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Mehr Fälle von geschlechtsspezifischer Gewalt

Polizeiliche Kriminalstatistik 2025 (PKS) offenbart erschreckende Zahlen

04.03.2026

Heute (4.März 2026) veröffentlichte die Senatorin für Inneres die Polizeiliche Kriminalstatistik 2025 (PKS) für das Land Bremen. "Die Anzahl der Fälle von geschlechtsspezifischer Gewalt bewegte sich in den Vorjahren bereits auf hohem Niveau. Der jetzt bei den Fallzahlen verzeichnete Anstieg von 7,1 Prozent ist daher umso erschreckender", erklärt Katharina Kunze, stellvertretende Landesfrauenbeauftragte. "Zudem handelt es sich dabei lediglich um die bei der Polizei angezeigten und abschließend bearbeiteten Fällen. Die im Februar dieses Jahres veröffentlichte Studie LeSuBiA zeigt, dass nur 5 bis 10 Prozent der Fälle von Partnerschafts- und sexualisierter Gewalt von den Betroffenen überhaupt zur Anzeige gebracht werden. Wir haben es hier also mit einem riesigen Dunkelfeld zu tun."

Die PKS erfasst zwei Kategorien geschlechtsspezifischer Gewalt. Das ist zum einen "Vergewaltigung und sexuelle Nötigung/Übergriff" und zum anderen "Partnerschaftsgewalt". Im Land Bremen gab es hier einen Anstieg der Fallzahlen um 7,1 Prozent. Der Anstieg ist auf die hohen Fallzahlen im Bereich der Partnerschaftsgewalt zurückzuführen, der bei 8,1 Prozent liegt. "Daheim sollten sich alle wohlfühlen – aber für viele Frauen und Mädchen ist das eigene Zuhause der gefährlichste Ort und wird zum Tatort von Delikten wie leichter und schwerer Körperverletzung, Stalking sowie Nötigung", so Kunze.

Die Fälle von Partnerschaftsgewalt stiegen im Land Bremen im Jahr 2025 im Vergleich zum Vorjahr um 8,1 Prozent an. Absolut waren es 2.658 Fälle, davon 2.002 in der Stadt Bremen und 656 in Bremerhaven. Im Jahr 2024 waren lag die Fallzahl bei 2.458, davon 1.797 in der Stadt Bremen und 661 in Bremerhaven. Rund 80 Prozent der von Partnerschaftsgewalt Betroffenen sind Frauen.

Betrachtet man die Fälle von Vergewaltigung und sexuelle Nötigung/Übergriff so ist ein Rückgang von 5,8 Prozent im Vergleich zum Jahr 2024 zu verzeichnen. Die absoluten Fallzahlen sanken von 191 im Jahr 2024 auf 180 Fälle im Jahr 2025. In der Stadt Bremen wurden 144 Fälle angezeigt, im Vorjahr waren es 149, in Bremerhaven waren es 36 Fälle, im Vorjahr 42.

Femizide im Land Bremen 2025
Die Staatsanwaltschaft Bremen berichtete im Jahr 2025 von vier Verfahren, die einen möglichen Femizid zum Gegenstand haben, allerdings liegen bislang keine abschließenden gerichtlichen Entscheidungen zu den Fällen vor.

"Wir müssen uns immer bewusst machen, dass hinter jeder Zahl in dieser Statistik das Leiden einer realen Person steckt. Das Land Bremen hat sich mit dem 2022 beschlossenen Landesaktionsplan zum Schutz von Mädchen und Frauen vor Gewalt auf den Weg gemacht, das Hilfesystem besser aufzustellen und Lücken zu schließen. 71 von 75 dort festgelegten Maßnahmen sind bereits umgesetzt. Sie haben im Land Bremen wichtige Vorhaben zur Prävention, zum Schutz vor geschlechtsspezifischer Gewalt und für passgenaue Hilfen angeschoben und umgesetzt. Doch wir haben es hier mit einem tief in der Gesellschaft verwurzelten Phänomen zu tun, dass noch viel mehr Aufmerksamkeit erfordert. Der Landesaktionsplan, wird nun, unter Federführung von der Senatorin für Gesundheit, Frauen und Verbraucherschutz sowie der ZGF, für die kommenden Jahre fortgeschrieben. Wichtig ist, dass die dort neu definierten Maßnahmen auch ausreichend finanziert werden", so die stellvertretende Landesfrauenbeauftragte.

Ansprechpartnerin für die Medien:
Susanne Gieffers, ZGF Presse- und Öffentlichkeitsarbeit, Tel.: (0421) 361-6050, E-Mail: presse@frauen.bremen.de