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Senatskanzlei

Harry Callan ist verstorben – Bürgermeister Bovenschulte würdigt ehemaligen Zwangsarbeiter am Bunker Valentin

25.09.2019

Harry Callan, einer der letzten noch lebenden ehemaligen Zwangsarbeiter auf der Baustelle des Bunkers „Valentin“, ist am gestrigen Dienstag, 24. September 2019 im Alter von 95 Jahren in seiner Heimat in Irland verstorben.

Bürgermeister Andreas Bovenschulte würdigt den Verstorbenen: „Man kann das Leben und Engagement von Harry Callan gar nicht hoch genug anerkennen. Mehr als 70 Jahre nach Ende des Krieges und seiner Zwangsarbeiterschaft hat er die Verbindung nach Bremen aufrechterhalten, um hier mit jungen Menschen über das Leid, das Menschen sich angetan haben, zu sprechen. Das ist ein starkes Zeichen für ein völkerverbindendes Handeln und der Versöhnung. Dafür gebührt Harry Callan über den Tod hinaus unser Dank. Wir werden sein Vorbild in Ehren halten.“

Harry Callan, geboren am 19. November 1923 in Derry, Nordirland, war Seemann in der englischen Handelsmarine. Nachdem sein Schiff im Januar 1941 von einem deutschen Kreuzer aufgebracht und versenkt worden war, wurde er interniert und kam nach Lageraufenthalten im Kriegsgefangenenlager Stalag XB in Sandbostel und im Marineinternierungslager Westertimke im Februar 1943 zusammen mit 31 weiteren irischen Seeleuten ins Arbeitserziehungslager Farge. Dort gehörte er zu den ersten Zwangsarbeitern, die beim Bau des Bunkers „Valentin“ eingesetzt wurden. Fünf der insgesamt 32 irischen Seeleute starben in Farge an den Folgen der Haft, der Arbeitsbedingungen und der unzureichenden Ernährung. Harry Callan wurde zusammen mit den anderen Seeleuten im März 1945 zurück nach Westertimke gebracht und dort von britischen Truppen befreit. Er litt auch noch nach der Befreiung gesundheitlich unter den Folgen seiner Haft. Nach etwa einem Jahr fuhr er wieder zur See, schwieg aber über seine Erlebnisse in Bremen-Farge. Erst mehr als 50 Jahre später brach er sein Schweigen. Mehrfach kehrte er nach Bremen-Farge zurück, erinnerte an seine in Farge gestorbenen Kameraden und sprach vor allem mit Jugendlichen über seine Leidenszeit.

Zuletzt besuchte er Bremen im April 2018. Im Rathaus wurde vom damaligen Bürgermeister Carsten Sieling empfangen. Am Denkort Bunker Valentin gab er nach einem Zeitzeugengespräch mit mehr als 70 Schülerinnen und Schülern das Startsignal für den nach ihm benannten „Harry Callan-Lauf“ der Oberschule an der Egge und stellte die deutschsprachige Ausgabe seiner Biographie vor (Michèle Callan: Forgotten Hero of Bunker Valentin. Die Geschichte von Harry Callan).

Ansprechpartner für die Medien:
Werner Wick, Senatspressestelle, Tel.: (0421) 361- 4102, werner.wick@sk.bremen.de