Sie sind hier:
  • Pressemitteilungen
  • Schutzsuchende aus der Ukraine können sich an die Erstaufnahmestelle in Bremen wenden

Die Senatorin für Soziales, Jugend, Integration und Sport

Schutzsuchende aus der Ukraine können sich an die Erstaufnahmestelle in Bremen wenden

Senatorin Stahmann wirbt auch für die Nutzung privater Unterkünfte

28.02.2022

Sozialsenatorin Anja Stahmann weist darauf hin, dass Ukrainerinnen und Ukrainer, die in Bremen Schutz suchen, sich zunächst an die Erstaufnahmeeinrichtung des Landes in der Lindenstraße 110 wenden können. Sie seien dazu zunächst aber nicht verpflichtet. "Grundsätzlich können Menschen aus der Ukraine sich visafrei für drei Monate in Deutschland aufhalten", sagte sie. In der Konsequenz könne man sich vorübergehend auch bei Freunden, Bekannten und Verwandten einquartieren – oder in einem Hotel, sofern die finanziellen Mittel dafür vorhanden seien. Voraussetzung sei aber ein biometrischer Pass. Wer keinen biometrischen Pass besitzt, müsse bei der Ausländerbehörde ein Visum beantragen. "Alle weiteren Entscheidungen über den rechtlichen Status des Aufenthalts in Deutschland werden voraussichtlich bereits in der kommenden Woche auf Bundesebene fallen", sagte sie. "Wichtig ist mir im Moment die Botschaft, dass niemand zurückgeschickt wird. Wir wollen die Menschen in der Mitte unserer Gesellschaft aufnehmen. Alles Weitere klären wir im Nachlauf."

Derzeit seien die Aufnahmeeinrichtungen des Landes und der Stadt Bremen mit ihren rund 5.400 Plätzen zu 90 bis 95 Prozent ausgelastet, die Kapazitäten könnten mit großer Anstrengung erst in den kommenden Tagen und Wochen spürbar ausgebaut werden. Vor diesem Hintergrund rief Senatorin Stahmann auch Wohnungseigentümerinnen und eigentümer dazu auf, bevorzugt an Geflüchtete zu vermieten, damit Plätze in Gemeinschaftsunterkünften frei werden.

"Die Menschen, überwiegend Frauen und Kinder, fliehen aus einem Land mitten in Europa, das heimtückisch mit einem massiven Krieg überzogen worden ist. Sie brauchen jetzt alle denkbare Unterstützung, auch von der Zivilgesellschaft." Er werde vermutlich nur wenige Wochen dauern, bis die ersten Geflüchteten einen Aufenthaltsstatus hätten, der ihnen die Anmietung einer eigenen Wohnung erlaube. Bis dahin müsse Bremen die meisten vermutlich in Gemeinschaftsunterkünften unterbringen. Über die Zahl der zu erwartenden Flüchtlinge aus der Ukraine herrsche weiter Unklarheit, derzeit gehe sie von bis zu 3.800 Menschen in den kommenden Wochen und Monaten aus, sagte die Senatorin. "Ich erwarte die Kriegsflüchtlinge eher früher als später."

Wohnraumangebote
Für die Aufnahme von Geflüchteten wird Wohnraum benötigt. Alle Angebote nimmt die Senatorin für Soziales, Jugend, Integration und Sport derzeit zentral über die E-Mail-Adresse wohnraum@soziales.bremen.de entgegen. Eigentümer können dort größere Immobilien wie zum Beispiel Gewerbeimmobilien melden, die sich umnutzen lassen, Vermieterinnen und Vermieter können konkrete Wohnraumangebote melden, und Einzelpersonen freie Zimmer, die sie vorübergehend zur Verfügung stellen wollen. Über das Verfahren der Vermietung an Geflüchtete informiert die Webseite der Wohnraumvermittlung, die die AWO im Auftrag der Stadt Bremen betreibt www.zukunftwohnen-bremen.de/.

Ansprechpartner für die Medien:
Dr. Bernd Schneider, Pressesprecher bei der Senatorin für Soziales, Jugend, Integration und Sport, Tel.: (0421) 361-4152, E-Mail: bernd.schneider@soziales.bremen.de