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Die Senatorin für Arbeit, Soziales, Jugend und Integration

Senat will zur Unterbringung von Geflüchteten übergangsweise auch Hotel anmieten

Weitere Entlastung der Erstaufnahme wegen der Pandemie erforderlich

10.11.2020

Um neuankommende Geflüchtete unter den Bedingungen der Covid-19-Pandemie sicher unterzubringen, zieht das Land Bremen in Betracht, übergangsweise unter anderem ein komplettes Hotel anzumieten. Außerdem soll das Zollamt im Bremer Westen wieder in Betrieb genommen werden. Das hat die Senatorin für Soziales, Jugend, Integration und Sport dem Senat in seiner Sitzung am heutigen Dienstag (10. November 2020) mitgeteilt.

Grund für die geplante Ausweitung der Kapazitäten ist, dass die Erstaufnahme-Einrichtungen in Vegesack und Kattenturm aktuell mehr Menschen unterbringen als politisch angestrebt. So beherbergte die Erstaufnahmestelle in Vegesack im Oktober und November im Mittel annähernd 300 Menschen, der Senat hatte sich im August auf einen Zielwert von 250 (bei einer Platzkapazität von ursprünglich 750) verständigt und auf einen Zielwert von 120 in Kattenturm (bei einer Platzkapazität von 235). Darüber hinaus wird die Anmietung weiterer Immobilien erforderlich, weil die Dependance der Erstaufnahme in der Jugendherberge mit insgesamt 120 Plätzen im Frühjahr nicht mehr zur Verfügung stehen wird.

"Wir brauchen weiteren Wohnraum, wenn wir in der Pandemie die Belegungszahlen in den Erstaufnahmeeinrichtungen weiterhin deutlich absenken wollen", sagte Sozialstaatsrat Jan Fries. Ehemalige Flüchtlingsunterkünfte stünden aber nicht mehr zur Verfügung. In Zeiten stark zurückgegangener Zugangszahlen seien sämtliche Containerstandorte zugunsten provisorischer Erweiterungsbauten an Schulen und Kitas demontiert worden. Das einzige leerstehende Gebäude, eine Reserve-Einrichtung im Bahnhofsviertel, habe den Betrieb bereits im Zuge der ersten Pandemie-Welle wiederaufgenommen.

Möglichst noch im November, so Staatsrat Fries weiter, solle nun das ehemalige Zollamt im Bremer Westen wieder genutzt werden, Platz sei dort für bis zu 130 Personen. Außerdem seien die Wohnmodule des "Roten Dorfes" nach der Demontage im Bremer Westen eingelagert worden und könnten wieder aufgestellt werden. Dazu müsse ein Grundstück hergerichtet werden. Sofern sich geeignete Gelände finden, könnten auch wieder Container angemietet und aufgestellt werden.

Bis weitere Zweigstellen der Erstaufnahmeeinrichtung den Betrieb aufnehmen können, komme auch die Anmietung von kompletten Hotelgebäuden in Betracht, sofern sie eine bestimmte Mindestkapazität erreichen (mindestens 80 Zimmer unterschiedlicher Größe), und wenigstens für drei Monate zur Verfügung stehen. Derzeit würden Gespräche mit Betreibern von Hotelketten geführt.

Ansprechpartner für die Medien:
Dr. Bernd Schneider, Pressesprecher bei der Senatorin für Soziales, Jugend, Integration und Sport, Tel.: (0421) 361-4152, E-Mail: bernd.schneider@soziales.bremen.de