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Die Senatorin für Kinder und Bildung | Die Senatorin für Wirtschaft, Arbeit und Europa

Projekt "F.IT" fördert Zugang von Frauen in Berufe der IT-Branche

1 Million Euro stehen zur Verfügung / Laufzeit bis Dezember 2023

10.01.2022

Frauen sind in der Bremer IT-Branche erheblich unterrepräsentiert. Die Branche besteht in Bremen aus gut 12.000 Beschäftigten, nur rund ein Drittel davon sind Frauen. Um ihren Anteil in der Branche zu erhöhen, fördert der Senat eine Reihe an Aktivitäten. Das Portal "Avanja.de", finanziert von der Senatorin für Wirtschaft, Arbeit und Europa, unterstützt Unternehmen, Frauen für die IT zu gewinnen. Nun werden in Kooperation mit der Agentur für Arbeit in dem Projekt "F.IT – Frauen in IT" 20 Ausbildungen und 20 Weiterbildungen für Frauen in der IT-Branche gefördert. Damit sollen Frauen ohne einschlägiges Fach- oder Hochschulstudium berufliche Ein- oder Umstiege in die Digitalbranche ermöglicht werden. Da auch nichtakademische Fachkräfte in der IT-Branche zunehmend benötigt werden, sind speziell berufliche Ein- und Umstiege über Aus- und Weiterbildungen erfolgversprechend.

Kristina Vogt (Senatorin für Wirtschaft, Arbeit und Europa): "Die IT-Branche bildet mit Blick auf die Beschäftigten Bremens drittgrößten Wirtschaftssektor. Dass der Anteil an weiblichen Beschäftigten so gering ist, kann nicht so bleiben. Wir wollen, dass mehr Frauen profitieren. Frauen müssen verstärkt in den Zukunftsbranchen arbeiten, das ist nicht nur für die Erwerbsbeteiligung von Frauen wichtig, sondern zugleich ein Lösungsansatz für den Fachkräftemangel in der Branche selbst. Deshalb fördern wir mit dem Projekt F.IT die Maßnahmen zur nachhaltigen Integration von Frauen in die Digitalbranche. Die für dieses Vorhaben geschaffenen Stellen in der IT-Branche sollen von Frauen besetzt werden, die den Wieder- oder Quereinstieg in die IT-Branche gehen."

Konkret werden in der IT-Branche nun betriebliche Ausbildungsplätze und Weiterbildungsmöglichkeiten für Frauen bzw. Quereinsteigerinnen entstehen, die in enger Kooperation mit der Agentur für Arbeit besetzt und gefördert werden. Neben der Qualifizierung ist auch die Ausbildung im IT-Bereich von großer Bedeutung. Daher hat der Senat bereits einen zweiten Klassenverband im Ausbildungsberuf "Mathematisch-technische*r-Assistent*in" am Schulzentrum Utbremen eingerichtet und gestartet. Der Bildungsgang wird vollschulisch angeboten. Auch hier sollen verstärkt Frauen für den IT Bereich gewonnen werden.

Sascha Karolin Aulepp (Senatorin für Kinder und Bildung): "Weil für den zukunftsträchtigen Bereich der Digitalisierung und Informationstechnologien dringend Fachkräfte gebraucht werden, ist es gut, dass wir am Schulzentrum Utbremen für 20 junge Menschen eine zweite Ausbildungsklasse zur Mathematisch-Technischen Assistentin geschaffen haben. Das Ziel, für diese Ausbildung mehr junge Frauen zu interessieren, hat das Projekt 'F.IT – Frauen in IT' aber leider noch nicht erreicht. Das zeigt, dass noch härter daran gearbeitet werden muss, eine geschlechtsspezifische Zuschreibung von Berufen aufzubrechen und Strukturen in den Bereichen der Informationstechnologie und Digitalisierung so zu ändern, dass Mädchen und Frauen selbstverständlich dazugehören. Auch wenn wir in Bremen schon mit vielen Angeboten an Schulen, mit dem MINT-Netzwerk oder durch 'Jugend forscht' viele Schülerinnen für MINT-Fächer interessieren konnten."

Die Umsetzung des F.IT-Projektes erfolgt gemeinsam durch den Branchenverband für Medien- und IT-Unternehmen des Landes - bremen digitalmedia e.V., dem Institut Technik und Bildung (ITB) der Universität Bremen und dem Institut für Informationsmanagement Bremen GmbH (ifib). Zur Durchführung gehört einerseits die Akquise und Besetzung von Ausbildungsplätzen und Arbeitsplätzen mit Weiterbildungsmöglichkeiten und andererseits eine Begleitforschung, die unter anderem die Teilnehmerinnen auf ihren Aus- und Weiterbildungswegen begleitet, um auch auf diesem Wege mögliche Integrationshemmnisse für Frauen in der IT-Branche zu erkennen. Im Forschungsteil, der von den beiden Instituten übernommen wird, geht es zudem darum, geeignete Ansätze zur nachhaltigen Integration von Frauen in der Digitalbranche in den Blick zu nehmen. Schließlich sollen die Teilnehmerinnen im Anschluss an die Aus- und Weiterbildungen in eine dauerhafte sozialversicherungspflichtige Beschäftigung wechseln können.

