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Senatskanzlei

Senat trauert um Bremens Ehrenbürger Bernd Hockemeyer

13.05.2020
Bernd Hockemeyer
Bernd Hockemeyer

Der Bremer Ehrenbürger Bernd Hockemeyer ist am 9. Mai 2020 im Alter von 84 Jahren gestorben. „Bernd Hockemeyer hat sich wie kaum ein anderer um das Gemeinwohl Bremens verdient gemacht. Sein Engagement für die Verbindung von Wirtschaft und Kultur hat uns als Standort Bremen sehr viel gegeben. Wir werden ihn immer in ehrendem Andenken bewahren. Unser Mitgefühl gilt besonders seinen Angehörigen,“ drückte Bürgermeister Andreas Bovenschulte sein Beileid aus.

Bürgermeisterin Maike Schaefer: „Der Abschied von Bernd Hockemeyer ist schmerzlich für Bremen. Sein Wirken für die Wirtschaft, die Politik, aber besonders auch für die Kultur und die Bildung waren von einem außerordentlichen Engagement gekennzeichnet. Sein Trachten war es stets, Bremen und auch Bremen-Nord als Standorte wohltuend zu unterstützen und auch vorwärts zu treiben. Bernd Hockemeyer hat all dies immer mit bremischer Zurückhaltung verbunden. Ich möchte an dieser Stelle insbesondere den Angehörigen mein Mitgefühl ausdrücken.“

Senatorin Kristina Vogt: „Bernd Hockemeyer war ein echter Hanseat. Mich hat immer beeindruckt, mit welcher Kraft und Engagement er Impulse gesetzt hat, in der Wirtschaft, genauso wie in der Kultur. Er wollte etwas zum Wohle der Stadt bewegen und das hat er auf vielfältige Art getan. Viele Projekte in Bremen wären ohne ihn nicht da, wo sie heute sind. Wir werden ihn schmerzlich vermissen.“

Bernd Hockemeyer wurde am 27. Oktober 1935 in Bremen geboren. Sein Abitur absolvierte er 1954 gefolgt von einer zweijährigen Einzelhandelslehre. Im Anschluss absolvierte der Sohn des Unternehmers Wilhelm Hockemeyer ein Studium der Wirtschaftswissenschaften in Hamburg und München. Nach seinem Abschluss im Jahr 1960 als Diplom-Kaufmann übernahm Hockemeyer die Leitung der Firma Gebrüder Thiele und baute systematisch das internationale Geschäft in Ostasien, Europa und den USA aus.

Der überzeugte Hanseat hatte sich neben seinem unternehmerischen Wirken in zahlreichen Funktionen und Ehrenämtern um das Gemeinwohl Bremens herausragend verdient gemacht. So engagierte sich Bernd Hockemeyer als Mitglied des Boards of Governors nachdrücklich für die Gründung und den Aufbau der International University Bremen (IUB). Als langjähriges Mitglied des Aufsichtsrates der Bremer Lagerhausgesellschaft hatte er wesentlichen Anteil an der gelungenen Umstrukturierung der BLG. Das ehemalige Mitglied der Bremischen Bürgerschaft (von 1975 bis 1979) hatte lange Jahre (von 1981 bis 2002) im Verwaltungsrat der Sparkasse Bremen entscheidend für den Bankplatz Bremen gewirkt.

Als Mitglied des Plenums der Handelskammer Bremen (1985 bis 2002) und deren Präses (1997 bis 2000) hat Bernd Hockemeyer die konstruktive Zusammenarbeit zwischen der Handelskammer und der Bremer Politik wesentlich mitgeprägt. So ist ein für den Sanierungsprozess grundlegendes Mitwirken der Unternehmer am Aufschwung der Stadt gelungen. Einen besonderen Schwerpunkt setzte er mit der Förderung von Kultur. Um Kunst und Kultur im Sinne bürgerschaftlichen Gemeinsinns und der großen Tradition bremischen Mäzenatentums zu unterstützen, rief er u.a. Initiativen der Handelskammer wie den „Arbeitskreis Kunst und Kultur“ und den „Dialog Schule-Wirtschaft“ ins Leben. So wurden Bremer Unternehmen als Partner gewonnen für Kultur als wesentlichen Standortfaktor Bremens. So war es auch Bernd Hockemeyer, der eine verlässliche öffentliche und private Finanzpatenschaft für die Deutsche Kammerphilharmonie Bremen initiierte und damit deren internationales Wirken absichern half. Auch die Zukunftskonzeption für die „Weserburg – Museum für Moderne Kunst“ war Bernd Hockemeyer ein besonderes Anliegen. „Bernd Hockemeyer war in fast 25 Jahren gemeinsamer Zusammenarbeit ein kluger, immer verlässlicher und freundschaftlicher Ratgeber“, sagt Kulturstaatsrätin Carmen Emigholz. Die Kulturakteure des Landes Bremen verlören mit ihm einen wirklichen Partner, der ihnen stets mit Rat und Tat zur Seite stand.

Als Gründer der Bernd und Eva Hockemeyer Stiftung leistete er hierzu auch einen hohen persönlichen Beitrag. Bernd Hockemeyer hatte entscheidenden Anteil an der im Jahr 2000 gelungenen Rückführung von 101 bedeutenden Kunstwerken der Bremer Kunsthalle, die russische Soldaten 1945 mitgenommen hatten. Durch sein privates finanzielles Engagement machte Hockemeyer seinerzeit die Rückgabe des Bernsteinmosaiks an die russische Seite möglich.

Bernd Hockemeyer, Vater von vier erwachsenen Kindern, hatte als Vorsitzender der im Jahre 2000 gegründeten „bremer schuloffensive“ bedeutende Persönlichkeiten an seiner Seite versammelt, um so Bremer Unternehmen als Förderer von Patenschaften für Bremer Schulen zu gewinnen. Zusammen mit seiner Frau Eva ging er voran und übernahm die Patenschaft für die Schule Grambker Heerstraße.

Für seine großen Verdienste um die Freie Hansestadt Bremen und sein außerordentliches Engagement im Dialog der bremischen Wirtschaft mit allen zivilgesellschaftlichen Kräften der Stadt, insbesondere die Öffnung der Wirtschaft zur Kultur wurde Bernd Hockemeyer im April 2003 zum Bremer Ehrenbürger ernannt.

Achtung Redaktionen:
Das Rathaus wird aus Anlass des Todes von Bernd Hockemeyer heute mit Trauerflor beflaggt.

Ansprechpartner für die Medien: Peter Lohmann, Senatspressestelle, Tel. (0421) 361-2193 peter.lohmann@sk.bremen.de