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Die Senatorin für Wirtschaft, Arbeit und Europa

Neue Wege in der beruflichen Orientierung

Ausbildung: innovativ und die Rotary Clubs bringen Verstetigung des Berufsparcours an Bremer Schulen auf den Weg

10.11.2021

Nach einem erfolgreichen ersten Durchgang im Juni dieses Jahres geht der Berufsparcours am heutigen 10. November 2021 in die zweiten Runde. Rund 800 Schülerinnen und Schüler in der Oberschule am Waller Ring absolvieren 36 Übungen zu verschiedenen Berufen, um diese praktisch zu erleben. Beteiligt sind diesmal 24 Unternehmen, organisiert und durchgeführt wird die Veranstaltung erneut vom Technikzentrum Minden-Lübbecke und JobTIXX.

"Der direkte Kontakt zwischen Unternehmen und Schülerinnen und Schülern ist wichtig. Einerseits, um Arbeitsmittel und Materialien kennenzulernen und ihre Talente in neuen und lebensechten Situationen auszuprobieren. Unternehmen können andererseits real zeigen, was für spannende und vielfältige Tätigkeiten es gibt. Das in einem Parcours zusammenzuführen, ist eine kreative Idee, die wir unbedingt fortsetzen wollen", sagt Kristina Vogt, Senatorin für Wirtschaft, Arbeit und Europa. Um noch vielen weiteren Schülerinnen und Schülern diese Möglichkeit zu bieten, sind alle beteiligten Akteure übereingekommen, den Berufsparcours fest zu etablieren. Im Jahr 2022 sollen mindestens acht weitere Veranstaltungen des Berufsparcours an Schulen in Bremen stattfinden. Finanziert werden sollen diese durch die Bremer Rotary Clubs, die Agentur für Arbeit, die Unternehmensverbände im Lande Bremen e.V., die Handelskammer Bremen und die Handwerkskammer Bremen sowie durch die Senatorin für Wirtschaft, Arbeit und Europa. Derzeit laufen hierzu in den Gremien die Abstimmungsprozesse.

Frank Priewe, Vorstandsmitglied Rotary Club Bremen-Neuenlande: "Wir freuen uns über die Unterstützung, die wir für dieses Projekt erhalten. Mit jedem Berufsparcours bringen wir mehr Schülerinnen und Schüler und Unternehmen zusammen und kommen unserem Ziel, das jeder Schüler und jede Schülerin nach dem Verlassen der Schule eine konkrete Zukunftsperspektive hat, ein Stückchen näher. Der Berufsparcours bietet im Gegensatz zu sonstigen Messeformaten ein persönliches und ungezwungenes Kennenlernen zwischen Schülerinnen und Schülern und Arbeitgeberinnen und Arbeitgebern. Den Erfolg kann man konkret messen: Nach dem letzten Berufsparcours hatten 23 Prozent aller Teilnehmerinnen und Teilnehmer ein erfolgreiches "Matching" mit Unternehmen und einen Praktikums- oder Ausbildungsplatz erhalten."

Joachim Ossmann, Vorsitzender der Geschäftsführung der Agentur für Arbeit Bremen-Bremerhaven anlässlich des heutigen Berufsparcours: "Ich freue mich sehr, dass wir den Berufsparcours in Kooperation mit dem Rotary Club Bremen-Neuenlande, der Handwerkskammer Bremen und den Unternehmensverbänden im Lande Bremen heute in der Oberschule Walle finanziell ermöglichen konnten. Der Berufsparcours wurde vom Technikzentrum Minden-Lübbecke entwickelt. Die Schülerinnen und Schüler können sich in einer Art Minipraktikum selbst in Berufen ausprobieren und sich damit ein sehr praxisnahes Bild von den Anforderungen machen. Dieses Format bildet damit einen weiteren wesentlichen Baustein in der Berufsorientierung Jugendlicher. Denn unsere Berufsberatung an der Schule kann nahtlos an die Erfahrungen und Informationen, die die Schülerinnen und Schüler heute machen, anknüpfen. Der Berufsparcours bleibt so kein Einzelereignis, sondern kann im weiteren Beratungsverlauf z.B. über einen Besuch des Berufsinformationszentrums zur weiteren Informationsvertiefung bis zur Vermittlung des Wunschausbildungsplatzes führen. Ich begrüße daher die geplante Ausweitung des Berufsparcours auf weitere Schulen im nächsten Jahr. Die im Rahmen der Berufsorientierung durch uns dafür eingesetzten Mittel sind sinnvoll ausgegebenes Geld."