Joachim Ossmann (Agentur für Arbeit): "Die IT- Branche boomt bereits seit Jahren und bietet im Rahmen der Digitalisierung glänzende Zukunftsaussichten für Fachkräfte. Leider sind Frauen in diesem Beschäftigungsfeld bisher gegenüber Männern unterrepräsentiert. Objektiv besteht aber überhaupt kein Grund, warum Frauen sich in IT –Berufen nicht mindestens genauso gut wie Männer behaupten können sollten. Im Gegenteil: Die flexiblen Beschäftigungsmodelle in dieser Branche sind geeignet, das Problem der Vereinbarkeit von Familie und Beruf gut zu lösen. Man muss Frauen nur Mut machen, dieses Berufsfeld für sich zu erarbeiten. Das beweisen die guten Erfahrungen, die wir im letzten Jahr mit den IT Workshops speziell für Frauen im Rahmen der Initiative 'Frauen starten digital durch' gemacht haben. Viele Frauen haben ihre Begabungen für die IT in diesen Orientierungskursen entdeckt und verfolgen für sich als Berufsziel nun den Einstieg in die IT. Mit der heutigen Unterschrift unter die gemeinsame Absichtserklärung werden die Berufsaussichten für Frauen in der IT noch weiter verbessert und es wird gleichzeitig ein Beitrag gegen den Fachkräftemangel in den klein- und mittelständischen KI Unternehmen in Bremen geleistet."

Björn Portillo, 1. Vorsitzender von bremen digitalmedia: "Als Branchenverband der hiesigen Digitalwirtschaft wissen wir um den dringenden Bedarf an IT-Fachkräften nicht nur bei unseren Mitgliedern. Dank F.IT haben wir nun die einmalige Chance, durch die Etablierung gezielter und passgenauer Weiterbildungs- und Qualifizierungsangebote insbesondere weibliche Fachkräfte für die eigene Branche sowie IT-nahe Berufe zu gewinnen. In einem starken Verbund aus Projekt- und Kooperationspartnern werden wir unser Vorhaben nun im Schulterschluss erfolgreich angehen."

Prof. Dr.-Ing. Maren Petersen, Institut Technik und Bildung (ITB) der Universität Bremen: "Die Corona-Pandemie hat den Mangel an Fachkräften weiter erhöht und die berufliche Bildung vor neue Herausforderungen gestellt. F.IT setzt durch innovative Maßnahmen in der Aus- und Weiterbildung und stabile Netzwerke neue Impulse und erschließt so der IT-Branche und IT-nahen Berufen im Land Bremen mittel- und langfristig einen Personenkreis, der bisher im Berufsfeld stark unterrepräsentiert ist: Frauen. Hier legen wir insbesondere einen Fokus auf Frauen mit Migrationshintergrund, Alleinerziehende ohne Arbeit und junge Frauen ohne Ausbildung."

Dr. Stefan Welling, Institut für Informationsmanagement Bremen (ifib): "Viele Aktivitäten, die darauf abzielen, den Anteil von Frauen in IT- und IT-nahen Berufen zu erhöhen, adressieren die Ausbildung an Hochschulen und Universitäten. F.IT eröffnet Frauen neue Chancen auf eine zukunftssichere berufliche Tätigkeit, für die eine akademische Ausbildung nicht in Frage kommt und trägt so unter anderem zu mehr Chancengerechtigkeit im Beruf bei."

Für das Projekt "F.IT – Frauen in IT" und die damit zusammenhängenden Vorhaben stehen Mittel in Höhe von 1 Million Euro aus dem Bremen-Fonds zur Verfügung. Laufzeit des F.IT-Projekts: September 2021 bis Dezember 2023.

Ansprechpersonen für die Medien:
Christoph Sonnenberg, Stellvertretender Pressesprecher bei der Senatorin für Wirtschaft, Arbeit und Europa, Tel.: (0421) 361-82909, E-Mail: christoph.sonnenberg@wae.bremen.de

Maike Wiedwald, Pressesprecherin bei der Senatorin für Kinder und Bildung, Tel.: (0421) 361-2853, E-Mail: maike.wiedwald@bildung.bremen.de