Nach Kanalsanierung: Mehr Grün, kühlere Temperaturen und besseres Regenwassermanagment
14.09.2026Die Rasteder Straße im Bremer Stadtteil Gröpelingen ist im Zuge einer koordinierten Straßensanierung im sogenannten Huckepack-Verfahren umfassend erneuert und zugleich klimaangepasst weiterentwickelt worden. Ziel war es, einen sogenannten blau-grünen Straßenraum zu schaffen, der sowohl den Anforderungen des Klimawandels als auch den Bedürfnissen der Anwohnerinnen und Anwohner gerecht wird. Grundlage für die Maßnahme ist das Integrierte Entwicklungskonzept Gröpelingen (IEK Gröpelingen). Im Rahmen der Woche der Klimaanpassung wurde die fertiggestellte Rasteder Straße nun offiziell eingeweiht. Dabei pflanzten Umweltsenatorin Henrike Müller sowie Bausenatorin Özlem Ünsal symbolisch gemeinsam einen Baum und würdigten die abgeschlossenen Maßnahmen.
Henrike Müller, Senatorin für Umwelt, Klima und Wissenschaft: "Eine klimaangepasste Stadt ist entscheidend für das Wohlbefinden der Menschen. Wo Bäume wachsen, Regenwasser versickern kann und das Schwammstadt-Prinzip umgesetzt wird, ist es spürbar kühler und angenehmer – das macht unsere Stadt lebenswerter. Die Folgen des Klimawandels, wie Hitze, Blaualgen oder der Eichenprozessionsspinner, erleben wir schon heute. Deshalb handeln wir jetzt."
Özlem Ünsal, Senatorin für Bau, Mobilität und Stadtentwicklung: "Klimaanpassung darf kein Luxus einzelner Stadtteile sein. Deshalb fließen aus unser Städtebauförderung, dem Programm 'Sozialer Zusammenhalt', 200.000 Euro nach Gröpelingen, wo Menschen wenig Ausweichmöglichkeiten vor Hitze haben. Unser Blick muss sich vorrangig in diese Quartiere richten, die den geringsten Schutz haben. Dort muss die Stadt zuerst besser werden: Schatten, Kühlung und eine barrierefreie Querung stehen deswegen an erster Stelle."
Beteiligt an der Umsetzung sind: Die Senatorin für Bau, Mobilität und Stadtentwicklung (Koordination und Fördermittel), Die Senatorin für Umwelt, Klima und Wissenschaft (fachliche Begleitung), hanseWasser Bremen GmbH (Abwasserentsorgung), der Umweltbetrieb Bremen (Grünflächen und Stadtentwässerung) sowie das Amt für Straßen und Verkehr Bremen (Planung der Verkehrsanlagen).
Ausgangspunkt der Arbeiten in der Rasteder Straße war eine notwendige Kanalsanierung. Diese Gelegenheit wurde genutzt, um die Straßen grundlegend zu erneuern und zukunftsfähig zu gestalten. Die Planungen begannen 2024 mit ersten gemeinsamen Gesprächen. Neben der ohnehin erforderlichen baulichen Erneuerung lag der Fokus auf Maßnahmen zur Klimaanpassung. Dabei wurden unter anderem die zukünftige Verkehrsbelastung, der Zustand der Fahrbahn sowie ein verbessertes Regenwassermanagement zur Aufnahme und Ableitung von Niederschlagswasser berücksichtig. Zusätzlich wurde die Straße begrünt, eine barrierefreie Querungsmöglichkeit geschaffen und Fahrradbügel installiert.
Vor der Umgestaltung war die rund neun Meter breite Straße mit großformatigem Kopfsteinpflaster befestigt, ohne Bäume oder Vorgärten. Die Gehwege schlossen direkt an die Gebäude an. Mit der Neugestaltung der Straße wurde ein wichtiger Beitrag zur Klimaanpassung und zur Verbesserung der Aufenthaltsqualität im Quartier geleistet. Neu sind das versickerungsfähige Pflaster im Straßenraum sowie wasserdurchlässiger Beläge auf Parkplätzen. Im Zuge der Umgestaltung wurden insgesamt vier klimarobuste Bäume in Tiefbeete gepflanzt, die der Straße ein neues Erscheinungsbild verleihen. Die Tiefbeete speichern Regenwasser von der Straße und den Gehwegen und ermöglichen dessen Versickerung. Das Schwammstadt-Prinzip wird so umgesetzt: Regenwasser wird als Ressource genutzt, versorgt Straßenbäume und das Begleitgrün und sorgt durch Verdunstung zur Kühlung des Umfelds.
Das Prinzip wird neben der Rasteder Straße auch in der Glogauer Straße angewendet und ist für den Schwarzer Weg geplant. Mit der Maßnahme konnte die Funktionalität der Straße verbessert, das Straßenbild deutlich aufgewertet und zugleich ein Beitrag zu einer klimaangepassten und lebenswerteren Stadt geleistet werden. Die zusätzlichen Kosten in Höhe von 200.000 Euro für die Klimaanpassungsmaßnahmen wurden über Mittel der Städtebauförderung aus dem Programm "Sozialer Zusammenhalt" finanziert. Die Huckepackmaßnahme wurde möglich durch die enge Zusammenarbeit der beteiligten Ressorts und Ämter, die die Gelegenheit der ohnehin notwendigen Sanierung genutzt haben.
Insgesamt wurden im Stadtteil Gröpelingen bereits mehr als 1.600 Quadratmeter entsiegelt und begrünt. Die Maßnahmen und konzeptionellen Ansätze sind in der neu veröffentlichten Broschüre "Lebendiges Gröpelingen – Klimaanpassung im Stadtteil" dokumentiert, die im Rahmen der Einweihung vorgestellt wurde – eine Übersicht über die erfolgte Zusammenarbeit beider Resorts im Rahmen des Integrierten Entwicklungskonzepts (IEK) Gröpelingen.
Vom 14. bis zum 20. September findet die fünfte Woche der Klimaanpassung (WdKA) statt. Seit 2022 wird die Aktionswoche auf Initiative des Bundesministeriums für Umwelt, Klimaschutz, Naturschutz und nukleare Sicherheit vom Zentrum Klima-Anpassung (ZKA) umgesetzt. Mit stetig wachsender Beteiligung zeigen Kommunen, Verbände, soziale Einrichtungen und weitere Akteure die Vielfalt der Klimaanpassung im gesamten Bundesgebiet auf. Weitere Infos unter www.zentrum-klimaanpassung.de
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