschätzt werden.
  • Carsharing als Alternative zur Firmenflotte
    Die Studie zeigte auch, dass Carsharing auch für gewerbliche Kundinnen und Kunden in Bremen eine Alternative zur eigenen Firmenflotte darstellt. Besonders Solo-Selbständige und Kleinbetriebe aus den Bereichen Kunst, Gesundheitsdienstleistungen sowie Bau und Immobilien profitieren von der Flexibilität und den reduzierten finanziellen Aufwänden. Rund 60 Prozent der befragten Unternehmen verfügen über kein eigenes geschäftlich genutztes Fahrzeug, und mehr als ein Drittel der befragten Unternehmen haben aufgrund des Carsharings auf Neu- und Ersatzanschaffungen verzichtet.
  • Ausblick: Potenziale für weiteres Wachstum
    Die positive Bewertung des Carsharing-Angebots und der hohe Bekanntheitsgrad zeigen, dass weiteres Potenzial für weiteres Wachstum bestehen. Zwei Drittel der Bremerinnen und Bremer sind grundsätzlich von der Idee des Carsharings überzeugt, und beinahe ein Drittel der bisher Nicht-Nutzenden kann sich vorstellen, künftig Carsharing zu nutzen. Dies eröffnet neue Chancen für die weitere Ausgestaltung der nachhaltigen Mobilität in Bremen.

Quick Facts zu Carsharing in Bremen:

Carsharing in Bremen bietet den Bürgerinnen und Bürgern eine umweltfreundliche, flexible und kostengünstige Alternative zum eigenen Fahrzeug. Mit einer wachsenden Zahl an Fahrzeugen und Stationen wird Carsharing zu einem immer bedeutenderen Bestandteil der nachhaltigen Mobilität in der Stadt.

  • Über 30.000 Personen nutzen mittlerweile Carsharing (Stand 30.12.2025)
  • Über 650 Carsharing-Fahrzeuge stehen den Nutzenden zur Verfügung (davon etwa 120 Fahrzeuge im stationsungebundenen Angebot sowie rund 530 Fahrzeuge an etwa 160 festen Stationen im Stadtgebiet)
  • Carsharing-Nutzende in Bremen können je nach Fahrtzweck zwischen mehr als zwölf verschiedenen Fahrzeugtypen und Antriebsformen wählen – vom Kompaktwagen bis zum XL Transporter
  • Über 11 Prozent der Bremer Carsharing-Flotte ist bereits elektrifiziert (im Vergleich zu 3,4 Prozent der privaten Pkw in Bremen).
  • "mobil.punkte" sind Carsharing-Stationen im öffentlichen Straßenraum – diese werden von der Stadt Bremen geplant und umgesetzt, um den Carsharing-Ausbau im gesamten Stadtgebiet voranzubringen und gegebenenfalls mit anderen Angeboten zu kombinieren (etwa mit zusätzlichem Fahrradparken in Quartieren, Abstellflächen für das Lastenrad-Sharing von "Bre.Bike", Ladeinfrastruktur für Carsharing und mehr)

In seinem Vorwort zur Studie schreibt Gunnar Nehrke, Geschäftsführer des Bundesverband Carsharing e.V.: "Als Herausgeber des Evaluationsstandards 'Verkehrsentlastende Wirkung von Carsharing messen' begrüßt der Bundesverband Carsharing, dass die zentralen Kennzahlen der vorliegenden Bremer Studie gemäß dem Standard ermittelt wurden. Dadurch sind die Ergebnisse sehr lebensnah und mit anderen Studien vergleichbar. Die Stadt, die Bürger:innen und die Carsharing-Anbieter in Bremen brauchen solche realistischen Informationen, damit eine faktenbasierte Diskussion möglich wird - über das Erreichte und über das, was noch kommen kann."

Die Studie "Evaluation Carsharing in Bremen 2025" kann in voller Länge unter mobilpunkt-bremen.de abgerufen werden.

Achtung Redaktionen:
Die Pressestelle des Senats bietet Ihnen das Foto zu dieser Mitteilung zur honorarfreien Veröffentlichung an. Foto: Atelier Krake
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Ansprechpartner für die Medien:
Aygün Kilincsoy, Pressesprecher bei der Senatorin für Bau, Mobilität und Stadtentwicklung, Tel.: (0421) 361 - 6012, E-Mail: ayguen.kilincsoy@bau.bremen.de