Neues WaBeQ-Jugendwohnprojekt "Am Gummibahnhof" eröffnet
23.01.2026Viele junge Menschen, die zuvor in stationären Hilfen zur Erziehung gelebt haben, stehen beim Übergang von Schule in Ausbildung oder Beruf vor besonderen Herausforderungen. Sie sind häufig zu selbstständig für klassische Hilfen, aber noch nicht bereit für vollständig eigenständiges Wohnen. Mit der Jugendwohngruppe "Am Gummibahnhof" in Bremen-Nord startet jetzt ein neues Modellprojekt.
"Junge Menschen, die bereits relativ selbstständig sind, benötigen in der Übergangsphase in Ausbildung und Beruf punktuell noch Begleitung", sagte Dr. Claudia Schilling, Senatorin für Arbeit, Soziales, Jugend und Integration bei der Eröffnung der stationären Wohngruppe an diesem Freitag (23. Januar 2026). "Genau hier setzt das Wohnprojekt an. Wir schließen eine zentrale Lücke zwischen Jugendhilfe, Ausbildung und eigenständigem Wohnen."
Die von der Waller Beschäftigungs- und Qualifizierungsgesellschaft mbH (WaBeQ) im Auftrag der Senatorin für Arbeit, Soziales, Jugend und Integration betriebene Wohngruppe bietet 20 Plätze, zunächst schwerpunktmäßig für junge Erwachsene mit Fluchterfahrung. Das Projekt kombiniert privaten Wohnraum mit bedarfsgerechter sozialpädagogischer Begleitung durch Fachkräfte. Im Mittelpunkt stehen der Erhalt und Abschluss von Ausbildung oder Schulbildung sowie der schrittweise Weg in die Selbstständigkeit.
Assil Amin Barial, Bereichsleitung Pädagogik bei der WaBeQ: "Unser Ziel ist es, gemeinsam mit den jungen Menschen eine klare Zukunftsperspektive zu entwickeln, insbesondere im Hinblick auf ihre berufliche Orientierung. Bei uns erhalten sie den Raum und die Unterstützung, sich gezielt auf dieses Ziel zu fokussieren. Gleichzeitig begleiten wir sie im Alltag: beim Umgang mit Finanzen, im Kontakt mit Behörden sowie in Fragen rund um Wohnen, Haushalt und Zusammenleben. Darüber hinaus stärken wir ihre sozialen Kompetenzen, um Selbstständigkeit und Eigenverantwortung nachhaltig zu fördern."
Beim "Gummibahnhof" handelt sich um eine stationäre Hilfe nach Paragraph 13 Absatz 3 Sozialgesetzbuch VIII, die einzelfallbezogen bewilligt wird. Die Laufzeit ist individuell und orientiert sich am Entwicklungsstand, den vereinbarten Zielen sowie in der Regel an der Dauer von Ausbildung, Schulabschluss oder dem Übergang in Arbeit.
Aus Sicht von Sozialsenatorin Dr. Claudia Schilling profitieren von der neuen Wohngruppe nicht nur die jungen Menschen, sondern auch die Gesellschaft und der Arbeitsmarkt: "Wir senden das klare Signal: Bremen ist eine Stadt, die jungen Menschen Räume öffnet, Chancen bietet und sie auf ihrem Weg begleitet." Die Modellphase könne darüber hinaus wertvolle Erkenntnisse für weitere Projekte liefern und über Bremen hinaus Wirkung entfalten.
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