Michael Zeimet, Geschäftsführer und Leiter des Geschäftsbereichs Aus- und Weiterbildung bei der Handelskammer Bremen - IHK für Bremen und Bremerhaven sagt: "Gemeinsam mit unserem Ehrenamt setzen wir uns seit Jahren beispielsweise mit der Initiative 'Unternehmer in die Schulen' für die Berufsorientierung ein. Unserer Erfahrung nach bedarf es unterschiedlicher Formate für junge Menschen, sich mit der eigenen beruflichen Zukunft auseinander zu setzen. Der Berufsparcours ist ein weiteres sinnvolles Angebot, das die Handelskammer gerne unterstützt."

Die Handwerkskammer Bremen unterstützt das Projekt und begrüßt vor allem, dass Schülerinnen und Schüler und Betriebe dabei schnell und unkompliziert erste Kontakte knüpfen können. Thomas Kurzke, Präses der Handwerkskammer Bremen, sagt: "Persönliche Eindrücke von einzelnen Berufen und persönliche Gespräche sind für junge Menschen bei der Berufswahl extrem wichtig und durch nichts zu ersetzen. Leider haben viele Jugendliche noch immer falsche oder veraltete Vorstellungen vom Handwerk. Beim Berufsparcours können unsere Handwerksbetriebe aber zeigen, wie modern das Handwerk aufgestellt ist und welche Chancen es jungen Menschen bietet. Deshalb begrüßen wir ausdrücklich ihr Engagement."

"Das Projekt ist eine sinnvolle Ergänzung zu unseren bestehenden Angeboten im Rahmen der Jugendberufsagentur im Land Bremen", sagt Senatorin Vogt. "Durch unsere Initiative Ausbildung: innovativ können wir mit dem Berufsparcours eine leistungsfähige und innovative Schnittstelle zwischen den Schulen und der Bremer Wirtschaft in weiteren Quartieren anbieten."

Initiative Ausbildung: innovativ

Ausbildung: innovativ ist ein Bündnis aus senatorischen Behörden, Kammern, Unternehmen und Sozialpartnern. Gemeinsames Ziel ist es, bis Mitte 2023 sowohl die Zahl der als weitersuchend registrierten Bewerberinnen und Bewerber sowie der als unbesetzt gemeldeten Berufsausbildungsstellen zu halbieren. Dazu wurden im März 2021 fünf zentrale Handlungsfelder festgelegt. Eines davon ist die Stärkung der beruflichen Orientierung für junge Menschen.

Die berufliche Orientierung ist die Basis für einen erfolgreichen Übergang und Ausbildungsabschluss. In diesem Sommer ist mit dem "Berufsparcours" ein weiteres Format für die 9. und 10. Klassen in diesem Handlungsfeld hinzugekommen. Bei diesem stellen sich Ausbildungsbetriebe mit kurzen, berufstypischen Tätigkeiten den Schülerinnen und Schülern direkt an den Schulen vor. Die Schülerinnen und Schüler absolvieren den so entstehenden Parcours und kommen dabei mit Auszubildenden und Ausbilderinnen und Ausbildern der jeweiligen Betriebe in Kontakt. Diese haben so die Chance, interessierte und talentierte Schülerinnen und Schüler direkt anzusprechen und ihnen im Nachgang einen Praktikums- oder Ausbildungsplatz anzubieten.

Kernpartner von "Ausbildung: innovativ" sind neben der Senatorin für Wirtschaft, Arbeit und Europa und der Agentur für Arbeit, die Senatorin für Kinder und Bildung, die Senatorin für Soziales, Jugend, Integration und Sport, der Magistrat der Stadt Bremerhaven (Dezernate I und IV), die Arbeitnehmerkammer Bremen, der Deutscher Gewerkschaftsbund Region Bremen-Elbe-Weser, die Handelskammer Bremen - IHK für Bremen und Bremerhaven, die Handwerkskammer Bremen, das Jobcenter Bremen, das Jobcenter Bremerhaven, die Kreishandwerkerschaft Bremen sowie die Unternehmensverbände im Lande Bremen e. V.

Ansprechpartner für die Medien:
Christoph Sonnenberg, Stellvertretender Pressesprecher bei der Senatorin für Wirtschaft, Arbeit und Europa, Tel.: (0421) 361-82909, E-Mail: christoph.sonnenberg@wae.bremen.de