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Die Senatorin für Klimaschutz, Umwelt, Mobilität, Stadtentwicklung und Wohnungsbau

Senat und Deputation stimmen Projekt "Auenlandschaft Untere Wümme" zu und bewilligen eine Million Euro

30.06.2022

Die Untere Wümme leidet zunehmend unter dem unnatürlich starken Tidenhub, der Strömungen und Wasserstände in der Aue so verändert, dass Ufer abbrechen, Röhrichte bei jeder Ebbe trockenfallen und die Lebensbedingungen für auentypische Pflanzen- und Tierarten schlechter zu werden drohen. Um Auenbiotope wiederherzustellen, plant die Stiftung Nordwest Natur auf 78 Hektar Fläche in zehn Teilbereichen verschiedene Renaturierungsmaßnahmen. Auf geeigneten Vordeichflächen soll das bei Ebbe ablaufende Wasser so zurückgehalten werden, dass die Röhrichte auch bei Tideniedrigwasser nass bleiben. In den Seitenräumen sind strömungsberuhigte Flachgewässer geplant, in denen sich die auentypische Wasservegetation wieder entwickeln kann und Fische Nahrung finden und aufwachsen können. Auch die Bedingungen für im Röhricht brütende Vogelarten, für Libellen und für weitere Insektengruppen sollen damit verbessert werden.

Für das Projekt "Auenlandschaft Untere Wümme" sind Kosten in Höhe von 7,8 Millionen Euro kalkuliert, davon übernimmt der Bund 75 Prozent (etwa 5,85 Millionen Euro). Die verbleibenden 25 Prozent (1,95 Millionen Euro) werden durch einen Eigenanteil der Stiftung Nordwest Natur in Höhe von 631.000 Euro, durch Grundstücke des Deichverbands am rechten Weserufer im Wert von 76.000 Euro und durch Mittel des Landes Niedersachsen in Höhe von 246.000 Euro eingebracht. Entsprechend dem größeren bremischen Anteil an den Maßnahmenflächen hat der Senat der Freien Hansestadt Bremen in seiner Sitzung vom vergangenen Dienstag (28. Juni 2022) und gestern (29. Juli 2022) einstimmig die Deputation für Klima, Umwelt, Landwirtschaft und Tierökologie für die Projektlaufzeit bis 2028 einen Finanzierungsbeitrag in Höhe von 996.000 Euro beschlossen. Dies entspricht einem Anteil von rund 12,8 Prozent an der Gesamtsumme.

Dazu Maike Schaefer, Senatorin für Klimaschutz, Umwelt, Mobilität, Stadtentwicklung und Wohnungsbau: "Die Auswirkungen des unnatürlich starken Tidenhubs an der Unteren Wümme müssen gedämpft werden. Das ist ein erklärtes Ziel des 2015 von der Bremischen Bürgerschaft beschlossenen Landschaftsprogramms. Anstelle der sich ausdehnenden Schlammbänke, in denen kaum etwas lebt, sollen wieder mehr flache Nebengewässer mit natürlichen Vegetationszonen entstehen. Damit trägt das Projekt auch dazu bei, den ökologischen Zustand der Unteren Wümme nach den Kriterien der europäischen Naturschutzrichtlinien und der Wasserrahmenrichtlinie zu verbessern."

Hintergrund

Zur Renaturierung von Bundeswasserstraßen und deren Auen hat die Bundesregierung 2017 das Bundesprogramm „Blaues Band Deutschland“ beschlossen. Neben Maßnahmen an den Wasserstraßen selbst, die von der Wasserstraßen- und Schifffahrtsverwaltung des Bundes umgesetzt werden, hat das Bundesumweltministerium ein flankierendes Förderprogramm zur naturnahen Auenentwicklung (Förderprogramm Auen) aufgelegt. Von diesem Förderprogramm soll auch die Untere Wümme profitieren, deren ökologische Funktionsfähigkeit vor allem wegen des unnatürlich starken Tidenhubs geschädigt ist. Teile der Aue sollen länderübergreifend wieder naturnäher gestaltet werden. Das Bundesumweltministerium fördert Projekte dieser Art mit 75 Prozent der Gesamtkosten.

Projektträger soll eine von der Stiftung Nordwest Natur mit Sitz in Bremen gegründete gemeinnützige Gesellschaft (gGmbH) werden. Eine erste Projektskizze wurde bereits im Jahr 2020 vom Bundesamt für Naturschutz positiv bewertet. Die Stiftung bringt langjährige Erfahrungen in der Fließgewässerentwicklung ein. So betreut sie im Auftrag der Naturschutzbehörde den bremischen Teil der Schutzgebiete an der Unteren Wümme bereits seit dem Jahr 2006, ebenso wie das im Osten angrenzende Naturschutzgebiet Borgfelder Wümmewiesen.

Ansprechpartner für die Medien:
Jens Tittmann, Pressesprecher bei der Senatorin für Klimaschutz, Umwelt, Mobilität, Stadtentwicklung und Wohnungsbau, Tel.: (0421) 361-6012, E-Mail: jens.tittmann@umwelt.bremen.de