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Internationaler Bremer Friedenspreis 2015: Gewinner stehen fest

Auszeichnung der Stiftung die schwelle wird am 27. November im Rathaus verliehen

17.09.2015

Ein 20-jähriger geflüchteter Blogger aus Somalia, eine Initiative für Friedensarbeit in Syrien und eine international krisenerprobte Mediatorin aus Nordirland sind die Gewinner des siebten Internationalen Bremer Friedenspreises 2015. Die Stiftung die schwelle hat die Preisträger an diesem Donnerstag (17. September 2015) bekanntgegeben.

Der mit insgesamt 15.000 Euro dotierte Preis ist in drei gleichrangige Kategorien unterteilt und wird am Freitag, 27. November, in der Oberen Rathaushalle in Bremen vergeben. "Die Not der Flüchtlinge, der Krieg in Syrien und internationale Krisen – selten waren die Themen unserer Preisträger so nah an der aktuellen Nachrichtenlage wie in diesem Jahr", sagt Stiftungs-Geschäftsführerin Petra Titze. Schirmherrin der Preisverleihung ist Bremens Bürgermeisterin Karoline Linnert.

Als "Unbekannter Friedensarbeiter" wird der somalische Blogger Farah Abdullahi Abdi geehrt. Der heute 20-Jährige flüchtete vor vier Jahren aus seiner Heimat, weil ihm dort aufgrund seiner Homosexualität strafrechtliche Verfolgung drohte. Auf der Flucht durch mehrere Länder geriet er in Gefangenschaft; er wurde körperlich misshandelt und schuftete monatelang ohne Lohn auf Baustellen – bis es ihm gelang, von Libyen aus über das Mittelmeer nach Malta zu fliehen. Von dort aus setzt er sich heute beharrlich für die Rechte von Flüchtlingen ein. Sei es als Blogger auf dem Onlineportal "Malta Today", als Mitarbeiter von Hilfsorganisationen wie "terre des hommes" oder auch als Redner vor Vertretern der EU und der Vereinten Nationen.

Der Friedenspreis in der Kategorie "Beispielhafte Initiative" geht an die Leipziger Organisation "adopt a revolution", die zivilgesellschaftliches Engagement in Syrien unterstützt. Zwischen IS-Terror und Bombenangriffen des Assad-Regimes arbeiten zahlreiche syrische Initiativen beharrlich an einer demokratischen und friedlichen Zukunft ihres Landes. Sie bauen zerstörte Kindergärten wieder auf. Sie schmuggeln Lebensmittel in eine belagerte Stadt. Sie schwächen den öffentlichen Rückhalt für radikale Islamisten, indem sie deren Brutalität aufdecken. Und sie werben in Zentren für Zivilgesellschaft für Freiheit, Demokratie, Menschenrechte und Menschenwürde. Die Leipziger Initiative "adopt a revolution" macht diese Friedensarbeiter in Deutschland bekannt, sammelt Spenden und wirbt für einen differenzierten Blick auf den Krieg in Syrien.

Der Preis für öffentliches Wirken geht an die irische Mediatorin Mary Montague. Jahrzehntelang vermittelte die heute 63-Jährige im Nordirlandkonflikt und trug entscheidend zur Versöhnung verfeindeter Gemeinden bei. Mutig, empathisch und mit einem Sinn für Gerechtigkeit gewann sie immer wieder das Vertrauen der Konfliktparteien – nicht nur in ihrer Heimat, sondern auch im Kosovo, in Pakistan, Afghanistan und im Sudan. Trotz ihrer friedfertigen Haltung erhielt sie in ihrer Heimat jahrelang Morddrohungen, die sie jedoch nicht davon abhielten, ihre Arbeit beharrlich fortzuführen. Inzwischen blickt sie auf 40 Jahre Erfahrung als Mediatorin zurück und hat ihr Wissen an viele Menschen in unterschiedlichsten Teilen der Welt weitergegeben.

Weitere Informationen über die Preisträger sind unter www.dieschwelle.de/friedenspreis zu finden.
Fotos der Preisträger finden Sie in druckfähiger Auflösung unter dieschwelle.de/presse/pressebilder/friedenspreis-2015.html

Ansprechpartner:
Petra Titze, Geschäftsführerin, Telefon: 0421 / 3032-577, Mobil: 0176 / 61110583, E-Mail: petra.titze@dieschwelle.de
Thomas Joppig, Öffentlichkeitsarbeit, Telefon: 0421 / 221 93 97, Mobil: 0179 / 663 72 39, E-Mail: post@thomas-joppig.de