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Die Senatorin für Umwelt, Klima und Wissenschaft

Startschuss für den mobilen Küchenwagen

Senatorin Müller besucht Grundschule Delmestraße | Projekt für gesunde und nachhaltige Ernährung

11.05.2026

Die Senatorin für Umwelt, Klima und Wissenschaft, Henrike Müller, hat am 6. Mai 2026 die Grundschule an der Delmestraße besucht und gemeinsam mit den Schülerinnen und Schülern den Startschuss für ein zukunftsweisendes Ernährungsprojekt gegeben. Für die Senatorin war dies ein besonderer Termin: An diesem Standort besuchte sie selbst die Schule und legte dort ihr Abitur ab. Als erste Bremer Schule nutzt die Grundschule den neuen mobilen Küchenwagen des Forum Küche, um gesunde, nachhaltige und praxisnahe Ernährungsbildung direkt in den Unterricht zu integrieren.


Gemeinsam mit Kindern der Grundschule Delmestraße beim Kochen am mobilen Küchenwagen (von links): Lehrerin Anne Rösemeier, Anne Bockelmann (Leiterin Forum Küche) und Senatorin Henrike Müller.
Gemeinsam mit Kindern der Grundschule Delmestraße beim Kochen am mobilen Küchenwagen (von links): Lehrerin Anne Rösemeier, Anne Bockelmann (Leiterin Forum Küche) und Senatorin Henrike Müller. Foto: Umweltressort

Henrike Müller, Senatorin für Umwelt, Klima und Wissenschaft betont beim gemeinsamen Kochen mit den Kindern: "Gesunde Ernährung ist wichtig für unsere Kinder – und sie hilft auch der Umwelt und dem Klima. Denn was wir essen, hat großen Einfluss auf unsere Welt. Gleichzeitig ist Ernährungsarmut in Bremen ein wachsendes Problem: Besonders Familien mit wenig Geld, Alleinerziehende und Kinder sind betroffen. Viele haben nicht immer Zugang zu ausreichend oder gesunder Nahrung – das kann langfristig der Gesundheit und der Lebensqualität schaden. Deshalb wollen wir den Wandel hin zu einer nachhaltigeren und gerechten Ernährung fördern. Mit unserem mobilen Küchenwagen bringen wir frische, regionale und biologische Lebensmittel direkt in die Schulen. So lernen Kinder in ganz Bremen ganz praktisch, wie Ernährung, Umwelt und Klima zusammenhängen – und dass jede und jeder mit kleinen Entscheidungen im Alltag etwas bewirken kann. Unser Ziel ist, dass alle Kinder – unabhängig von ihrer Lebenssituation – die Chance auf eine gesunde und umweltschonende Ernährung bekommen."

Ganzheitliche Ernährungsbildung im Unterricht

Das Projekt des mobilen Küchenwagens ist Teil des Bremer Aktionsplans für gesunde Ernährung in der Gemeinschaftsverpflegung und setzt auf eine ganzheitliche Ernährungsbildung: Die Kinder erfahren, wie Lebensmittel angebaut werden, warum regionale und saisonale Produkte das Klima und unsere Umwelt schonen und wie eine ausgewogene Ernährung die eigene Gesundheit stärkt. Wo kommen eigentlich die Äpfel her? Wachsen sie das ganze Jahr über? Und was bedeutet eigentlich bio? "Bio ist, wenn kein Insektengift drauf ist", weiß Michel.

Durch das gemeinsame Kochen werden nicht nur praktische Fähigkeiten vermittelt, sondern auch das Bewusstsein für nachhaltigen Konsum und Wertschätzung von Lebensmitteln gefördert.

Das Team des Forum Küche im Zuständigkeitsbereich der Senatorin für Umwelt, Klima und Wissenschaft unterstützt Kitas und Schulen sowie deren Kantinen und Cateringunternehmen beim nachhaltigen Wandel der Ernährung. Ziel ist es, den Anteil an Bio-Lebensmitteln zu erhöhen, die DGE-Standards (Deutschen Gesellschaft für Ernährung e. V.) einzuhalten und verstärkt saisonale sowie regionale Zutaten zu verwenden. Die Bremer Volkshochschule (vhs) ist für die inhaltliche und administrative Umsetzung verantwortlich.

Senatorin Müller: "Der Einfluss unserer Ernährung auf die Umwelt ist enorm: Kurze Transportwege, ökologische Landwirtschaft und weniger Lebensmittelverschwendung tragen dazu bei, Ressourcen zu schonen und das Klima zu schützen."

Beratung und Vernetzung für Kita und Schulen

Die im Forum Küche organisierte Vernetzungsstelle für Kitas und Schulen steht allen Interessierten aus Kita und Schule beratend zur Seite. Sie unterstützt Pädagoginnen und Pädagogen sowie Küchenkräfte bei der Ernährungsbildung und der Steigerung der Qualität in der Kita- und Schulverpflegung. "Wir wollen allen Bremer Kindern eine gesunde und umweltschonende Ernährungssozialisierung ermöglichen. Das ist ein wichtiger Schritt für mehr Chancengleichheit und Lebensqualität in unserer Stadt", so Senatorin Müller weiter.

