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Die Senatorin für Justiz und Verfassung

Senator Günthner eröffnet Ausstellung „Bilder von Widerstand und Vernichtung“

Bilder von Janet Fruchtmann werden im Zeitraum 13.05. – 31.12.2019 im Justizzentrum am Wall gezeigt

14.05.2019

Der Bremer Senator für Justiz und Verfassung, Martin Günthner, hat Montag (13.05.2019) im Justizzentrum am Wall die Ausstellung „Bilder von Widerstand und Vernichtung“ mit einem Grußwort eröffnet. Im Zeitraum vom 13. Mai bis zum 31. Dezember 2019 werden dort die Bilder der im Jahre 2012 verstorbenen Bremer Malerin Janet Fruchtmann, die sich seit den frühen achtziger Jahren künstlerisch intensiv mit Faschismus und Vernichtung auseinandergesetzt hatte, gezeigt. Die Ausstellung zeigt hauptsächlich Portraitbilder von Bremer Widerstandskämpferinnen und Widerstandskämpfern, aber auch weitere Bilder der Künstlerin zum Thema Vernichtung.

„Mit ihren Bildern gelingt es Janet Fruchtmann, den Betrachter das Leid und die Schrecken des Holocaust erfahrbar zu machen. Die Künstlerin gibt durch ihre Zeichnungen dem Widerstand ein Gesicht und zeigt damit auf, dass es ganz gewöhnliche Menschen waren, die sich in Bremen dem Terror widersetzt haben und damit selbst zu Opfern wurden,“ führt Justizsenator Günthner aus.

„Die Porträts berühren den Betrachter auf einer emotionalen Ebene, die von historischen Darstellungen und Dokumentationen nicht erreicht werden kann. Demjenigen, der sich auf die Porträts einlässt, vermitteln sie einen Eindruck davon, welche Erlebnisse auch Jahrzehnte nach der Schreckensherrschaft weiterhin auf den Seelen der überlebenden Widerstandskämpferinnen und Widerstandskämpfer lasteten,“ so Günthner weiter.

„Die Kenntnis dieses dunklen Kapitels unserer Geschichte und die Auseinandersetzung mit ihm ist für ein demokratisches und rechtsstaatliches Bewusstsein und die Achtung der Menschenwürde unerlässlich. Wesentliche Elemente der Verfassungsstaatlichkeit, wie sie in unserer Landesverfassung und dem im Anschluss daran verabschiedeten Grundgesetz vorhanden sind, gehen auf diese Erfahrungen zurück. Die Ausstellung erinnert daran, dass der Rechtsstaat und die Achtung der Menschenrechte keine Selbstverständlichkeiten sind, denn auch heute können wir beobachten, wie scheinbar gefestigte Grundsätze unserer Verfassung behauptet werden müssen und elementare Individualrechte in Frage gestellt werden. Der Einzelne ist gefordert, Haltung zu bewahren und sich gegenüber Unrecht abzugrenzen,“ so Senator Günthner abschließend.

Im Anschluss an das Grußwort von Senator Günthner erfolgte eine Einführung in die Ausstellung durch den Bremer Historiker Prof. Dr. Jörg Wollenberg, der die Bilder in ihren historischen Kontext einordnete. Abschließend folgte eine szenische Lesung aus den Prozessakten durch den Schauspieler Rolf Becker.

Das Justizzentrum am Wall, Am Wall 198, 28195 Bremen, hat montags bis donnerstags von 9 bis 15 Uhr und freitags von 9 bis 13:30 Uhr geöffnet.

Der Eintritt in die Ausstellung ist frei.