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Die Senatorin für Wirtschaft, Arbeit und Europa

Soziales Unternehmertum

Bremen mit Vorzeigeprojekten

24.05.2022

Unsere Gesellschaft ist mit drängenden Herausforderungen und Veränderungen konfrontiert, im Globalen wie Lokalen: Klimawandel, Flucht und Migration, eine sich verändernde Arbeitswelt, demografischer Wandel, digitale Chancen und Risiken. Nicht zuletzt unter diesen Vorzeichen rücken die sogenannten "alternativen Wirtschaftsformen" zunehmend in den Fokus. Sozialunternehmen treten mit dem Mittel des Wirtschaftens an, gesellschaftliche Herausforderungen zu lösen, gesellschaftlichen Wandel anzuschieben. Die Senatorin für Wirtschaft, Arbeit und Europa setzt auf soziales Unternehmertum.

"Unternehmen an den eigenen Standort zu holen, ist unter Wirtschaftsfördernden gängige Praxis. Die Ansiedlung von Sozialunternehmen hingehen ist deutschlandweit ein Novum," sagt Kristina Vogt, Senatorin für Wirtschaft, Arbeit und Europa. Im Auftrag des Senats setzt die WFB Wirtschaftsförderung Bremen GmbH eine Ansiedlungsberatung explizit für Sozialunternehmen in Bremen und Bremerhaven um. Von anfangs über 60 Sozialunternehmen sind derzeit zehn intensiv mit der WFB im Gespräch, um einen Standort im Land Bremen vorzubereiten. Vielfach steht die Recherche nach und Akquise von Zielgruppe sowie Unterstützenden, also Fördernde und Ehrenamtlichen, im Zentrum der Beratung. "In sozialen Innovationen und gemeinwohlorientiertem Wirtschaften steckt ein Potenzial, das wir für Bremen nutzen wollen," ergänzt Senatorin Vogt.

Der Ansiedlungsansatz ist nur einer aus einem breiten Paket, mit dem die Senatorin für Wirtschaft, Arbeit und Europa soziale Innovation und soziale Unternehmungen im Land Bremen seit 2020 unterstützt. Was das auf lokale Ebene bedeutet, wurde etwa beim Wettbewerb "Bremer Sozialunternehmen des Jahres" deutlich, der 2021 ebenfalls in diesem Rahmen von der WFB durchgeführt wurde. 25 Bewerbungen gingen ein. Unter den Gewinnerinnen und Gewinnern ist das Designstudio weserholz, das nicht nur Produktdesign betreibt, sondern auch Geflüchteten einen Einstieg ins Berufsleben bietet. Der Wettbewerb fand im Rahmen des von der Senatorin für Wirtschaft, Arbeit und Europa geförderten Projekts "Förderung der Solidarischen Wirtschaft, Genossenschaften und Social Entrepreneurship" statt.

Unter dem gemeinsamen Projekt vereinen sich Maßnahmen des Starthauses Bremen und Bremerhaven, der BIS Bremerhavener Gesellschaft für Investitionsförderung und Stadtentwicklung mbH sowie der WFB. Alle haben das gemeinsame Ziel, Bremen als Standort für Sozialunternehmen attraktiver zu machen und die Gründung sowie Ansiedlung dieser Unternehmen zu fördern.

Auch die "Social Mission Possible" beim Starthaus ist ein Produkt dieser Anstrengungen: Crowdfunding-Projekte erhalten einen Bonus, wenn sie sozialunternehmerisch angelegt sind. Ein veganes Zahnpflege-Produkt war dabei, nachhaltige Taschen aus alten Kaffeesäcken und ein Radioprogramm, das frauenspezifische Aufklärungsarbeit in Subsahara-Afrika leistet. Darüber hinaus bietet das Starthaus mit dem Programm "Social Entepreneur by Starthaus" Sozialunternehmen Workshops, Einzel- und Gruppencoachings.

Um klassische Unternehmen für das Thema Gemeinwohl zu begeistern, unterstützt die Senatorin für Wirtschaft zwei Pilotprojekte in Bremen und Bremerhaven. Unternehmen unterziehen sich einer Gemeinwohl-Ökonomie-Bilanzierung und entdecken dabei Mehrwerte für die Gesellschaft – und für sich.

In den Jahren 2020/21 sowie 2022/23 standen beziehungsweise stehen im Haushalt der Senatorin für Wirtschaft, Arbeit und Europa für das Thema 150.000 Euro pro Jahr zur Verfügung. Aus diesen Mitteln wurde der Großteil der oben beschriebenen Maßnahmen finanziert. Darüber hinaus wurde das Starthaus im Rahmen des geltenden Geschäftsbesorgungsvertrags beauftragt, ein Beratungsangebot für Social Entrepreneurs zu schaffen. Das finanzielle Volumen hierfür liegt bei 50.000 Euro jährlich. Ein detaillierter Zwischenbericht wird der Deputation für Wirtschaft am 25. Mai 2022 vorgelegt.

Ansprechpartnerin für die Medien:
Kristin Viezens, Pressesprecherin bei der Senatorin für Wirtschaft, Arbeit und Europa, Tel.: (0421) 361-59090, E-Mail: kristin.viezens@wae.bremen.de