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Die Senatorin für Soziales, Jugend, Integration und Sport

Neuer "Altenplan 2007" für die Stadtgemeinde Bremen:

02.05.2007

Bürgerinnen und Bürger an der Entwicklung beteiligt

Die Stadt Bremen hat einen neuen Altenplan: Er soll Planern, Praktikern und Bürgerinnen und Bürgern Orientierungen zur Altenpolitik und ihren Zielsetzungen ermöglichen. Angebote und Maßnahmen für ältere Menschen werden aufgezeigt und Entwicklungsbedarfe werden hervorgehoben. Der Altenplan kann auch von Initiativen, Diensten und Einrichtungen genutzt werden, die Aktivitäten planen oder einen Überblick über die bremische Altenpolitik gewinnen wollen.

Beteiligungsprozess

„Wir leben heute länger als unsere Eltern und Großeltern. Jeder Einzelne macht sich Gedanken darüber, wie er im Alter leben kann und will und wie wir gemeinschaftlich leben wollen, wie wir uns unsere Stadt vorstellen“, so Sozialsenatorin Ingelore Rosenkötter. Deshalb wurde nach ihren Worten bei der Entwicklung des neuen Altenplans auf die Beteiligung der Bürgerinnen und Bürger sowie vieler Institutionen und Fachleute besonderer Wert gelegt. Der Entwurf für den neuen Altenplan konnte auf einer Website vom November 2005 bis zum März 2007 in jeweils aktualisierter Fassung eingesehen werden. Dieser bisher einmalige Beteiligungsprozess bei der Aufstellung eines kommunalen Altenplans hat unter anderem auch zu einem vertieften gegenseitigen Verständnis aller Partner beigetragen.

In sieben öffentlichen Veranstaltungen wurden einzelne Themenbereiche des Altenplans gesondert diskutiert. Es wurden die Themen "Begegnungsstätten", "Wohnen im Alter", "Ambulante Versorgung", "Stationäre Versorgung", "Sterbebegleitung", "Gesundheitliche Versorgung" und andere behandelt. Referenten aus der Sozialbehörde wurden von verschiedenen Organisationen und Stadtteilbeiräten zu Gesprächen über den Altenplan oder einzelne Themen eingeladen. Die jeweiligen Ergebnisse wurden dem neuen Altenplan hinzugefügt.

Veröffentlichung im Internet

Der Öffentlichkeit wird der Altenplan im Internet zur Verfügung gestellt unter der Adresse: www.soziales.bremen.de/altenplan.
Er kann auch in der Stadtbibliothek, bei der Seniorenvertretung und in der Sozialbehörde eingesehen werden.

Eine Themenauswahl aus dem Altenplan

Pflegeheime

Die Zunahme an Pflegeheimplätzen fiel in den letzten Jahren erheblich höher aus als der aus der demografischen Entwicklung abgeleitete Bedarf. In Bremen gibt es eine gute Versorgung bei rückläufiger Auslastung der Heime. Die Bremer Heimträger haben sich auf die veränderten Bedürfnisse älterer Menschen weitgehend eingestellt. Dies zeigt sich in der Umsetzung neuer Konzepte und der qualitätsverbessernden Sanierung bestehender Heime.

Dienstleistungszentren

Jährlich nehmen ca. 6 500 Personen die Leistungen der Dienstleistungszentren in Anspruch. Erheblich mehr Ältere lassen sich von den Dienstleistungszentren beraten. Über 2 700 Nachbarschaftshelferinnen, die von den Dienstleistungszentren vermittelt werden, unterstützen das selbständige Wohnen im Alter.

Angebote für Demenzkranke

In Bremen leben etwa 7 000 Kranke mit Demenz in mittlerer und schwerer Ausprägung. Etwa 4 000 Personen werden zuhause durch ambulante Pflegedienste und Angehörige betreut. Mit zunehmendem hohen Alter steigt der Anteil Demenzkranker rapide. Die angemessene Versorgung der Demenzkranken ist eines der dringlichsten Themen der Altenpolitik.

Wohnen im Alter

Der Anteil der über 60-jährigen an der Bevölkerung Bremens beträgt circa 26 Prozent. Davon leben nur rund 7 Prozent in Alten- und Servicewohnungen sowie Alten- und Pflegeheimen. Ein Ziel der bremischen Politik für die Seniorinnen und Senioren ist es, für ältere oder behinderte Menschen die Rahmenbedingungen dafür zu schaffen oder zu sichern, dass sie in der eigenen Wohnung bleiben können. Von alten- und behindertengerechten Wohnungen hängt maßgeblich ab, ob auch bei Hilfe- und Pflegebedarf eine autonome Lebensführung möglich ist.

Migranten und Migrantinnen

Die Angebote der Altenhilfe werden bislang von der ausländischen Bevölkerung unterdurchschnittlich in Anspruch genommen. Aber ein ansteigender Bedarf an Angeboten in allen Bereichen der Altenhilfe ist bei den älteren Migrantinnen und Migranten festzustellen. Pflege-Dienstleister stellen sich verstärkt auf ihre Wünsche und Bedürfnisse ein.