Badebetrieb im Werdersee in 2026 ohne Einschränkungen
24.09.2026Mit dem Ende der diesjährigen Badesaison und den letzten warmen Sonnenstrahlen zieht die Stadt Bremen eine positive Bilanz für den Werdersee: Auch beim abschließenden Tauchgang im Herbst wurde erneut kein Wachstum der Wasserpest festgestellt. Es ist damit weiterhin keine Mahd der Wasserpest erforderlich. Der See bleibt gut nutzbar für alle Bremerinnen und Bremer.
Die regelmäßigen Überprüfungen durch Taucherinnen und Taucher haben erfreulicherweise gezeigt, dass auch zum Saisonende der Bewuchs der Wasserpest so gering ist, dass weder das Baden noch der Wassersport beeinträchtigt werden.
Der Grund für das geringe Wachstum ist noch nicht abschließend geklärt: Ein Grund könnte die gezielte Herbstmahd im vergangenen Jahr sein. Vermutlich spielen auch die unterschiedlichen Witterungsbedingungen im Frühjahr 2025 im Vergleich zu 2026 eine große Rolle: Im frühen Frühjahr 2026 gab es niedrigere Temperaturen und wesentlich weniger Sonneneinstrahlung als zur gleichen Zeit im Vorjahr. Möglicherweise konnten sich dadurch Kieselalgen schneller im Wasserköper entwickeln als die Wasserpest auf dem Gewässergrund. Der hohe Algenanteil führte dann auch im Jahresverlauf 2026 zur dauerhaften Trübung des Wassers und pessimalen Wachstumsbedingungen für die Wasserpest.
In Abhängigkeit der Witterungsbedingungen und der Konkurrenzsituation zwischen Plankton und höheren Wasserpflanzen kann sich die Situation im nächsten Jahr jedoch wieder anders darstellen und der Wasserpest Vorschub leisten. In diesem Fall greifen dann Maßnahmen, die von der obersten Wasserbehörde der Senatorin für Umwelt, Klima und Wissenschaft gemeinsam mit der Hanseatische Naturentwicklung GmbH sowie weiteren Fachleuten und Nutzergruppen im "Managementkonzept Werdersee" entwickelt wurden.
Die Zusammenhänge zwischen den Witterungs-, Nährstoff- und Wachstumsbedingungen der Algen und Wasserpestpflanzen werden aktuell weiter analysiert, um die Entwicklung der Unterwasserpflanzen besser zu verstehen und geeignete Maßnahmen zur langfristigen Stabilisierung des ökologischen Gleichgewichts des Werdersees umsetzen zu können.
Denn die diesjährigen Tauchgänge haben gezeigt: Neben der invasiven Art kommen fünf heimische Makrophytenarten, darunter sogar zwei Arten der Roten Liste, im Werdersee vor. Dies unterstreicht, die Absicht der Wasserbehörde, durch weitere Maßnahmen die Vielfalt der heimischen Wasserpflanzen im Werdersee zu fördern.
Henrike Müller, Senatorin für Umwelt, Klima und Wissenschaft: "Um die ökologische Aufwertung des Werdersees weiter voranzutreiben, werden derzeit verschiedene Optimierungsmöglichkeiten geprüft. Dazu zählen unter anderem die Analyse des Zusammenhangs zwischen Sedimentmächtigkeit und dem Vorkommen der Wasserpest, die Recherche von Maßnahmen zur Trübung, die pilothafte Anlage von Flachwasserzonen oder Möglichkeiten der gezielten Einbringung heimischer Wasserpflanzen. Ziel dieser Maßnahmen ist es, die Lebensbedingungen für heimische Arten zu verbessern und das Gewässer langfristig ökologisch zu stabilisieren."
Auch im kommenden Jahr wird das Umweltressort rechtzeitig vor Beginn der Badesaison und der traditionellen Ruderregatta erneut Tauchgänge durchführen lassen. So kann frühzeitig auf der Basis des erarbeiteten Managementkonzeptes reagiert werden, falls sich die Wasserpest wieder stärker ausbreiten sollte. Ziel bleibt es, den Werdersee als attraktiven und naturnahen Ort für Erholung, Sport und Naturerlebnis zu erhalten – im Einklang mit dem Schutz des sensiblen Ökosystems.
Ansprechpartnerin für die Medien:
Ina Schulze, Pressesprecherin bei der Senatorin für Umwelt, Klima und Wissenschaft, Tel.: (0421) 361-96 269, E-Mail: ina.schulze@umwelt.bremen.de