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Der Senator für Finanzen

Stadt Bremen fördert E-Commerce und E-Government
Die bremen online services GmbH & Co. KG startet

20.12.1999

Am 21. Dezember werden die Geschäftsräume der bremen online services (bos) GmbH & Co. KG offiziell von Bürgermeister Perschau eingeweiht. Unter der Geschäftsführung von Gisela Schwellach (Senatskommission für das Personalwesen) und Dr. Stephan Klein (Eutelis Consult Bremen) wird das Siegerkonzept des Multimediaprojektes MEDIA@Komm bereits seit November 1999 offiziell umgesetzt. Das siebenköpfige bos-Team besteht aus drei Informatikern, einem Juristen und zwei Sozialwissenschaftlern, die für Kundenakzeptanz und- betreuung zuständig sind. Eine weitere Mitarbeiterin unterstützt die Geschäftsführung.

Die Geschäftsziele der bos GmbH & Co. KG
Als Tochter der Bremer Innovationsagentur (BIA) in Public Private Partnership mit privaten Investoren wird die GmbH & Co. KG eine Online-Plattform für sichere sowie rechtsverbindliche Transaktionen über das Internet aufbauen und betreiben. Mit Hilfe der digitalen Signatur und der elektronischen Bezahlfunktion können Bürger und Wirtschaft private und öffentliche Dienstleistungen in Anspruch nehmen.

Das Problem
Meinungsumfragen zeigen ein hohes Bürgerinteresse am elektronischen Angebot von privaten und insbesondere öffentlichen Dienstleistungen. Online-Dienste der öffentlichen Hand sind jedoch noch rar und wenig kundenorientiert.

Die Forschungsgruppe Telekommunikation der Universität Bremen fand heraus, dass in der ersten Hälfte 1998 knapp 25 Städte das Herunterladen von Formularen anboten, in nur 15 Städten konnten einzelne Formulare auch elektronisch abgeschickt werden. Automatische Bedienhilfen, Hinweise auf Datenschutz und Daten-sicherheit sind bis heute die Ausnahme. Im privatwirtschaftlichen Bereich ist die Angebotssituation deutlich besser, dennoch konnte sich auch hier nur das Electronic Banking wirklich durchsetzen.

Den Hauptgrund für das geringe Angebot der öffentlichen Verwaltung und der zögernden Nutzung im privaten Bereich sahen Experten in Sicherheitslücken und Fehlen der digitalen Signatur. Mittlerweile wurde durch das Signaturgesetz der rechtliche Rahmen geschaffen und sogenannte Trustcenter bieten Sicherheits-Dienstleistungen an. Dennoch bleibt die Reaktion bei Anbietern und Nutzern von elektronischen Dienstleistungen verhalten. Zwei Gründe sind dafür verantwortlich: Mit der Datenverschlüsselung ist für den Kunden ein zeitlicher (z. B. Aufwand der Registrierung) und finanzieller Einsatz (Gebühren für das Trustcenter, Internet/Telefonkosten) verbunden.

Die Lösung
Das Projekt MEDIA@Komm geht davon aus, dass dieser zusätzliche Aufwand erst geleistet wird, wenn es zusätzlichen Nutzen für den Kunden gibt. Aus diesem Grund bündelt die bos-Online-Plattform private und öffentliche Dienstleistungen zu sogenannten Lebenslagen wie beispielsweise Studium, Umzug, Bau eines Hause oder Heirat. Für die Zusammenfassung der Angebote wird eine technische und organisatorische Infrastruktur entwickelt, die es bisher so nicht gibt. Wenn dieses Gerüst einmal aufgebaut ist, wird es besonders für den Electronic Commerce interessant. Angebote können entsprechend der Lebenslagen in einer sicheren, rechtsverbindlichen Umgebung platziert und verkauft werden.

bos-Beteiligte
Das Konzept der Stadt Bremen zum Multimedia-Bundeswettbewerb MEDIA@Komm spielte eine Förderung von rund 16 Millionen DM ein. Die Stadt legte mit ihren Partnern 20 Millionen dazu, damit die bremen online services GmbH & Co. KG als Public-Private-Partnership der Freien Hansestadt Bremen gemeinsam mit den privaten Partnern (Die Sparkasse Bremen, Brekom, Brokat, BSAG, mcb Bremerhaven, Signum, VSS, Deutsche Telekom AG) das Sieger-Konzept in die Tat umsetzt. Die Gesellschaft wird für Bremen bis Projektende (31. August 2002) insgesamt 70 Online-Dienstleistungen über eine gemeinsame Plattform für Wirtschaft und Verwaltung aufbauen. Sie schafft damit eine sichere und rechtsverbindliche Umgebung für den elektronischen Datenverkehr.