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Die Senatorin für Soziales, Jugend, Integration und Sport

Landesprogramm Lebendige Quartiere nimmt Kleinstquartiere in den Blick

Senatorin Stahmann: "Wir wirken wachsender Ungleichheit entgegen"

23.06.2021

Mit zielgerichteten Maßnahmen und Angeboten der Sozialarbeit sollen in Bremen Kleinst- und Sonderquartiere gestärkt werden. Das hat Sozialsenatorin Anja Stahmann heute (23. Juni 2021) zum Auftakt des Projektes "Kleinst- und Sonderquartiere" mitgeteilt. Sie hatte die Hans-Wendt-Stiftung beauftragt, Programmkonzepte sowie erste Projekte zu entwickeln. Davon profitieren nun die fünf Quartiere Kaspar-Ohm-Straße in Aumund-Hammersbeck, Alwin-Lonke-Straße in Burg-Grambke, Daniel-von-Büren-Straße in der Bahnhofsvorstadt, Blockdiek sowie Arsten-Nord. Die Kosten belaufen sich auf insgesamt rund 860.000 Euro bis Ende 2023. Finanziert werden sie aus dem Landesprogramm "Lebendige Quartiere" (LLQ), das im Haushalt der Senatorin für Soziales, Jugend, Integration und Sport im Rahmen der Sozialen Stadtentwicklung mit jährlich 2,2 Millionen Euro ausgestattet ist.

"Das Landesprogramm 'Lebendige Quartiere' ist aus dem Programm 'Wohnen in Nachbarschaften' (WiN) hervorgegangen und soll, wie WiN, dazu beitragen, der wachsenden Ungleichheit zwischen den Quartieren entgegenzuwirken", sagte Sozialsenatorin Anja Stahmann. Das Landesprogramm widme sich unter anderem "Kleinst- und Sondergebieten": "Das sind Gebiete, denen eine Förderung wie im WiN-Gebiet guttut, die aber die Kriterien für ein WiN-Gebiet nicht erfüllen", sagte sie weiter. WiN-Gebiete müssten unter anderem eine gewisse Größe haben, damit die Einbindung der Bewohnerinnen und Bewohner gut funktioniert. "Mit dem Förderschwerpunkt 'Kleinst- und Sondergebiete' können wir nun kleinteiliger handeln", sagte Senatorin Stahmann. Außerdem ließen sich Verbesserungen stabilisieren, wenn ein Quartier aus der WiN-Förderung herausgefallen ist, weil sich die sozialen Strukturdaten spürbar verbessert haben, aber weitere Förderung als sinnvoll angesehen wird.

Die soziale Arbeit in den Kleinst- und Sondergebieten sei letztlich dieselbe wie in WiN-Gebieten und wende sich den Themen Gesundheit, Bildung, Arbeit, Sicherheit und soziale Unterstützung zu. "Ziel ist es, die allgemeinen Lebens- und Entwicklungsbedingungen der Menschen in den Quartieren zu verbessern", sagte Senatorin Stahmann. "Für diese Aufgabe haben wir die Hans-Wendt-Stiftung als Trägerin gewinnen können, die mit einem sehr guten Konzept überzeugt hat."

Jörg Angerstein, Vorstand der Hans-Wendt-Stiftung, freut sich über die Beauftragung: "Es ist ein spannendes Projekt, bei dem wir unsere langjährige Erfahrung und große Expertise in der Quartiersentwicklung und -förderung einsetzen können. Durch den Einsatz von LLQ-Managern vor Ort sowie gezielten Maßnahmen möchten wir den Zusammenhalt stärken und die Chancengleichheit in den Quartieren verbessern."

Im gesamten Stadtgebiet ist die Hans-Wendt-Stiftung, die sich seit über 100 Jahren für Kinder und ihre Familien in Bremen einsetzt, mit Einrichtungen und Angeboten, wie zum Beispiel den Ambulanten Erziehungshilfen, vertreten. Auch in den fünf Kleinstquartieren verfügt sie über Netzwerkstrukturen. In Blockdiek und Huchting betreibt die Stiftung seit vielen Jahren die Quartiersbildungszentren. Seitens der Stiftung ist Stefan Kunold für das Projekt verantwortlich. Er ist langjähriger Leiter des Hans-Wendt Quartiersbildungszentrums (QBZ) Blockdiek.

"Bei der Themenbearbeitung werden wir die Bewohnerinnen und Bewohner vor Ort sowie bestehende Netzwerke, lokale Akteure, Beiräte und weitere Kooperationspartnerinnen und -partner eng mit einbeziehen. Zunächst nehmen wir pro Quartier eine umfassende Bestandsaufnahme vor. Aus diesen werden dann bedarfsgerechte und abgestimmte Maßnahmen entwickelt. Um die Arbeit in den Quartieren so nachhaltig wie möglich zu gestalten, werden wir zum Programmende ein umfassendes Konzept sowie Finanzierungsmodelle zur weiterführenden Quartiersarbeit entwickeln", so der Projektverantwortliche.

Die Hans-Wendt-Stiftung
Die Hans-Wendt-Stiftung ist ein anerkannter freier Träger der Kinder- und Jugendhilfe in Bremen. Mit rund 400 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern in 39 Niederlassungen stellt die gemeinnützige Organisation für Kinder, Jugendliche, junge Erwachsene und deren Familien ambulante, teilstationäre und stationäre Angebote bereit. Im Sinne des Stifters Hermann Otto Wendt, der im Andenken an seine Frau und sein einziges Kind Hans die Erholung von Kindern und Jugendlichen als Ziel festgelegt hat, setzt sich die Stiftung seit nunmehr über 100 Jahren mit ihren Kompetenzen, Erfahrungen und Überzeugungen nachhaltig für junge Menschen ein. Weitere Informationen unter: www.hans-wendt-stiftung.de.

Ansprechpartner für die Medien:
Dr. Bernd Schneider, Pressesprecher bei der Senatorin für Soziales, Jugend, Integration und Sport, Tel.: (0421) 361-4152, E-Mail: bernd.schneider@soziales.bremen.de