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Die Senatorin für Umwelt, Klima und Wissenschaft

Nächster Meilenstein für klimaneutrale Wärmeversorgung in Bremen

Senat beschließt Wärmeplan

07.04.2026

Der Senat hat den kommunalen Wärmeplan am heutigen Dienstag (7. April 2026) beschlossen und damit den nächsten wichtigen Schritt auf dem Weg zu einer klimaneutralen Wärmeversorgung gemacht. Zuvor war die öffentliche Beteiligung erfolgreich abgeschlossen worden: Insgesamt 208 Stellungnahmen wurden ausgewertet und in den finalen Plan eingearbeitet.

Mit der Wärmeplanung verfolgt der Senat das Ziel, die Wärmeversorgung in Bremen schrittweise zu dekarbonisieren und die Rahmenbedingungen für den Ausbau klimafreundlicher Technologien deutlich zu verbessern. Der Wärmeplan setzt dabei einen strategischen Rahmen und bietet Orientierung für die zukünftige Entwicklung der Wärmeversorgung. Er begründet jedoch keine einklagbaren Rechte oder Pflichten.

Henrike Müller, Senatorin für Umwelt, Klima und Wissenschaft: "Bremen steht vor der großen Aufgabe, die Wärmewende zu gestalten. Die kommunale Wärmeplanung gibt den Fahrplan vor: Wärmenetze ausbauen und neue zu errichten, klimaverträgliche Wärmequellen wie Flusswasserwärme oder Erdwärme, Abwärme mit Wärmepumpen zu nutzen und den Umstieg für Haushalte und Unternehmen sozial bezahlbar machen.

Gerade vor dem Hintergrund der aktuellen Energiekrise wird deutlich, wie dringend der Ausstieg aus fossilen Energieträgern wie Gas ist. Viele Bürger:innen spüren die Unsicherheit durch schwankende Preise und Abhängigkeiten unmittelbar im Alltag – umso wichtiger ist eine verlässliche, bezahlbare und unabhängige Wärmeversorgung vor Ort.

Es geht jetzt darum, die Maßnahmen der Umsetzungsstrategie konsequent umzusetzen und die Menschen transparent zu informieren. Mit dem beschlossenen Wärmeplan legt Bremen den Grundstein, um das Klimaziel 2038 im Gebäudesektor zu erreichen. Entscheidend dafür sind jedoch verlässliche Bundesregelungen: Häufig wechselnde Rahmenbedingungen und Anpassungen auf Bundesebene erschweren die Umsetzung kommunaler Ziele, verzögern Investitionen und verunsichern viele Haushalte und Unternehmen. Bremen braucht klare, langfristige Leitplanken, damit die Wärmewende erfolgreich, sozial ausgewogen und in der notwendigen Geschwindigkeit umgesetzt werden kann.
Die Wärmewende ist einer der zentralen Hebel für den Klimaschutz – ihr Erfolg hängt maßgeblich davon ab, dass Menschen vor Ort Planungssicherheit haben, private Haushalte ihre Wärmeversorgung effizient gestalten, und entscheidet maßgeblich darüber, ob wir unser Klimaziel halten können."

Die Ergebnisse des kommunalen Wärmeplans zeigen, dass der zukünftige Wärmebedarf der Stadt vollständig durch erneuerbare Energien und unvermeidbare Abwärme gedeckt werden kann. Bremen verfügt über vielfältige und umfangreiche Quellen für eine klimafreundliche Wärmeversorgung. Welche dieser Potenziale konkret genutzt werden, entscheiden die jeweiligen Wärmenetzbetreiber auf Grundlage technischer und wirtschaftlicher Bedingungen.

