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Die Senatorin für Soziales, Jugend, Integration und Sport

Senatorin Stahmann baut Unterbringungssystem für Minderjährige weiter aus

Bedarf an 215 Plätzen / Einrichtungen sollen für zwei Jahre angemietet werden

01.11.2022

Wegen hoher Zugänge von unbegleiteten Minderjährigen aus dem Ausland (umA) will Sozial- und Jugendsenatorin Anja Stahmann das System der Unterbringung in Bremen weiter ausbauen. Zunächst soll ab Dezember für den Zeitraum von zwei Jahren ein Gebäude in Hemelingen mit 47 Plätzen angemietet werden, das derzeit nicht mehr als Hotel genutzt wird. Dafür, und um Immobilien in vergleichbarer Größenordnung und zu ähnlichen Konditionen anmieten zu können, hat sie sich jetzt die Zustimmung des Senats eingeholt. Damit ist der Weg frei für die abschließende Befassung in der Deputation für Soziales, Jugend und Integration sowie im Haushalts- und Finanzausschuss der Bremischen Bürgerschaft. Den Bedarf bis zum Jahresende beziffert die Senatorin auf insgesamt 215 Plätze – zusätzlich zu den derzeit vorhandenen knapp 700 Plätzen in der Stadt Bremen.

"Bundesweit zeigt sich, dass wieder deutlich mehr Minderjährige unbegleitet nach Deutschland einreisen", sagte Anja Stahmann, Senatorin für Soziales, Jugend, Integration und Sport im Anschluss an die Senatssitzung. "Andere Großstädte und die Ballungsgebiete stehen vor ähnliche Herausforderungen wie Bremen." Während sich in den Monaten Januar bis Juli täglich etwa zwei junge Menschen in Bremen gemeldet hätten, seien es im September zuletzt etwa fünf (insgesamt 144) gewesen. Die Hälfte aller Neuzugänge verlasse Bremen allerdings innerhalb weniger Tage wieder oder werde aus der Jugendhilfe entlassen, weil sie sich als volljährig erwiesen.

"In der Gesamtbetrachtung brauchen wir in Bremen bis zum Jahresende 215 zusätzliche Plätze", sagte die Senatorin. Eingerechnet sei dabei bereits, dass Bremen – abgesehen von Härtefällen, in denen eine Zuweisung in ein anderes Bundesland aus rechtlichen Gründen nicht zulässig ist – keine Minderjährigen mehr aufnimmt, weil das Land im laufenden Jahr bereits dreimal so viele betreut, wie es seiner Verpflichtung nach dem Königsteiner Schlüssel entspräche.

"Ideal wäre aus unserer Sicht der Ausbau in kleinen familienanalogen Einrichtungen für jeweils acht bis zehn junge Menschen", sagte Senatorin Stahmann. Angesichts des Fachkräftemangels sowie der Notwendigkeit, in kurzer Zeit neue Plätze zu schaffen, sei das derzeit aber nicht realistisch. Angestrebt werde daher der Betrieb von Einrichtungen mit nicht weniger – aber auch nicht viel mehr – als 40 Plätzen in Doppelzimmern für jeweils zwei Jahre. Das voll möblierte Haus in Hemelingen solle für täglich 27,70 Euro pro Platz angemietet werden, über zwei Jahre summiere sich das auf rund eine Million Euro. Darüber hinaus seien vier weitere Einrichtungen in dieser Größenordnung erforderlich. Dafür hat der Senat insgesamt 3,9 Millionen Euro zur Verfügung gestellt. An zwei Standorten laufen bereits konkrete Verhandlungen.

Ansprechpartner für die Medien:
Dr. Bernd Schneider, Pressesprecher bei der Senatorin für Soziales, Jugend, Integration und Sport, Tel.: (0421) 361-4152, E-Mail: bernd.schneider@soziales.bremen.de