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Der Senator für Kultur

"Globale° 2022 - Miteinander": Festival für grenzüberschreitende Literatur feierlich eröffnet

01.11.2022

"inter arma silent musae – unter Waffen schweigen die Musen, so formulierte es in Anlehnung an Cicero der deutsche Kunsthistoriker Wilhelm von Bode im Ersten Weltkrieg. Und in der Tat: Der Krieg in der europäischen Nachbarschaft ließ uns verstummen. Wir fühlten uns ohnmächtig, hilflos, sprachlos. Und doch und gerade deswegen hat Mitte März 2022 globale° zusammen mit dem Theater Bremen, der Bremer Shakespeare Company und dem Bremer Literaturhaus zu der ersten Veranstaltung unter dem Titel "Wort ergreifen!" eingeladen; und weitere sollten folgen." Vor dem Hintergrund dieses Statements des Festival-Teams um Libuše Černá wurde am Dienstagabend (1. November 2022) die diesjährige globale°, das Festival für grenzüberschreitende Literatur, im Bremer Rathaus mit rund 250 Gästen feierlich eröffnet.

Der ukrainische Autor Juri Andruchowytsch las aus seinem Buch Radio Nacht und stellte sich anschließend den Fragen von Moderatorin Silke Behl. Foto: globale°/Matej Meza
Der ukrainische Autor Juri Andruchowytsch las aus seinem Buch "Radio Nacht" und stellte sich anschließend den Fragen von Moderatorin Silke Behl. Foto: globale°/Matej Meza

Bremens Kultursenator und Bürgermeister, Dr. Andreas Bovenschulte, nahm im seinem Grußwort diesen Gedanken auf: "Die Macherinnen und Macher der globale° haben sich intensiv über den Festival-Fokus unter den dramatischen geopolitischen Gegebenheiten der Gegenwart beraten. Ihre wichtigste Schlussfolgerung: Der bewährte Veranstaltungsreigen aus Lesungen und Vorstellungen, Diskussionen und Vorträgen, Kolloquien und Workshops soll, nein: er muss stattfinden. Auch und gerade jetzt. Weil er wichtig ist als weithin wahrnehmbares Zeichen internationaler Solidarität, als Beitrag zum sozialen Zusammenhalt – und als Ausdruck der Zuversicht, was eine friedliche Zukunft angeht."

"Miteinander", so Bürgermeister Bovenschulte, laute das zugehörige und dezidiert hoffnungsvolle Leitwort. Literatur in Zeiten des Krieges bedürfe der Reflexion, des vertrauensvollen Zusammenrückens - und konfliktkundiger Autorinnen und Autoren. Neben Juri Andruchowytsch, einem renommierten ukrainischen Schriftsteller und leidenschaftlichen Europäer, stehe dafür im Festivalprogramm in besonderer Weise die russische Historikerin, Germanistin und Erzählerin Irina Scherbakowa ein. Ihr wurde vor gut drei Wochen mit der von ihr gegründeten Nicht-Regierungsorganisation Memorial der Friedensnobelpreis zugesprochen worden.

Bürgermeister Andreas Bovenschulte eröffnete das Literaturfestival vor etwa 250 Personen in der Oberen Halle des Rathauses. Foto: globale°/Matej Meza
Bürgermeister Andreas Bovenschulte eröffnete das Literaturfestival vor etwa 250 Personen in der Oberen Halle des Rathauses. Foto: globale°/Matej Meza

Als Bürgermeister und Kultursenator, als Lesender und als Schirmherr des Festivals freue er sich auf inspirierende Veranstaltungen mit Tiefe und Engagement, mit Perspektive und zusätzlichem Vernetzungspotenzial. Dazu, sagte der Bürgermeister, passten trefflich Bremens Ambition, als kreative Stadt mit einer facettenreichen Literaturszene in die ehrbare Unesco-Reihe "City of Literature" aufgenommen zu werden. Aus diesem Grund hätten auch am Dienstag im Bremer Rathaus Gespräche über kulturellen Austausch in und zwischen den Literaturstädten stattgefunden. In diesem Kontext begrüßte Bremens Bürgermeister die internationalen Gäste aus Danzig, Vilnius, Krakau, Lviv und Durban. Durban, Bremens Partnerstadt in Südafrika, trägt bereits den Titel "City of Literature", und Danzig, Bremens polnische Partnerstadt, bewirbt sich ebenfalls für das Jahr 2023. In der Ukraine trägt neben Lviv übrigens Odessa diesen Ehrentitel.

Ehrengast des Eröffnungsabends war der ukrainische Autor Juri Andruchowytsch, einer der wichtigsten europäischen Autoren der Gegenwart, dessen Werk in 20 Sprachen erscheint. Er las im Verlauf des Abends aus seinem neuesten Werk "Radio Nacht" und sprach anschließend vor dem Publikum mit der Moderatorin Silke Behl über sein Buch, das in diesem Herbst auf Deutsch im Suhrkamp Verlag erschienen ist. Ein Gegenwartsroman von eminenter Aktualität.

Hintergrund:

Das Programmheft der globale° ist ein wichtiger Begleiter durch das Festival. Foto: globale°/Matej Meza
Das Programmheft der globale° ist ein wichtiger Begleiter durch das Festival. Foto: globale°/Matej Meza

Das Festival für grenzüberschreitende Literatur gibt es seit 2007. Zum Programm zählen Lesungen, Diskussionen, Ausstellungen, Konzerte, Film- & Theatervorstellungen, Symposien & Workshops. Kern des Festivals ist "neue deutsche Gegenwartsliteratur". In ihr artikuliert sich jene kulturelle Mehrsprachigkeit, welche die globale Gesellschaft heute prägt. Das Festival bietet der Vielfalt der Literaturen, die sprachlich, kulturell oder topografisch auf den deutschsprachigen Raum verweisen, ein Forum. Es versteht sich als Teil des Dialogs zwischen den Kulturen und stellt sich in den Kontext der aktuellen gesellschaftlichen Debatte um Diversität und Pluralität. Im Jahr 2010 wurde globale° in das UNESCO-Register der Projekte im Rahmen des Internationalen Jahres für die Annäherung der Kulturen aufgenommen.

Als Veranstalter tritt der Verein Globale e.V. gemeinsam mit dem Theater Bremen und der Universität Bremen auf; unterstützt wird das Festival von regionalen, nationalen und internationalen Kooperationspartnerinnen und -partnern, darunter Radio Bremen, Instituto Cervantes, Institut français, Stadtbibliothek Bremen, Deutsches Auswandererhaus, Prager Literaturhaus oder Musée de l’histoire de l’immigration Paris.

Informationen zum Programm und zur Ticketbestellung der globale° vom 30. Oktober bis 7. November 2022 unter: www.globale-literaturfestival.de

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Ansprechpartner für die Medien:
Werner Wick, Pressesprecher beim Senator für Kultur, Tel.: (0421) 361-16173, E-Mail: werner.wick@kultur.bremen.de