Sie sind hier:

Der Senator für Kultur

Kulturelle Begegnung zwischen Deutschland und Türkei

Kulturstaatsrätin Carmen Emigholz eröffnet die Kültürale 2021

06.10.2021
Carmen Emigholz (2. v. l.) eröffnet zusammen mit Sabine Uzuner, Bülent Uzuner, Aydan Özoguz und Generalkonsulin Gül Özoge Kaya (v.l.) die Kültürale 2021, Foto: Doris Trautmann
Carmen Emigholz (2. v. l.) eröffnet zusammen mit Sabine Uzuner, Bülent Uzuner, Aydan Özoguz und Generalkonsulin Gül Özoge Kaya (v.l.) die Kültürale 2021, Foto: Doris Trautmann

Mit Musik, einer Lesung und einer Preisverleihung begann am Dienstagabend (5. Oktober 2021) in der Oberen Rathaushalle die Kültürale 2021. Kulturstaatsrätin Carmen Emigholz und der Verein Kulturforum Türkei e.V. luden im Beisein von Gül Özge Kaya, Generalkonsulin der Republik Türkei, und der ehemaligen Staatsministerin für Migration, Flüchtlinge und Integration und Bundestagsmitglied, Aydan Özoguz, zur Eröffnung des Festivals, das in diesem Jahr unter dem Motto "60 Jahre Migration aus der Türkei nach Deutschland" seine zweite Auflage feiert. Bis zum 15. Oktober 2021 gibt das Festival interessierten Bremerinnen und Bremern Einblicke in das Schaffen deutscher, türkischer und deutsch-türkischer Künstlerinnen und Künstler.

Die Kültürale möchte Einblicke in eine Kultur geben, die Menschen formen, die aus der Türkei nach Deutschland gezogen sind. Insofern kommt der aktuellen Ausgabe der Kültürale besondere Bedeutung zu, weil sie mit dem 60-jährigen Jubiläum jenes bilateralen Anwerbeabkommens zusammenfällt, das die türkische Botschaft und das Auswärtige Amt in Bonn am 30. Oktober 1961 schlossen. "Das Anwerbeabkommen prägt bis heute die Gesellschaften in beiden Ländern. Nach Abkommen mit Italien, Spanien und Griechenland konnten sich laut der deutsch-türkischen Vereinbarung auch türkische Arbeiterinnen und Arbeiter für eine Stelle in Deutschland bewerben. Es kamen Schreiner und Maschinenschlosser, Bauern und Bauarbeiter, Ungelernte und Ausgebildete, Männer und Frauen. Es kamen Menschen. Etwa drei Millionen mit türkischen Wurzeln leben heute hierzulande", so Kulturstaatsrätin Carmen Emigholz in ihrer Begrüßungsrede auf der Eröffnungsveranstaltung.

Marie Hartlieb nimmt den diesjährigen Kültürale-Preis stellvertretend für das Redaktionskollektiv entgegen Foto: Doris Trautmann
Marie Hartlieb nimmt den diesjährigen Kültürale-Preis stellvertretend für das Redaktionskollektiv entgegen Foto: Doris Trautmann

Die erste Ausgabe der Külturale wurde im Mai 2018 vom Kulturforum Türkei e.V. ausgerichtet, der sich die Förderung von Kunst und Kultur zur Aufgabe gemacht hat. Fokus der Aktivitäten ist, kulturelle Einflüsse türkischstämmiger Einwanderer auf die deutsche Gesellschaft sichtbar zu machen, ein umfassendes, aktuelles Türkeibild zu vermitteln und ein türkisches Kulturnetzwerk in Deutschland aufzubauen. Im Rahmen der Eröffnungsveranstaltung wird ein Preis an eine Institution verliehen, die sich um die kulturelle Verständigung von Deutschen und Deutschtürken verdient gemacht hat. Dieses Jahr ging der Preis an die Kulturplattform maviblau mit Sitz in Berlin und Istanbul, die sich mit Begegnungen zwischen der Türkei und Deutschland im Bereich von Kunst, Kultur und Gesellschaft beschäftigt.

Die Musikerin Petra sorgt für musikalische Untermalung des Abends auf ihrem in Europa kaum bekannten Instrument Bağlama (auch Saz genannt) Foto: Doris Trautmann
Die Musikerin Petra sorgt für musikalische Untermalung des Abends auf ihrem in Europa kaum bekannten Instrument Bağlama (auch Saz genannt) Foto: Doris Trautmann

Einen ersten Einblick in das vielfältige Programm, das Bremen in den nächsten 13 Tagen erwartet, gaben die renommierte Lyrikerin, Dramatikerin und Hörspiel-Autorin Özlem Özgül Dündar und die polnisch-tschechische Musikerin Petra Nachtmanova, die mit Lesung und Musik die Preisverleihung einrahmten. "Mit den Menschen kam auch deren vielfältige Kultur nach Deutschland", hob Emigholz hervor. Im Zeichen des historischen Abkommen präsentiert die diesjährige Kültürale ein breites kulturelles Angebot aus Lesungen, Filmen, Konzerten und Kabarett. "Kultur hat eine besondere Bedeutung und Vermittlungskraft im Dialog gesellschaftlicher Gruppen. Auch nach 60 Jahren des Zusammenlebens gibt es kulturell wechselseitig noch viel zu entdecken und gemeinsam zu entwickeln", betonte die Kulturstaatsrätin die Bedeutung des kulturellen Austausches zwischen deutscher und türkischer Kultur und wie wichtig Veranstaltung wie die Kültürale hierfür sind. Eigentlich sollte die Veranstaltung bereits im vorigen Jahr stattfinden, musste aber pandemiebedingt verschoben werden. Daher ist den Vertreterinnen und Vertretern des Kulturforums Türkei bei der Neuauflage des Festivals nach eigenen Worten daran gelegen, "einen positiven Impuls für die Kulturschaffenden und -interessierten zu setzen" - und "dazu beizutragen, die nun doch sehr lange 'Durststrecke' mit pandemiekonformen Events zu beenden".

Interessierte Besucher können sich über die unterschiedlichen Veranstaltungsangebote auf kulturforum-tuerkei.com/category/veranstaltungen/kueltuerale-2021-veranstaltungen/ informieren.

Ansprechpartner für die Medien:
Werner Wick, Pressesprecher beim Senator für Kultur, Tel.: (0421) 361-16173, E-Mail: werner.wick@kultur.bremen.de