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Der Senator für Kultur

Rolandpreis für Kunst im öffentlichen Raum an Michaela Melián vergeben

26.02.2019
Michaela Melián (© Jörg Koopmann)
Michaela Melián (© Jörg Koopmann)

Im Kaminsaal des Bremer Rathauses ist am Montag (25. Februar 2019) der Rolandpreis für Kunst im öffentlichen Raum der Stiftung Bremer Bildhauerpreis an Michaela Melián überreicht worden. Mehr als 100 Gäste nahmen an der Preisverleihung teil, die von dem Ensemble New Babylon musikalisch gestaltet wurde. Die Auszeichnung ist mit 15.000 Euro dotiert und wird an Künstler oder Künstlerinnen vergeben, die mit ihren Arbeiten neue Denk- und Aktionsfelder für die Kunst im öffentlichen Raum erschließen. Mit der Vergabe ist die Bitte an den Preisträger oder die Preisträgerin verbunden, ein künstlerisches Projekt für den öffentlichen Raum in Bremen zu entwickeln. Zu den bisherigen Preisträgern gehören Monica Bonvicini, Christian Boltanski und Hans Haacke.

Prof. Dr. Kudielka, Vorsitzender der Stiftung, sagte, dass Michaela Melián nicht der üblichen Vorstellung einer Bildhauerin entspreche. Sie erweitere den Begriff des öffentlichen Raums, indem sie verschiedene Medien nutze, darunter auch das Internet, und den realen mit dem virtuellen Raum verknüpfe. Kulturstaatsrätin Carmen Emigholz führte aus, dass Michaela Meliáns Kunst, die sich mit historischen Themen wie Migration, Judenverfolgung und der NS-Gewaltherrschaft beschäftige, gerade in dieser Zeit notwendig sei. Denn es würden auch wieder demokratische Grundrechte wie der Schutz der Kunstfreiheit in Frage gestellt. „Es ist gut, wenn Künstlerinnen und Künstler darauf reagieren und mit ihren Werken Anlass zur Auseinandersetzung geben – so wie Michaela Melián“, fügte die Staatsrätin hinzu. Dr. Claudia Büttner, Kunsthistorikerin und Kuratorin, unterstrich in ihrer Laudatio das Gespür der Künstlerin für die neuralgischen Punkte in der Geschichte und der Gesellschaft. Mit ihren innovativen Formen und Formaten entwickele sie eine neue Gedenkkultur, die auch jüngere Menschen anspreche.

Michaela Melián, Jahrgang 1956, hat Kunst und Musik in München und London studiert und arbeitet als Bildhauerin und Musikerin. Sie lebt in Berg bei München und in Hamburg, wo sie seit 2010 eine Professur für zeitbezogene Medien an der Hochschule der Bildenden Künste innehat. Sie wurde schon vielfach ausgezeichnet. So erhielt die Künstlerin 2018 den Edwin-Scharff-Kunstpreis der Stadt Hamburg, 2012 den Grimme Online Award, 2011 und 2010 den Kunstpreis der Stadt Nordhorn sowie den Kunstpreis der Landeshauptstadt München. 2006 wurde sie mit dem Hörspielpreis der Kriegsblinden/Preis für Audiokunst und 1996 und 1995 mit dem Bayerischen Staatsförderpreis Bildende Kunst beziehungsweise dem Förderpreis zum Internationalen Preis für Bildende Kunst des Landes Baden-Württemberg ausgezeichnet.

Im Anschluss an die Preisverleihung sprach Michaela Melián in der Kunsthalle Bremen über ihr Werk.

Foto:
© Jörg Koopmann
© Thomas Meinecke