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Senatskanzlei

Sanierung des Bremer Rathausdaches schreitet voran – Bund unterstützt mit 700.000 Euro das wertvolle Kulturdenkmal

26.05.2016

Wer in den vergangenen Tagen von der Sandstraße aus in Richtung Rathaus gegangen ist, konnte schon etwas neues Kupferfarbenes auf dem Dach des Alten Rathauses strahlen sehen. Das Gerüst steht und die Arbeiten auf dem Dach haben begonnen. Auf der Nordseite wurden die ersten Kupferscharen bereits ausgetauscht. Die Statuen und Obelisken sind für die Zeit der Bauarbeiten sorgfältig eingepackt.

Das Dach wird – anders als bei herkömmlichen Bauwerken, wo man üblicherweise zunächst alle alten Ziegel abträgt und danach das Dach komplett neu eindeckt – quasi "portionsweise" erneuert. Die Handwerker entfernen zunächst eine Bahn der 200 x 50 cm großen Kupferscharen vom First bis zur Traufe und verlegen direkt im Anschluss die neue Plattenreihe. Dieses Verfahren wurde gewählt, um die historische Bausubstanz so weit wie möglich zu schonen und das Risiko durch mögliche Wasserschäden zu minimieren. Jede Woche werden zwischen 60 und 100 Quadratmeter der ca. 1300 Quadratmeter großen Gesamtfläche erneuert, wobei sich die Dachdecker von beiden Seite zur Mitte hin vorarbeiten. Damit das neue Dach auch absolut dicht wird, erneuern sie auch die aus Bitumenpappe bestehende "Unterdecke". Zudem wird kontrolliert, ob die vorhandene hölzerne Dachschalung noch fest genug auf den Balken sitzt. Parallel dazu wird vom Dachboden aus die Sanierung des Dachstuhls vorbereitet. Dabei sollen beschädigte Balken der Dachkonstruktion ersetzt oder verstärkt werden. Mit diesen Arbeiten, die von außen nicht zu sehen sind, kann voraussichtlich Mitte Juni begonnen werden. Auf der Aufgabenliste stehen zudem kleinere Reparaturarbeiten auf dem Dachboden und die Installation zusätzlicher Elektro-, Brand- und Blitzschutzanlagen.

Die Dachsanierung des UNESCO-Welterbes wird rund 1,1 Millionen Euro kosten und aus dem Etat für laufende Baumaßnahmen von Immobilien Bremen finanziert. Ein Zuschuss aus dem Denkmalpflegeprogramm "National wertvolle Kulturdenkmäler" des Bundes wurde beantragt. Der von Immobilien Bremen gestellte Antrag hatte Erfolg! Die Beauftragte der Bundesregierung für Kultur und Medien, Staatsministerin Monika Grütters, gab jetzt die Förderprojekte aus dem Denkmalpflegeprogramm bekannt. Im Haushalt für die Substanzerhaltung und Restaurierung gesamtstaatlich bedeutender Baudenkmäler sind in diesem Jahr 6 Millionen Euro enthalten, wovon allein 700.000 Euro für das Bremer Rathaus vorgesehen sind.

Grund für die Sanierung des Bremer Rathausdaches ist das unkontrollierte Eindringen von Regenwasser in den wertvollen historischen Dachstuhl. Das zwischen den Jahren 1405 und 1408 errichtete Alte Rathaus wurde zuletzt 1925 komplett neu mit Kupferscharen eingedeckt. Die Scharen wurden über die Jahrzehnte, auch aufgrund von Beschädigungen durch Bombensplitter während des 2. Weltkrieges, porös. Die beschädigten Stellen durch die es reinregnet sind kaum zu lokalisieren. Deshalb ist zur Erhaltung der historischen Bausubstanz eine komplette Sanierung des Daches notwendig. Die Neueindeckung soll voraussichtlich im Oktober 2016 abgeschlossen sein. Die vertraute grüne Farbe des Kupferdachs wird sich nach einhelliger Expertenmeinung in rund 20 Jahren wieder den Betrachterinnen und Betrachtern bieten.

Service Informationen über den Verlauf der Dachsanierung gibt es auf der Website www.rathaus.bremen.de

Fotos: Senatspressestelle Anja Raschdorf