Ein zentraler Baustein ist der Ausbau der Wärmenetze: Rund 36 Prozent des zukünftigen Wärmebedarfs könnten über Fern- und Nahwärmenetze gedeckt werden. Davon entfallen 15,2 Prozent auf bestehende Fern- und Nahwärmenetze, 12,4 Prozent auf Verdichtung und Ausbau Wärmenetz im Bereich West-Mitte-Ost, 8,3 Prozent auf neue Wärmenetzte (Bremen Nord und Bremen Süd). Dafür sind Investitionen von rund 900 Millionen Euro sowie der Ausbau des Netzes um etwa 293 Kilometer erforderlich.

Gleichzeitig zeigt der Wärmeplan, dass eine dezentrale Versorgung – insbesondere durch Luft-Wasser- und Sole-Wasser-Wärmepumpen – für einen großen Teil der Gebäude eine geeignete Lösung darstellt. Voraussetzung dafür sind weitere Fortschritte bei der Energieeffizienz von Gebäuden sowie technologische Weiterentwicklungen.

Konkrete Orientierung für Bürgerinnen und Bürger

Der Wärmeplan bietet erstmals eine räumliche Orientierung: Er weist Eignungsgebiete für Wärmenetze sowie für dezentrale Versorgungslösungen aus. Zusätzlich wurden sogenannte Prüfgebiete identifiziert, in denen die optimale Versorgungsart noch weiter untersucht wird. Diese Gebiete eignen sich für eine dezentrale Versorgung, zum Beispiel mit Luftwärmepumpen. Zugleich weisen Sie jedoch eine hohe Wärmedichte auf, sodass es sich in Zukunft lohnen könnte, diese mit Fernwärme oder (kalte) Nahwärme zu versorgen. Diese sollen bis zur Fortschreibung des Plans bis Ende 2028 vertieft analysiert werden.

"Die vielen Rückmeldungen zeigen deutlich, wie sehr die Menschen in Bremen an der Wärmewende interessiert sind. Sie enthalten zahlreiche Hinweise, Ideen und Vorschläge. Mit diesen Rückmeldungen können wir die Wärmewende und die Planung der Wärmeversorgung noch besser gestalten und weiterentwickeln. Der Senat bedankt sich herzlich bei allen Beteiligten, deren Beiträge maßgeblich zur Weiterentwicklung der Wärmewende beigetragen haben, da sie entscheidend für soziale Gerechtigkeit, Energieunabhängigkeit und die Erreichung der Klimaziele sind", so Henrike Müller, Senatorin für Umwelt, Klima und Wissenschaft.

Bestandteil des Wärmeplans ist eine umfassende Umsetzungsstrategie. In acht zentralen Handlungsfeldern – vom beschleunigten Ausbau der Wärmenetze über die Nutzung klimafreundlicher Wärmequellen bis hin zu Information und Beratung – werden die wichtigsten Maßnahmen für die Wärmewende in Bremen aufgeschlüsselt.

Nach dem Senatsbeschluss wird der Wärmeplan im April in der städtischen Bremischen Bürgerschaft beraten. Damit erfüllt Bremen fristgerecht die Vorgaben des Bundes, wonach Großstädte bis Ende Juni 2026 einen Wärmeplan vorlegen müssen.

Der Wärmeplan, die Umsetzungsstrategie sowie alle Stellungnahmen mit Antworten werden nach der Behandlung der Bremischen Bürgerschaft öffentlich zugänglich gemacht unter www.waermeplanung.bremen.de. Bereits in der Zwischenzeit wird die Senatorin für Umwelt, Klima und Wissenschaft den Wunsch nach mehr öffentlicher Information, Debatte und Beteiligung aufgreifen und gemeinsam mit Energiekonsens regelmäßig über zentrale Fragen von Wärmewende und Wärmeplanung informieren und die öffentliche Diskussion dazu intensivieren.

Ansprechpartnerin für die Medien:
Ina Schulze, Pressesprecherin bei der Senatorin für Umwelt, Klima und Wissenschaft, Tel.: (0421) 361-96 269, E-Mail: ina.schulze@umwelt.bremen.de