Alle Bremer Schulen können die mobilen Küchenwagen kostenlos ausleihen und damit fächerübergreifende Projekte zur Ernährungsbildung durchführen. Die Grundschule Delmestraße macht den Anfang und zeigt, wie moderne Ernährungsbildung praxisnah, bürgerorientiert und mit Freude gelingen kann.

Anne Rösemeier, Lehrerin an der Grundschule: "Die Kinder haben große Freude am gemeinsamen Kochen – es macht ihnen Spaß und weckt ihre Neugier. Der mobile Küchenwagen erweist sich dabei als äußerst praktisch: Er passt ins Klassenzimmer und sogar in den Fahrstuhl, was besonders für Schulen ohne Mensa ein großer Vorteil ist. Uns geht es vor allem darum, bei den Kindern ein Bewusstsein für gesunde Ernährung zu schaffen – für etwas, das im Alltag oft selbstverständlich ist. Ernährung ist ein grundlegendes Thema, das sie ihr ganzes Leben begleitet. Deshalb gehen wir noch einen Schritt weiter und legen gemeinsam einen Schulgarten an, um künftig auch eigene Lebensmittel zu ernten und zu verarbeiten."

Rösemeier weiter: "Wichtig ist uns außerdem, dass die Kinder ganz unterschiedlich in die Küchenarbeit eingebunden werden: Einige haben bereits einen sicheren Umgang mit dem Messer, andere sammeln erste Erfahrungen. Dieses gemeinsame Ausprobieren und voneinander Lernen stärkt nicht nur die praktischen Fähigkeiten, sondern auch das Gemeinschaftsgefühl." Gemeinsam mit der Sonderpädagogin Désirée Buchfink betreut Rösemeier das Jahrgangsübergreifende Werkstattprojekt "Kochen" in der Schule.

Die mobile Küche ist mit zwei Induktionskochfeldern, verschiedenen Kochutensilien und Geschirr für etwa 30 Personen ausgestattet. Dank ihrer genormten Bauweise und der Anerkennung als Schulmöbel passt sie problemlos durch jede Schultür und in jeden Fahrstuhl. Zusätzlich erhalten die Schulen begleitende Bildungsmaterialien, die die Unterrichtsplanung erleichtern. Diese enthalten Rezept- und Zutatenkarten sowie Informationen zu Gesundheit, Nachhaltigkeit, Kultur und Hygiene.

Ziel des Projektes ist es, die Verpflegung in Schulen, Kitas und öffentlichen Einrichtungen schrittweise auf einen hohen ökologischen und gesundheitlichen Standard umzustellen. Davon profitieren nicht nur die Kinder, sondern auch Umwelt und Klima – Bremen übernimmt damit eine Vorbildfunktion für nachhaltige Ernährungsbildung.

Flexible Ausleihe und vielfältige Nutzungsmöglichkeiten

Das Forum Küche und die VNS Schul- und Kitaverpflegung verleihen zwei mobile Küchen kostenfrei an Bildungseinrichtungen. Damit werden Ernährungsbildung und praktische Kochkompetenzen gefördert. Die Ausleihdauer kann flexibel gewählt werden – von einem Aktionstag über eine Projektwoche bis hin zu mehreren Monaten. Häufig nutzen mehrere Lehrkräfte aus unterschiedlichen Fächern die mobile Küche, sodass viele Kinder von den praktischen Erfahrungen profitieren. Gemeinsames Kochen stärkt die Klassengemeinschaft und ermöglicht es den Schülerinnen und Schülern, neue Fähigkeiten zu entdecken. Der Einsatz der Küche ist in verschiedenen Fächern möglich, zum Beispiel im Mathematikunterricht (praktisches Rechnen), im Chemieunterricht (Veränderung von Aggregatzuständen) oder im Rahmen von Projektwochen.

Bremen hat mit dem Aktionsplan 2025 "Gesunde Ernährung in der Gemeinschaftsverpflegung der Stadtgemeinde Bremen" das Ziel gesetzt, die Verpflegung in Schulen, Kitas, Kantinen und Krankenhäusern auf einen hohen qualitativen Standard umzustellen. Das Speisenangebot in städtischen Einrichtungen soll schrittweise auf bis zu 100 Prozent ökologische und möglichst regionale Produkte umgestellt werden und den DGE-Qualitätsstandards entsprechen.

Mehr Infos unter www.biostadt.bremen.de

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Die Pressestelle des Senats bietet Ihnen das Foto zu dieser Mitteilung zur honorarfreien Veröffentlichung an. Foto: Umweltressort
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Ansprechpartnerin für die Medien:
Ina Schulze, Pressesprecherin bei der Senatorin für Umwelt, Klima und Wissenschaft, Tel.: (0421) 361-96 269, E-Mail: ina.schulze@umwelt.bremen.de

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